Acker-Hundskamille – Anthemis arvensis

Ackerwildkraut des Monats August
Stand: 26.08.2025

Wer die Augen offen hält, kann im Landkreis Roth auf vielen Äckern von Mai bis Oktober weiß-gelb blühende Kamillen sehen. Doch es gibt verschiedene Arten, die sich hinter den scheinbar gleich aussehenden Pflanzen verbergen: Verwechslungspartner der Acker-Hundskamille (Anthemis arvensis) sind v.a. die Echte Kamille (Matricaria chamomilla) und die Geruchlose Kamille (Tripleurospermum inodorum). Die Echte Kamille ist bekannt für den Kamillen-Tee und über ihren typischen Kamillen-Geruch gut von den anderen beiden Arten unterscheidbar. Die Geruchlose Kamille ist eine in der Landwirtschaft nicht gern gesehene Art, da sie sehr konkurrenzstark ist und oftmals zu Ertragsverlusten führen kann. Im Gegensatz zur Geruchlosen Kamille hat die Acker-Hundskamille behaarte Hüllbätter (Blätter, die den Blütenstand umgeben) und breitere, weniger fein gefiederte Blätter. Sie wird zwischen 15 und 50 cm groß.

Die Acker-Hundskamille ist wahrhaftig eine Insekten- bzw. Tier-Freundin. In der GloBI-Datenbank , einer Datenbank, die Interaktionen zwischen verschiedenen Lebewesen aufzeigt, (www.globalbioticinteractions.org) sind 113 Arten gelistet, die sich von Teilen der Acker-Hundskamille ernähren und 129 Arten, die das Acker-Wildkraut bestäuben oder die Blüten besuchen. Darunter sind v.a. Wildbienen und Hummeln, aber auch Schmetterlinge und weitere Arten. Die im Landkreis Roth häufig vorkommende Acker-Hundskamille eignet sich also hervorragend, um die Artenvielfalt im Landkreis Roth zu fördern.

Ihr Vorkommen hat die Acker-Hundskamille v.a. auf sandigen bis lehmigen, nicht zu nährstoffarmen und zu trockenen, warmen Ackerflächen. Hier tritt sie sowohl in verschiedenen Sommer- als auch in Winterkulturen auf. Auf diesen Böden kann sie sich noch relativ gut durchsetzen und, wenn die Kultur auf Grund von beispielsweise Nährstoffmangel oder ungünstiger Witterung geschwächt ist, hohe Individuenzahlen bilden. In diesem Fall kann sie, ebenso wie die Geruchlose Kamille, zu Ertragsverlusten bei der Ernte führen.

Die Acker-Hundskamille steht bundesweit auf der Vorwarnstufe zur Gefährdung. In Bayern gilt die Art hingegen als ungefährdet.

Naturschutz im Landratsamt

Anschrift

Weinbergweg 1
91154 Roth

Bundesamt für Naturschutz (o.J.): Floraweb. Artsteckbrief: Lebensraum und Ökologie zu Anthemis arvensis L., Acker-Hundskamille (abgerufen am 13.08.2025).
Link: https://floraweb.de/php/oekologie.php?name-use-id=450

Holzner, W. & Glauninger, J. (2021): Ackerunkräuter. Bestimmung – Biologie- Landwirtschaftliche Bedeutung. 4. Auflage. Leopold Stocker Verlag, Graz.

Kästner, A., Jäger, E.J. & Schubert, R. (2001): Handbuch der Segetalpflanzen Mitteleuropas. Springer Verlag Wien GmbH. ISBN: 978-3-7091-7258-2.

Klotz, J., Fleischmann, A., Ruff, M., Niederbichler, C., Scheuerer, M., Wagner, I., Woschée, R., Gilck, F., Zehm, A. (2024): Rote Liste Bayern - Farn- und Blütenpflanzen (Gefäßpflanzen – Trachaeophyta). Bayerisches Landesamt für Umwelt, Augsburg.

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Müller, F., Ritz, C. M., Welk, E. & Wesche, K. (2021): Rothmaler – Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. 22. Auflage. Springer Spektrum, Berlin.