
FAQs – Häufig gestellte Fragen zu PFAS
PFAS ist ein Thema, mit dem wir immer häufiger konfrontiert werden. Im Landkreis Roth ist es aktuell durch den Großen und Kleinen Jägersee präsenter. Im Folgenden möchten wir Ihnen einen Überblick geben, wichtige Fragen beantworten und unseren Erkenntnistand offenlegen.
PFC ist die Abkürzung für per- und polyfluorierte Chemikalien. Diese Chemikalien werden auch als PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) oder PFT (perfluorierte Tenside) bezeichnet. Diese Gruppe umfasst mehr als 3000 verschiedene Stoffe. PFOS (Perfluoroctansulfonsäure) und PFOA (Perfluoroctansäure) sind Stoffe aus dieser Gruppe der PFC, die besonders häufig verwendet werden.
PFC kommen nicht natürlich vor, sie wurden künstlich hergestellt. PFC haben mehrere besondere Eigenschaften: Sie sind wasser-, schmutz- und fettabweisend und bleiben auch bei Hitze und in Berührung mit vielen anderen Chemikalien stabil. Menschen verwenden sie seit über 80 Jahren in etlichen Bereichen des täglichen Lebens: in beschichteten Pappbechern, Pizzakartons, Kochgeschirr, in Outdoor- und Arbeitskleidung, in Imprägniersprays oder bestimmten Wachsen in Feuerlöschschäumen, in der Industrie und im Baugewerbe und so fort.
Durch diese weit verbreitete Nutzung sind die PFC in die Umwelt gelangt. PFC können nicht auf natürlichem Wege zersetzt werden und nur spezielle Klär-, Wasserreinigungs- oder Wasseraufbereitungsanlagen sind technisch in der Lage, sie herauszufiltern oder zu zersetzen. Über Wasser und Luft haben sich PFC mittlerweile bis in die entlegensten Gebiete der Welt verteilt und finden sich im Himalaya oder der Arktis. (Quelle: Umweltbundesamt und European Food Safety Agency)
Mittlerweile sind Anwendung und Inverkehrbringen von PFOS europaweit mit wenigen Ausnahmen verboten.
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Menschen können PFAS vor allem über Lebensmittel (inklusive Trinkwasser) und sich lösenden Beschichtungen, etwa von Verpackungen oder der viel zitierten „Teflon-Pfanne“, aufnehmen. Laut aktuellem Sachstand der europäischen Lebensmittelbehörde EFSA sind allerdings am ehesten Lebensmittel tierischer Herkunft mit PFAS belastet.
Mit der Nahrung zugeführte PFAS verbleiben (je nach Einzelsubstanz) über Monate bis Jahre im Körper, ehe sie langsam wieder ausgeschieden werden. Das erklärt das Umweltbundesamt so:
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Nachdem ein Bürger Schaumbildung beobachtet und dies gemeldet hatte, hat das Gesundheitsamt umgehend Proben entnommen. Bei deren Untersuchung – die Ergebnisse lagen im Oktober 2025 vor – wurden PFAS 4 und PFAS 20 im Großen und Kleinen Jägersee sowie im Krugsweiher festgestellt. Allerdings in einer Konzentration, die nach Einschätzungen von Experten – unter anderem dem Umweltbundesamt und dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) für ein Badegewässer – als tolerabel gelten. Dazu muss man wissen: Normierte Grenzwerte gibt es nicht, Orientierung gibt die Trinkwasserverordnung. Die Jägerseen sind keine Badegewässer nach EU-Vorgaben, wir behandeln sie nur als solche. Näheres findet sich auf der Homepage des Landratsamtes im Bereich Badeseen/ Bade-Ampel (Link s.u.). Das Wasserwirtschaftsamt Nürnberg hat ebenso noch im Oktober 2025 (auch dort lagen die Ergebnisse erst am 8. Oktober vor) zusätzliche Untersuchungen eingeleitet.
Badeseen
Im Umfeld der Jägerseen zeigen die bisherigen Wasseruntersuchungen im Großen Jägersee die höchsten Werte. Dabei geht es insbesondere um PFOS und PFHxS. Im Kleinen Jägersee sind diese Stoffe deutlich weniger auffällig. Auch in den Krugsweihern wurden PFOS- und PFHxS-Konzentrationen in einer ähnlichen Größenordnung wie im Großen Jägersee festgestellt. Anders ist die Situation beim Gauchsbach und der Schwarzach. Dort können zwar PFAS nachgewiesen werden. Die Konzentrationen sind aber deutlich niedriger.
Das LGL geht von einer Verschluckrate von 50 ml Wasser bei einem einstündigen Badegang sowie 50 Badetagen im Jahr aus. Wenn man dies mit der von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) abgeleiteten wöchentlichen Toleranz von 4,4 ng pro Kilogramm Körpergewicht kombiniert, wäre ein wöchentlicher Wert von 0,9 ng für ein Kleinkind mit zehn Kilo unbedenklich. Die Ergebnisse der Jägerseen liegen deutlich darunter.
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Unmittelbar nach Bekanntwerden der PFAS-Belastung hat unser Veterinäramt eine Untersuchungspflicht angeordnet. Der informierte Fischereiverein, der die Gewässer bewirtschaftet, hat daraufhin dafür Sorge getragen, dass keine Fische geangelt werden beziehungsweise Vor-In-Umlauf-Bringen untersucht würden. Die Laborergebnisse von acht untersuchten Fischen zeigten dann eine Überschreitung der nach Lebensmittelrecht festgelegten Höchstwerte. Die Tiere waren nicht für den Verzehr geeignet.
Wie bisher werden die Seen sechs Mal jährlich von April bis September beprobt, aber nunmehr nicht mehr nur auf mikrobiologische Parameter nach den Vorgaben der BayBadeGewV, sondern auch auf PFAS: Die Ursachenforschung steht noch in den Kinderschuhen. An dieser Stelle müssen wir deutlich machen, dass die Speisung der Seen ausschließlich aus Grundwasser und somit ohne Zu- oder Abfluss erfolgt. Was auch bedeutet, dass ein Wassertausch – anders als bei vielen Weihern – nicht möglich ist.
Das Wasserwirtschaftsamt Nürnberg hat seit Bekanntwerden der PFAS-Belastung das Gewässermonitoring an der Schwarzach auf den Gauchsbach und das Umfeld der Jägerseen ausgeweitet. Neben den oberirdischen Gewässern wird auch das Grundwasser insbesondere im Zustrom zu den Jägerseen untersucht. So wird das Bild Schritt für Schritt genauer. Die Ergebnisse helfen dabei, die Ausbreitung besser zu verstehen und mögliche Risiken fachlich einzuordnen. Die Messwerte für PFOS an der Messstelle Schwarzach-Königshammer werden über den Gewässerkundlichen Dienst Bayern öffentlich bereitgestellt (Link s.u.). Über die zusätzlichen Monitoringergebnisse soll zudem in Zukunft auf der Homepage des Landratsamtes Roth informiert werden.
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PFAS wurde im zulaufenden Oberflächenwasser in vom Wasserwirtschaftsamt Nürnberg entnommenen Wasserproben nachgewiesen. Derzeit liegen dem Landratsamt Roth und auch den Kollegen im Nürnberger Land keine Erkenntnisse über nachgewiesene PFAS-Eintragsquellen in den Boden oder ins Grundwasser vor. Allerdings liegen im Grundwasseranstrom zu den untersuchten Gewässern ursprünglich militärisch genutzte Areale, die als potentielle PFAS-Verdachtsbereiche gelten. Diese sind das ehemalige US Airfield, der heutige Gewerbepark Nürnberg-Feucht-Wendelstein sowie die ehemalige Heeresmunitionsanstalt / Muna Feucht. Auf diesen Liegenschaften kann im Nutzungszeitraum der US-Streitkräfte von etwa 1945 bis Anfang der 1990er Jahre der Umgang mit PFAS-haltigen Materialien nicht ausgeschlossen werden. Derzeit finden in diesem Umgriff Gewässer- und Grundwasserbeprobungen statt. Über weitere Maßnahmen wird das Landratsamt Nürnberger Land zusammen mit dem Wasserwirtschaftsamt Nürnberg entscheiden. Dieses geht davon aus, dass „sich mehrere Eintragspfade überlagern“. Die bisherigen Untersuchungen lassen - bedingt durch das analysierte PFAS-Muster unter anderem mit den Komponenten PFHxS und PFOS - den Einsatz von und folglich eine Beeinflussung durch PFAS-haltige Feuerlöschschäume vermuten. Die Quellermittlung erfolgt aktuell über ein umfangreiches Monitoring.
Nach Kenntnis des Gesundheitsamts war und ist das Trinkwasser in den Landkreisgemeinden einwandfrei und entsprach stets den Bestimmungen der Trinkwasserverordnung. Es wird regelmäßig, sprich mindestens einmal im Quartal, auf PFC untersucht. Auch das Wasserwirtschaftsamt hat nach derzeitigem Kenntnisstand keine Hinweise darauf, dass Wassergewinnungen für die öffentliche Trinkwasserversorgung von der PFAS-Belastung des oberflächennahen Grundwassers, das die Jägerseen speist, betroffen sind. Es prognostiziert, dass aufgrund der hydrogeologischen Verhältnisse auch für die Zukunft nicht davon auszugehen sei, dass in den Brunnen für den menschlichen Gebrauch relevante Konzentrationen erreicht werden. Seit 12. Januar 2026 sind bei Trinkwasseruntersuchungen aus der Gruppe der PFAS insgesamt 20 Stoffe zu bestimmen. Hierzu zählen auch PFOS und PFHxS. Die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) sieht einen Grenzwert von 0,1 mg/l für die Summe der PFAS-20 vor. Bei der Eigen- und Fremdüberwachung sind PFAS damit besonders im Blick.
Bei Fragen zu Gesundheit, Trinkwasser und Lebensmitteln stehen Ansprechpartner des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bereit unter der Rufnummer (09131) 6808 -2497 (Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag von 9 bis 12, Donnerstag von 13 bis 16 Uhr) sowie per E-Mail an pfc@lgl.bayern.de.
Fachliche Fragen zu Wasser, Boden, Luft und Natur können an die „Infoline“ des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU) gestellt werden. Kontakt: Telefon (0821) 9071- 5102 und E-Mail pfc-umwelt@lfu.bayern.de. Für Fragen zum Umgang mit Bodenmaterial stehen die Landratsämter zur Verfügung.
Untersuchungen haben ergeben, dass PFAS im menschlichen Körper negative Effekte auf Leber, Immunsystem, Hormonhaushalt, Stoffwechsel oder Fortpflanzung haben können. Über die meisten Substanzen aus der Gruppe der PFAS ist aber insgesamt noch zu wenig bekannt, um Auswirkungen konkret zu beurteilen. Weitere Informationen sind auf der Website des Bundesinstituts für Risikobewertung zu finden.
Es gibt für das Jagdgebiet im Bereich der Jägerseen noch keine Messergebnisse. Aus anderen Regionen mit bekannten PFAS-Kontaminationen in der Umwelt ist bekannt, dass Wildschweine, die als Allesfresser eine breite Mischung aus Pflanzen, Aas, Insekten, Erde und Wasser zu sich nehmen, eine eventuelle Kontamination gut abbilden beziehungsweise am ehesten selbst belastet sind. Deswegen gelten sie auch als gute Bioindikatoren.
PFAS werden vor allem in der Leber angereichert, daher rät das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) allgemein vom Verzehr von Wildschweinleber ab. Ein Großteil der Wildschweinleberproben, die in Bayern und in anderen Bundesländern untersucht wurden, hat die lebensmittelrechtlich zulässigen Höchstgehalte überschritten. Wildschweinfleisch kann aber in der Regel trotzdem verzehrt werden.
Um zu klären, ob Wildschweine durch die Jägerseen eine besondere PFAS-Kontamination aufweisen, ist eine Untersuchung auf PFAS mit dem Jagdpächter vereinbart, die erfolgen soll, sobald ein Abschuss im Gebiet erfolgt.
Amtliche Ergebnisse liegen seit dem Jahr 2019 aus dem Landkreis für eine Probe Wildschweinfleisch und drei Proben Wildschweinleber aus Jagdbezirken bei Hilpoltstein und Heideck vor. Im Wildschweinfleisch waren alle rechtlichen Höchstgehalte eingehalten. Die Lebern, die nicht zum Verzehr bestimmt waren, wiesen jedoch insbesondere PFOS-Werte über dem zulässigen Höchstgehalt auf. Rehe dagegen nehmen nach Untersuchungen des LGL in anderen Landkreisen auf Grund der anderen Ernährungsweise im Vergleich zu den Wildschweinen deutlich weniger PFAS auf und es kommt in den meisten Fällen nicht zu Überschreitungen der zulässigen Höchstgehalte.
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Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz Umweltbundesamt: Bundesinstitut für Risikobewertung Trinkwasserverordnung Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen Abteilung Gesundheit Sachgebiet 6.2.6 Per- und polyfluorierte Chemikalien (PFAS) Informationen zu PFAS in Lebensmitteln PFAS-Portal PFAS im Menschen Belastung von Böden durch PFAS/PFC Senkung der Vorsorge-Maßnahmenwerte für PFOA/PFOS im Trinkwasser Empfehlung: Umgang mit per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) im Trinkwasser Fortschreibung der vorläufigen Bewertung von per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) im Trinkwasser Veröffentlichungen zu PFAS Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Trinkwasserverordnung - TrinkwV) PFAS im Wasser PFAS in NRW Stand 08/2024 3 von 4 Bewertungsmaßstäbe für PFAS-Konzentrationen für NRW Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. Abteilung Gesundheit Sachgebiet 6.2.6 Anforderungen und Lösungen für PFAS in der Umwelt
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (European Food Safety Agency, kurz EFSA (Link s.u.) hat mehrere Studienergebnisse veröffentlicht. Kurze Zusammenfassung: Die EFSA nutzte die Methode der „liquid chromatography coupled to quadrupole tandem mass spectrometry“ (LC-MS/MS), um PFOS und PFOA nachzuweisen. Die europäische Behörde untersuchte mehr als 10 000 Proben von Lebensmitteln aus 16 europäischen Ländern, In 74 % der PFOS-Proben und in 91% der PFOA-Proben waren die Werte so gering, dass man sie nicht nachweisen konnte.
In den verbliebenen 26 % der Proben sah es so aus: Die höchsten Durchschnittskonzentrationen von PFOS und PFOA fanden sich in Lebensmittelproben der Kategorien „Fleisch und Fleischprodukte“. Die Kategorie „Fleisch und Fleischprodukte“ ist noch einmal untergliedert, unter anderem in Fleisch und Innereien, darunter die Leber. Die hohe Durchschnittskonzentration für die Gesamtkategorie „Fleisch und Fleischprodukte“ kam zustande, weil in der Unterkategorie Innereien die Konzentration hoch war. In der Leber fanden sich durchschnittlich 215 μg/Kilo PFOS. Rechnete man die Innereien heraus, waren es nur zwischen 0,55 und 0,75 μg/Kilo PFOS. Für die 9% der Proben, in den sich PFOA nachweisen ließ, das gleiche: Werte zwischen 5,46 und 8,11 μg/Kilo PFOA in der Leber, ohne Innereien Werte zwischen 0,10 und 0,34 μg/Kilo PFOA. „μg/Kilo“ bedeutet Mikrogramm. Ein Mikrogramm ist ein Millionstel Gramm (0.000001 g ) bzw. ein Milliardstel Kilogramm.
Ebenfalls hohe Durchschnittskonzentrationen fanden sich in der Kategorie „Fisch und Meeresfrüchte“: zwischen 2.08 und 2.59 μg/Kilo PFOS und zwischen 0.18 und 0.90 μg/Kilo für PFOA. Fisch und Meeresfrüchte sind damit für einen Großteil der Aufnahme von PFOS und PFOA verantwortlich und rangieren laut EFSA vor Fleisch (nicht vor den Innereien, die höher belastet sind, aber bekanntlich wesentlich weniger gegessen werden als Fisch).
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Bei Fragen wenden Sie sich gerne auch an uns (Kontakt s.u.)
Ansprechperson(en) der Meldestelle PFAS im Landkreis
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