
Das klingt (vier) Mal...
(nach was Besonderem): Die Städte Abenberg, Spalt, Windsbach und Wolframs-Eschenbach machen künftig gemeinsame Sache
Stand: 01.03.2026
Das klingt schon sehr gut! Dabei ist (noch) gar keine Musik im Spiel. Dafür aber beste Laune, Aufbruchstimmung und Stolz. Denn den Städten Abenberg, Spalt, Windsbach und Wolframs-Eschenbach ist mit einer am Donnerstag feierlich unterzeichneten Kooperationsvereinbarung wahrhaft Besonderes gelungen: Sie gehen gemeinsame Wege – unter einem außergewöhnlichen Namen.
Der lautet „Fränkischer Vierklang“ und möchte Gästen und Einheimischen die vier Städte kulturell, geschichtlich und kulinarisch näherbringen. Greifbar in Form einer gleich mitpräsentierten 28-seitigen Broschüre, die die jeweiligen Highlights in Orten und Ortsteilen vorstellt, Stadtrundgänge anbietet, aber auch mit (Geheim)Tipps aufwartet. Das Zielfoto enthält zudem gegenseitige Empfehlungen und gemeinsame Aktionen, kurz ein neues „Wir“ auf einer neuen Ebene.
„Das ist ein absoluter Mehrwert für die Region.“ Landrat Ben Schwarz steht die Freude ins Gesicht geschrieben, als er mit Bürgermeisterin Susanne König und ihren Amtskollegen Udo Weingart (Spalt), Matthias Seitz (Windsbach) und Michael Dörr (Wolframs-Eschenbach) zur Unterschrift schreitet. Schwarz ist mit im Boot, weil der Anstoß zu der Initiative vom Zweckverband Burg Abenberg ausging – genauer gesagt in Person dessen Geschäftsführers Ralph Möllenkamp. Der hatte schon länger überlegt, wie die Burganlage in einen kulturell-touristisch passenden Rahmen eingebettet werden könnte.
Letztlich fand er den mit und in den Nachbarn. Die waren schnell angetan von der Idee, die Möllenkamp als Prozess sieht. „Wir haben die großen Themen gut gesetzt“, meint er, jetzt gelte es, die Zusammenarbeit zu vertiefen – idealerweise mit Impulsen und Initiativen aus dem Vierklang heraus. Eine gemeinsame Idee gibt es auch schon: ein übergreifendes Kulturangebot.
Die gemeinde- und landkreisübergreifende Kooperation sei beispielhaft, freute sich Landrat Schwarz, und sprach von einem „einem wirklich schönen Schritt“, der eine neue, eigene Identität schaffe. Eine Art „erste Etage zu Seenland und romantischer Straße“.
Susanne König als Hausherrin – die Unterzeichnung fand im Abenberger Bürgersaal statt – konnte die Euphorie nur teilen. „Es ist toll, dass wir nun ein gemeinsames Format haben, um die Vorzüge unserer Region herauszustellen.“ Sie betonte weiterhin: „Wir sind eine sehr attraktive Destination und müssen uns nicht verstecken.“ Der Termin mit seiner Stimmung sei ein guter Aufschlag für „alles, was wir miteinander noch auf den Weg bringen können.“
Auch für Kreisbaumeister Ralph Möllenkamp ist die interkommunale Kooperation eine Riesenchance. „Sie könnte den Heimatbegriff erweitern“. Gemeint ist: Die Menschen sehen nicht nur ihre Stadt als Heimat, sondern die „neue“ Region. „Die vier Städte haben viel gemeinsam“, ist er überzeugt. Ähnliche Größe (die eine Partnerschaft auf Augenhöhe ermöglicht) , historische Bausubstanz mit Stadtmauern, Türmen und Gässchen, Museen sowie ähnliche Überzeugungen, Ziele und Themen.
Die sollen zum einen über die Broschüre gespielt werden, zum anderen durch eine ebenfalls von der Nürnberger Agentur Tocologo kreierte eigene Homepage. Deren Aufbau stellten Julia und Volker Schmiedl vor, er könnte die Überschrift tragen: Das Beste aus vier Städten. Dieser zieht sich durch alle Themenfelder wie ein roter Faden. Sport und Natur, Kunst und Kultur, Veranstaltungen, regionale Produkte. Die Seiten seien „variabel und erweiterbar“, lud er zum „Weiter-Mitgestalten“ ein.
Die Agentur war es auch, die Logo – ein aus vier Turmteilen zusammengebauter neuer Turm – und Namen „erfunden“ hat. Warum Vierklang? „Klingt gut zusammen, ist harmonisch und noch dazu positiv belegt“, fasst Julia Schmiedel die Gedanken zusammen. Zudem würde sich der Begriff gut einprägen. Ihnen ist auch der Titel der Broschüre zu verdanken: „Lieblingsstädte in Franken – Vier Highlights abseits der bekannten Wege“. Spätestens beim/zum Thema Liebling war dem Termin in Abenberg nach der entsprechenden Einordnung nichts mehr hinzufügen. Oder vielleicht doch: Um welchen Kinderspielplatz geht es, wo steht das Haus des Parzival-Dichters?
„Im Fränkischen Vierklang“ – spannend – ob nun mit oder ohne Musik!