Streuobstwiesen im Jahresverlauf

Sensenkurs „Mähen & Dengeln für den Hausgebrauch“

Ein Sensenkurs – klingt ungewöhnlich und ist es auch. Allerdings kann Johannes Schneider von der Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege des Landratsamts eine Vielzahl Gründe anführen, warum auf genau dieses alte Handwerk ein Fokus gerichtet werden sollte. „Sensen ist ein traditionsreiches Handwerk, das eng mit Naturerfahrung verwoben ist. Dabei steht bei jedem Schnitt mit der Sense ein bewusster Bewegungsablauf im Vordergrund. Faktoren wie Feuchtigkeit, Grasdichte und Wuchshöhe beeinflussen den Ablauf ebenfalls maßgeblich. Somit ist ein schonender Umgang mit der Wiese und den darin lebenden Tieren ganz ohne laute Motorengeräusche möglich. Zusammenfassend würde ich sogar von einem meditativen Naturerlebnis sprechen. Natürlich unter Berücksichtigung, dass das Sensen in unseren Breiten hauptsächlich für den Hausgebrauch genutzt wird und nicht mehr dem Broterwerb dient.“

Um zu zeigen, dass diese Art des Sensens ökologisch wertvoll ist und auch erlernt werden kann, organisiert das Regionalmanagement des Landkreises Roth zusammen mit dem Kreisverband für Gartenbau und Landespflege in Georgensgmünd einen Sensenkurs zum Thema „Schonende Obstwiesenpflege“. Referent ist Werner Kleemann, dem wir vorab einige Fragen gestellt haben.

Herr Kleemann, wie kommt man auf die Idee, „Sensenmann“ zu werden?
Ich habe nebenberuflich bei einem Schmied gearbeitet und sollte dort eines Tages die Sense der Chefin am Amboss Dengeln. Das hat nicht so richtig funktioniert, was mich dazu motiviert hat, einen Sensenkurs zu besuchen. Bei diesem lernte ich das Dengeln und den richtigen Umgang mit der Sense. Die tolle Landschaft des Allgäus und das Lernen in der Natur haben mich infiziert. Seitdem gehört altes, ausgereiftes Werkzeug und in Vergessenheit geratenes Handwerk zu meinem Leben.

Ist sensen und dengeln lernen schwer?
Nein, es gibt drei unterschiedliche Varianten, jeder kann im Kurs ausprobieren und die richtige für sich finden. Wichtig sind gutes Werkzeug und ein hochwertiges Sensenblatt.

Warum ist Sensen gut für die Ökologie?
Keine Abgase, kein Lärm, kein Kunststoff durch den Mähfaden der Motorsense. Zudem kann man einzelne, wertvolle oder seltene Pflanzen stehen lassen. Statt einem schlagenden Schnitt gibt es einen sauberen Schnitt, welcher für Rasen eine gesündere Pflege bedeutet. Das weitverbreitete Mulchen von Wiesenflächen lässt eine Filzschicht aus Altgras entstehen, das hemmt den Wuchs von Wildblumen und Kräutern. Ein klarer Vorteil der Sense zu mehr Artenvielfalt in der Wiese meint der Experte. Auch für viele Kleinstlebewesen bietet die Sensenmahd einen klaren Vorteil. Diese können durch das behutsame Schneiden besser fliehen und werden nicht im Mähwerk zerhäckselt.

Am Ende eines Kurses nehmen meine Kursteilnehmer mit:
(lacht) Einen Sonnenbrand. Ernsthaft: Den Umgang mit einem traditionellen Werkzeug und das Wissen zu Handhabung und Pflege einer Sense. Auch über die Wiese und den richtigen Schnittzeitpunkt lässt sich im Kurs einiges erfahren.

Der aktuelle Sensenkurs „Mähen & Dengeln für den Hausgebrauch“ ist Teil einer Reihe von Veranstaltungen unter dem Motto „Streuobst im Jahresverlauf“, welche im Laufe der Jahreszeiten verschiedene Aktionen rund ums Thema Streuobst enthalten wird.

Anmeldung bitte telefonisch oder per Email (Kontaktdaten untenstehend)

Eigene Sensen dürfen gerne mitgebracht werden. Die Veranstaltung findet im Freien statt, ist kostenfrei und inklusive Verpflegung.

Kreisfachberatung Landratsamt Roth

Gartenkultur und Landespflege

Anschrift

Weinbergweg 1
91154 Roth