
Einfach. Respekt.
Veteranentag in Deutschland, Veteranentag in Georgensgmünd: Die Botschaften sind die gleichen – und wichtig
Stand: 17.06.2026
Ein Jahr, nach dem Deutschland einen offiziellen Veteranentag eingeführt hat, hat auch der Landkreis Roth „seinen“ ersten Veteranentag begangen. Und damit gleich ein besonderes und in der Region einmaliges Zeichen gesetzt.
„Das ist schon sehr besonders“, attestierte Ralf Olmesdahl, stellvertretender Präsident des Bayerischen Soldatenbundes (BSB) und Bezirksvorsitzender. Gemeint war dies im doppelten Sinne: Zum einen seien „lokale“ Veranstaltungen wie die in Georgensgmünd noch eine absolute Seltenheit. Zum anderen hob der Funktionär die herausragende Veranstalter-Konstellation heraus. Dass Landkreis, Gemeinde und BSB gemeinsam Derartiges auf die Beine stellten, sei aller Ehren wert.
Zumal der Veteranentag Signale senden wolle. Allen voran das, dass den Soldatinnen und Soldaten Wertschätzung entgegengebracht wird. Genau diese stellte Bundestagsabgeordneter Ralph Edelhäußer in den Mittelpunkt seiner Festrede. „Wir reden von Menschen, die bereit sind und waren, Verantwortung für unser Land zu übernehmen und für Frieden und Freiheit einzustehen.“ Was nicht selten bedeutete, nach einem Einsatzbefehl Familie, Freunde, Umfeld und mehr hinter sich zu lassen.
„Deswegen ist dieser Veteranentag so wichtig“, betonte der CSU-Politiker. Ziel müsse sein, „Gedienten“ zu signalisieren, dass „Euer Dienst gesehen und respektiert wird“. Den dürfe die Gesellschaft nie als selbstverständlich ansehen. Das Band Bundeswehr-Reservisten-Bevölkerung hält er aktuell für wichtiger denn je. „Es geht um Begegnung.“
Landrat Ben Schwarz sprach von einem „wichtigen Zeichen“. Der Veteranentag sei mehr als ein Gedenktag, er sei ein Statement der demokratischen Gesellschaft. Er mache sichtbar, dass Freiheit, Sicherheit und Frieden keine Selbstverständlichkeit sind.
„Die Bundeswehr ist ein Teil unserer Mitte“, betonte er. Die Menschen, die in ihr dienen, „kommen aus unseren Städten, Gemeinden, Vereinen, Familien, Freunden“. Sie stünden für die Idee, dass Demokratie wehrhaft sein muss. Diese brauche Frauen und Männer, die sich für Freiheit und Frieden einsetzen. „Soldatinnen und Soldaten leisten Friedensarbeit“, war ein weiterer Punkt, den der Landrat herausstreichen wollte.
Der Veteranentag selber richte zurecht zunächst den Blick auf diejenigen, „die unserem Land gedient haben und dienen“. Er schaffe aber auch Sichtbarkeit und trage dazu bei, öffentliche Wahrnehmung und Akzeptanz zu stärken. Ben Schwarz wünschte sich, dass die Veranstaltung lokal wie auch die bundeweiten Initiativen rund um den 15. Juni Brücken bauen möge. Zwischen Bundeswehr und Bevölkerung, zwischen Erinnerung und Verantwortung, zwischen Dankbarkeit und dem gemeinsamen Auftrag, „unsere Demokratie zu bewahren“.
„Wir sehen Euren Dienst, wir respektieren ihn“, wies Bürgermeister Friedrich Koch auf eines der Hauptanliegen der Veranstaltung hin: Sensibilität zu wecken und die Verbindung zwischen Bundeswehr und Gesellschaft zu stärken. Wie das gelingen kann, erlebe man gerade in Georgensgmünd, also „vor der Haustür“: Sei es bei den Gedenken zum Volkstrauertags oder ganz aktuell mit der Übernahme der Patenschaft für die 8. Kompanie des Luftwaffenausbildungsbataillon durch die Gemeinde.
Derzeit würde daran gearbeitet, diese Beziehung mit Leben zu füllen, „schließlich soll sie nicht nur am Papier stehen, sondern zu einem echten Miteinander werden“. Erste Ausgestaltungen gibt es bereits. So war das „Patenkind“ mit einem eigenen Stand auf dem Wasserradfest vertreten und erklärte den Besuchern ihre Aufgaben, Motivationen und Arbeitsfelder. Die Resonanz war sehr gut, das Interesse groß, berichtete Koch und sprach von einer Bundeswehr „mittendrin“ und „zum Anfassen“.
Auch bei bildungspolitischen Themen funktioniere die Zusammenarbeit schon jetzt – so besuchten circa 50 Soldaten die ehemalige Synagoge und den jüdischen Friedhof Georgensgmünd. Der Veteranentag, für deren Anregung Koch Wolfgang Niebling ausdrücklich dankte, sei nur ein weiterer konsequenter Schritt. Die Verbindung zwischen Bundeswehr und Zivilbevölkerung zu stärken, die Kommunikation und den direkten Dialog zu unterstützen und die Bedeutung der Bundeswehr als wichtigem Pfeiler der Gesellschaft hervorzuheben sei ja ein erklärtes gemeinsames Ziel. „Warum also nicht auch auf dieser Ebene Engagement zeigen?“
Neben einer Kranzniederlegung unterstrichen Ehrungen den feierlichen Rahmen. Landrat Ben Schwarz wurde mit dem Großen Verdienstkreuz des Bayerischen Soldatenbundes in Gold am Bande ausgezeichnet. Bürgermeister Friedrich Koch und der stellvertretende Kreisvorsitzende des BSB erhielten das BSB-Verdienstkreuz II. Klasse. Das Veteranenabzeichen bekamen Harald Rösch und BSB-Ehrenvizepräsident Wolfgang Niebling verliehen.
Wenn die Veranstaltung auch noch mehr Öffentlichkeit hätte vertragen können, war sie doch „ein vielversprechender Ansatz, eine besondere Anerkennungs-Kultur zu schaffen“. Respekt eben. Einfach.