Pumpversuch


Informationen

Pumpversuche werden durchgeführt, um aus den Änderungen der Wasserstände in den Messstellen sowie der Beschaffenheit und Temperatur des geförderten Wassers geohydraulische und betriebstechnische Informationen zu gewinnen. Pumpversuche werden entsprechend ihrer Zielsetzung untergliedert in:

  • Langzeitpumpversuch (Aquifertest): Dieser Test dient der Ermittlung von Aquifer- und Brunneneigenschaften, der Identifikation des Strömungssystems sowie der Bestimmung der Entnahmebreite und des Absenkungstrichters. Der Versuch wird einstufig mit konstanter Entnahmerate über mehrere Tage oder auch Wochen gefahren. Die Wasserstände sollten dabei nicht nur im Förderbrunnen selbst, sondern auch in benachbarten Beobachtungsmessstellen erfasst werden.

  • Kurzpumpversuch (Pumptest): Dieser Test dient ebenfalls der Ermittlung hydraulischer Kenndaten des Aquifers. Aufgrund der kurzen Pumpphase (mindestens 4 h) sollten mit diesen Werten lediglich qualitative Aussagen über die lokalen Aquifereigenschaften getroffen werden, quantitative Aussagen sind kritisch zu sehen.

  • Stufenpumpversuche (Brunnentests): Bei hydrogeologischen Untersuchungen zur Wasserversorgung werden häufig Stufenpumpversuche (Brunnentests) durchgeführt. Dieser Test dient vor allem der Erstellung einer Leistungscharakteristik eines Brunnens und der Ermittlung von Brunnenverlusten.

  • Gütepumpversuche: Diese Versuche dienen der messstellenspezifischen Festlegung von Abpumpkriterien und haben sich insbesondere bei langfristigen Überwachungsprogrammen mit kontinuierlicher Beprobung bewährt.

  • Pumpversuche zur Probenahme: Der Abpumpvorgang dient hier lediglich der Entnahme von Grundwasserproben

Die aufgeführten Ziele können z.T. in einem Pumpversuchstyp kombiniert werden, z.B. Kurzpumpversuch zur Probennahme.

Erlaubnisverfahren Pumpversuch

Das vorübergehende Zutagefördern von Grundwasser im Rahmen der Durchführung von Pumpversuchen und dessen Wiedereinleiten ohne nachteilige Veränderung seiner Eigenschaften in das Grundwasser bzw. in ein Oberflächengewässer ist bis zu einer Dauer von 144 Stunden erlaubnisfrei, sofern keine Rechte Dritter verletzt werden. Für länger andauernde Pumpversuche und solche an mehreren Brunnen gleichzeitig über eine Dauer von mehr als 72 Stunden ist eine wasserrechtliche Erlaubnis mit Zulassungsfiktion nach Art. 70 BayWG erforderlich.

Wir bitten Sie, das Antragsformular ausgefüllt und mit den erforderlichen Bescheinigungen und Unterlagen rechtzeitig beim Landratsamt Roth einzureichen.
Das LRA Roth behält sich vor, die Gewässerbenutzung und die Einhaltung der in der Anzeige gemachten Angaben zu überwachen.

Durchführung des Pumpversuchs

Das entnommene Grundwasser ist grundsätzlich über eine Sickeranlage (z.B. Geländemulde oder Sickerschacht) direkt wieder in das oberflächennahe Grundwasser einzuleiten. Nur wenn das nicht möglich ist oder hierfür ein unzumutbarer Aufwand erforderlich wäre (Begründung), kann in ein nahe gelegenes Oberflächengewässer oder in einen Regenwasserkanal abgeleitet werden. Eine Einleitung in einen Schmutz- oder Mischwasserkanal ist nicht zulässig.

Es ist wichtig, dass nur unverschmutztes Grundwasser ins Gewässer eingeleitet wird. Wenn das Grundwasser mit Feinstoffen, die aus dem Boden mit ausgeschwemmt werden, verunreinigt sein kann,  muss es vor Einleitung in das Gewässer über ein Absetzbecken, z.B. ein geeigneter Container, vorgereinigt werden.

Der Pumpversuch ist umgehend zu beenden, sollten das Grundwasser durch einen Ölunfall o.ä. verschmutzt werden. Das Landratsamt Roth ist dann umgehend zu benachrichtigen.

Die Einleitungsstelle in ein Fließgewässer muss befestigt werden, z.B. Steinwurf, um das Ufer vor Ausspülungen zu sichern.

Nach Beendigung des Pumpversuchs ist der frühere Zustand wiederherzustellen, d.h. die Befestigung der Einleitungsstelle und andere Teile, die auf Gewässer oder Grundwasser einwirken, sind zu entfernen.

Rechtsgrundlage

Art. 70 Bayerisches Wassergesetz



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generiert am 18.02.2020 10:28:08 ­