LEADER-PRESSEARCHIV

Einweihung Bajuwarenhaus


Mit der Einweihung des bajuwarischen Pfostenhauses hat der Verein der Freunde der Vor- und Frühgeschichte Landersdorf das Geschichtsdorf in Landersdorf um ein weiteres Gebäude bereichert.

BajuwarenhausDas Geschichtsdorf in Landersdorf spannt einen weiten Bogen. „Es deckt viereinhalbtausend Jahre Baugeschichte ab“, hat Hans Renner, der stellvertretende Vorsitzende des Vereins der Freunde der Vor- und Frühgeschichte, am Samstagnachmittag bei der Einweihung des Bajuwarenhauses vorgerechnet. „Das Steinzeithaus stammt aus einer Zeit, in der Abraham noch nicht lebte. Zur Zeit der Keltenhäuer herrschte im jüdischen Reich König Salomon und zur Zeit der Bajuwaren gab es in Eichstätt die ersten Christen“, veranschaulichte Vereinsvorsitzender Fritz Loy diese große Zeitspanne. Dabei konnte er nicht in die Vergangenheit blicken, sondern in die Zukunft, denn aus dem Unternehmer, Landwirt und Marktrat des 21. Jahrhunderts war ein Kelte geworden. Lange hatte er sich auf seinen Auftritt als Seher Landolf von der Platte vorbereitet und sich sogar einen Schnauzer wachsen lassen. Der Anlass war auch wichtig genug für diesen Aufwand, wie sein Blick in die Runde der vielen Gäste bei der Einweihung zeigte. Der „große Herrscher aus Roth“ war gekommen, der immer ein offenes Ohr für den Verein hat und auch der „Fürst von Thalmässing“, in dessen Nachbarschaft es sich gut leben lässt, fehlte nicht. Die waren auch des Lobes voll für das, was der Verein in Landersdorf geschaffen hat. „Der Fritz hat durch seinen Auftritt gezeigt, dass das, was man braucht, die Begeisterung ist“, stellte Landrat Herbert Eckstein fest. Mit deren Hilfe, einem Sturschädel – wie Loy ihn habe – und den richtigen Freunden könne man viel erreichen. „Und das Schöne ist, es wird sogar fertig“, meinte der Landrat anerkennend. „So gut hast´schon lange nicht mehr ausgschaut“, frotzelte er beim Blick auf den in Felle gewandeten und mit Pfeil und Bogen ausgestatteten Kelten. Dass dieser Kommentar nicht böse gemeint war, verriet Ecksteins letzter Satz: „Hoffentlich hast einmal wieder eine solche Idee.“ Die hat Fritz Loy natürlich schon. Sein Traum wäre es, die bei Westheim entdeckte, bisher älteste Kirche Mitelfrankens, im Geschichtsdorf nachzubauen. „Dann hätten wir auch die Franken gut untergebracht“, meinte Loy grinsend. „Es ist ein Wahnsinn, was ihr hier geschaffen habt“, lobte Bürgermeister Küttinger. Dieser Erfolg beweise, dass auch ein kleiner Verein Großes bewirken könne. Das Geschichtsdorf sei nicht nur eine Bereicherung für die Gemeinde und den Landkreis, sondern weit darüber hinaus. Diesen Stolz auf das hier Geschaffene kann Manfred Preischl als Bürgermeister der Nachbarkommune gut nachempfinden. Über die Zeitreise Jura sollen die Museen der Kommunen in Zukunft besser vernetzt werden. „Man muss nicht an einer Grenze Halt machen, die von Menschen irgendwann gezogen wurde.“ „Hier wird Geschichte nicht nur sichtbar sondern begehbar und begreifbar“, stellte Bernhard Böckeler, der Vorsitzende des Vereins ErLebenswelt Roth fest. „Man kommt hierher und ist in einer anderen Welt.“ „Ein langes Leben und keinen Wurm im Holz“ wünschte Lukas Mehring, der im Geschichtsdorf sein freiwilliges ökologisches Jahr abgeleistet hat, dem Bajuwarenhaus beim Richtspruch. Beim Blick auf die Bauzeit stellte er fest, dass nicht immer jeder gelacht habe, dass es aber nun geschafft sei. Das Haus werde niemals ursprünglich sein, weil es ein Nachbau sei, aber es „möchte viele Besucher sehen“. Pfarrer Rudolf Hackner hat sich auf die Spuren der Bajuwaren begeben und im Lexikon gefunden, dass „Fritz der Große“ 788 die bajuwarische Selbständigkeit beendet habe. Für ihn ist das, wie er mit einem Augenzwinkern versicherte, ein Beweis, dass so ein Bajuwarenhaus nach Landersdorf gehört.
Quelle: Donau Kurier (Andrea Karch)
 



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