
Gemeinsame Sache …
Einmaliger Schulterschluss in Sachen Gewerbegebiet
Stand: 07.02.2026
Georgensgmünd, Spalt und Röttenbach setzen mit einem interkommunalen Gewerbegebiet eine bisher nicht da gewesene Duftmarke
Drei Bürgermeister, ein Landrat, eine Meinung: „Ein Vorzeigeprojekt“, sind sich Ben Schwarz, Friedrich Koch, Udo Weingart und Thomas Schneider einig. Trotz der winterlichen Temperaturen beim Ortstermin in Nähe des „Gmünder Kreisels“ haben sie beste Laune. „Endlich geht es los“, sagen die Politiker übereinstimmend am Rand der 13 Hektar Fläche, die sich in den kommenden Wochen in ein interkommunales Gewerbegebiet verwandeln wird. Das ist nur per se, sondern aus weiteren Gründen etwas Besonderes.
„Aus Konkurrenten wurden Partner“, fasst Thomas Schneider (Röttenbach) zusammen. Landrat Ben Schwarz spricht von Weitblick und sieht in der Zusammenarbeit ein Signal an die Gesellschaft. Zwar war der Grundkonsens relativ schnell vorhanden, allerdings bedurfte es intensiver Gespräche und nicht zuletzt drei gleichlautende Beschlüsse in den Gremien. In Form gegossen ist das Projekt rechtlich in ein gemeinsames Kommunalunternehmen (gKU) „auf Augenhöhe“ und mit großer Wertschätzung untereinander, wie Ben Schwarz betont. Die Struktur sieht einen sechsköpfigen Verwaltungsrat (zwei Vertreter pro Kommune, derzeit die Bürgermeister samt Stellvertreter) und wechselnden Vorsitz (aktuell Friedrich Koch) vor.
Praktisch angesiedelt ist das gKU bei der Gemeinde Georgensgmünd in Person von Geschäftsleiter Ralf Allgaier, im positiven Sinne „die Spinne im Netz“. Für Bürgermeister Friedrich Koch ein Vorteil: Kurze Wege und Ortskenntnis, unterstreicht er und weist auf eine weitere Stärke hin: Die Parzellen im Gewerbegebiet können flexibel je nach Wünschen der Käufer zugeschnitten werden.
Während die Gemeinde Georgensgmünd die Flächen zur Verfügung stellt, bringen sich Spalt und Röttenbach vor allem mit geforderten Ausgleichsflächen ein. „So etwas geht nur, wenn man sich versteht“, macht der Spalter Bürgermeister Udo Weingart deutlich. „Hier wurde erkannt, dass man mit Kirchturmdenken nicht weiter kommt.“ Mit Thomas Schneider und Friedrich Koch ist er sich einig, dass „wir nun gemeinsam Optionen haben, die wir alleine nicht gehabt hätten“.
Ben Schwarz lobt zudem den langen Atem, den die Protagonisten an den Tag gelegt hätten. Schließlich habe es erste Überlegungen bereits 2016 gegeben. „Eher ein Marathonlauf als ein Sprint“, formuliert es Thomas Schneider. „Umso schöner, dass wir jetzt in die finale Phase gehen.“
Udo Weingart erinnert an die Planungszeit, die „nicht so einfach“ war. Das Auffinden von Quarzsand sowie die Topografie mit einem Höhenunterschied von fast zwölf Metern seien herausfordernd gewesen. „Wir haben ganz schön gearbeitet, auch, wenn man nichts gesehen hat“, sagt er rückblickend.
Einig sind sich die drei Bürgermeister auch bei der Vermarktungsstrategie. „An einen Großen hätten wir das ganze Gebiet schon verkaufen können.“ Im Auge haben sie aber vorrangig andere: „Wir wollen unseren eigenen Betrieben Entwicklungsmöglichkeiten bieten“, betont Thomas Schneider stellvertretend. Das sei schon alleine deshalb geboten, weil man sich den Menschen gegenüber erklären müsse, wofür gerodet und Fläche – für die 13 ausgewiesenen Hektar sind 20 notwendig - verwendet würde.
An dem Punkt schließt sich für Ben Schwarz ein Kreis. Die Bündelung der Ressourcen helfe, an anderen Stellen Natur zu schonen. Denn dass im Landkreis Gewerbegrundstücke gebraucht würden, sei unbestritten. Das verleiht der Aussage von Udo Weingart noch mehr Gewicht: „Wir stehen hier an einem Fleck, an dem Außergewöhnliches entsteht.“