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Ein Tag in der Altenpflege - Realschüler besuchen Berufsparcours im AWO-Kompetenzzentrum in Hilpoltstein


Hilpoltstein (mkl) Ist Altenpflege nur etwas für diejenigen, die nichts anderes gefunden haben? Dieser Meinung jedenfalls sind die zunächst entsetzten Eltern der Realschülerin Anika, die ihnen in einem Film eröffnet, dass sie diesen Beruf erlernen möchte. Sicherlich hatte sich Anika vorher genau informiert, genauso wie die 26 Mädchen und 6 Jungen der Klasse 7e der staatlichen Realschule Hilpoltstein, die mit ihren Lehrerinnen Marina Grimm und Heike Mederer ins AWO-Kompetenzzentrum Hilpoltstein gekommen waren.

An drei Stationen gewannen sie einen interessanten Einblick in die Altenpflege. Sensibilisieren, informieren und ausprobieren hatten die Organisatoren Stefan Forster und Thomas Döbler vom Landratsamt Roth die drei Stationen überschrieben.

Brigitte Reinard ist Projektleiterin der Initiative „Ganz jung – ganz alt – ganz Ohr“, die vom bayerischen Sozialministerium und der evangelischen Kirche gefördert wird. „Ab wann ist man alt?“, lautete ihre erste Frage. Die Meinungen der etwa 13-Jährigen schwankten zwischen 18 und 80 Jahren. Das hohe Alter, erläuterte Brigitte Reinard, beginne allerdings erst ab 80 bis 85 Jahren.

Oft bringt das Alter Beschwerden mit sich, nicht bei jedem im gleichen Ausmaß. Oft allerdings ist die Beweglichkeit eingeschränkt. Für dieses Gefühl wurden die Schülerinnen und Schüler mithilfe eines 30 Kilogramm schweren Alterssimulationsanzugs sensibilisiert. Rücken, Gelenke, Brustkorb, Wirbelsäule, Füße und Hals sind damit in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt. Brille und Ohrhörer simulierten weitere Einschränkungen.

Mit gekrümmter Haltung schlurften Eva und Jasmin durch den Saal. „Ganz kaputt“ ließ sich Ina nach einer Runde in den Sessel fallen. Andere übten die Fortbewegung mit Rollator und Rollstuhl. Der Reizstrom in speziellen Handschuhen stimulierte unkontrollierte Bewegungen, wie sie bei Parkinsonpatienten auftreten können.

Jetzt war ausprobieren angesagt. Erstaunt bemerkten die Schüler, welche technischen Hilfsmittel für das Aufrichten und das Transportieren bettlägeriger Menschen zur Verfügung stehen. Schnell lernte Anna, wie sie mittels einer elektrischen Aufstehhilfe ihre Mitschülerin Milena vom Bett in den Rollstuhl bringen konnte. Lisa simuliert eine alte Dame, die nicht mehr aufstehen kann. Ihr Klassenkamerad Lorenzo den fahrbarenLift, mit dem er Lisa aus dem Bett hob.

Zum Thema „Informieren“ erläuterten Frank Krebel und Thomas Döbler die Einstiegsvoraussetzungen und die Ausbildung in der Altenpflege. Im eingangs erwähnten Film kann Anika ihre Eltern schließlich überzeugen, dass dieser Beruf durchaus für sie in Frage kommen kann. Noch dazu, wenn man nach der Ausbildung ein Gehalt von 2500 Euro brutto erhält. Eine wichtige Voraussetzung ist aber die Freude am Umgang mit alten Menschen. Und das kann durchaus Spaß machen, wie Einrichtungsleiter Frank Krebel versicherte.

Wer als Leiter einer Einrichtung für Altenpflege oder aber einer Schule an einem ähnlichen Informationstag für Schüler interessiert ist, findet mit Thomas Döbler den richtigen Ansprechpartner. Er ist im Sozialkompetenzzentrum in Hilpoltstein, Sankt-Jakob- Straße 12, oder unter der Telefonnummer (09174) 970342 zu erreichen.

 

Quelle: DK Nr. 279, Donnerstag, 4. Dezember 2014, Seite 22

Autor und Foto: Manfred Klier



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