
Vortrag zur Heim- und Kinderarbeit im Handwerk
Vortrag und Rundgang im Drechsel- und Metalldrückermuseum - Sonntag, 13. September, 14:30 Uhr
Stand: 07.09.2026
Mit Vorträgen und Führungen haben die Kreisheimatpfleger Eva Schultheiß und Klaus-Dieter Gugel auch in diesem Jahr ein abwechslungsreiches Jahresprogramm zusammengestellt. Im Mittelpunkt stehen die vielfältigen Formen der heimischen Erwerbsarbeit, ihre wirtschaftliche Bedeutung sowie ihr Einfluss auf Familienleben und gesellschaftliche Strukturen. Ein besonderer Höhepunkt des Programms ist die ab September im Eisenhammer in Eckersmühlen gezeigte Sonderausstellung „Glänzende Zeiten“. Zahlreiche Exponate veranschaulichen dort die Vielfalt der Produkte, die im Landkreis in Heimarbeit gefertigt wurden. Einen Überblick aller Veranstaltungen und weitere Informationen zum Jahresthema „Heimarbeit“ bietet der Programmflyer. Dieser kann beim Landratsamt angefordert werden oder steht zum Download bereit.
Vortrag zur Heim- und Kinderarbeit im Handwerk
Sonntag, 13.09., 14:30 Uhr
Vortrag über Heim- und Kinderarbeit im Wendelsteiner Arbeitsleben früher und Rundgang durch das Drechsel- und Metalldrückermuseum
Referent: Dr. Jörg Ruthrof
Wo: im ehemaligen Wasserhaus, Schwabacher Str. 25, Wendelstein
Heim- und Kinderarbeit gab es früher nicht nur auf dem Bauernhof, auch in größeren Orten mit verschiedenen Spezialberufen oder „Kleinzentren“ bestimmter Handwerke und Berufe war es Teil der Arbeitswelt. Im Markt Wendelstein dominierten die Holzdrechsler und Metalldrücker mit einer großen Bandbreite an Produkten für den Alltag das berufliche Leben am Ort. Aber längst nicht alles davon entstand komplett in den Werkstätten oder zu den regulären täglichen Arbeitszeiten. Außerdem gab es „Spezialberufe“, die traditionell „Familienangelegenheit“ waren und saisonal ihre Hauptarbeitszeit hatten und „Nebeneinkommen“ zur Unterstützung des Familieneinkommens.
Anschließend kann ab 15.30 Uhr im Museum noch ein Vortrag im Rahmen des "Tag des offenen Denkmals" besucht werden. Zum diesjährigen Thema "Netzwerke: Denkmäler und Infrastruktur" gibt Dr. Jörg Ruthrof Einblicke in die Geschichte der Wendelsteiner Wasserversorgung und des Wasserhauses. Seit 25 Jahren ist im ersten gemeindlichen „Wasserhaus“ von Wendelstein unweit der Schwabacher Straße im Schwarzachgrund das „Drechsler- und Metalldrückermuseum“ des Wendelsteiner Heimatvereins untergebracht. Es erinnert an die lange handwerkliche Tradition dieser zwei Berufe, die Wendelstein im 19. Jahrhundert und bis in die 1960er Jahre stark geprägt haben und heute fast ausgestorben sind. Bevor das Museum im heutigen Gebäude Einzug hielt, war es seit seinem Bau in den 1930er Jahren gemeindliches Wasserhaus für die kommunale Wasserversorgung Wendelsteins. Über deren schon um 1900 beginnende Geschichte und die Gebäudegeschichte des Wasserhauses informiert der Vortrag und auch das Museum ist anlässlich dieses Themas von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der Heimatverein sorgt zudem für das leibliche Wohl der Museumsbesucher.