Digitalminister diktiert dickes Lob

Dr. Fabian Mehring ist begeistert von der Bürgerwabe, die das Landratsamt Roth mit regionalen Partnern und deutschlandweit einmaligen Möglichkeiten entwickelt hat
Stand: 17.04.2026

So viele Superlative und Lob von so hoher Stelle dürften im Landratsamt wahrscheinlich noch nie zu hören gewesen sein. Zunächst durfte sich Ben Schwarz von keinem Geringeren als Staatsminister Dr. Fabian Mehring als „Pixelpionier“ bezeichnen lassen. Dann fielen Sätze wie „einzigartiger und durchdachter Brückenschlag“ oder „tolle Chance für unser Land.“ Hinter all dem steckt ein Projekt namens „Digitale Bürgerwabe“, die am Freitag vorgestellt wurde. Und deutschlandweit einmalig ist.

„Wenn unsere Verwaltung in zehn Jahren noch funktionieren soll, brauchen wir in Anbetracht der demographischen Entwicklungen genau diese Lösungen“, ließ Dr. Mehring keinen Zweifel an der in Roth geleisteten Pionierarbeit missen. Seine Vision: Keine geringere als die „von Roth in die Welt“, KI statt Bürokratie. Er könne sich vorstellen, dass die Wabe eines Tages zum Stadtbild gehöre und outete sich als „echter Fan“. Landrat Schwarz bescheinigte er, vorausschauend, innovativ und cool zu sein.

„Wir müssen jetzt Gas geben, wenn unser Land und unsere Verwaltung in zehn Jahren noch funktionieren soll“, betonte der Minister. Zumal sich an genau dem Kontakt, der im Landkreis in Kooperation mit BEEValid nun neu gedacht werde, das Image entscheide. „Wir dürfen die Menschen nicht abhängen.“

Mit der neuen „Digitalen Bürgerwabe“ zeigt das Landratsamt Roth gemeinsam mit Partnern aus der Region, wie innovative und bürgernahe Verwaltung vor Ort praktisch umgesetzt wird. Der im Landratsamt vorgestellte Prototyp verbindet digitale Technologien mit vor-Ort-Service und soll perspektivisch in den Regelbetrieb überführt werden. Bayerns Digitalminister Dr. Fabian Mehring und Landrat Ben Schwarz stellten gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Felix Locke das deutschlandweit einzigartige Projekt vor.

Digitalminister Dr. Fabian Mehring: „Wir wollen, dass unsere Verwaltung nicht nur digital funktioniert, sondern wirklich mitdenkt – deshalb setzen wir in Bayern auf KI statt Bürokratie. Denn die Herausforderungen sind klar: In den kommenden Jahren gehen rund fünfzehn Millionen Babyboomer in den Ruhestand. Das wird den Fachkräftemangel auch in unseren Verwaltungen spürbar verschärfen. Unsere Antwort darauf sind intelligente, digitale Lösungen wie die Bürgerwabe: Sie automatisieren Routinen, entlasten die Mitarbeitenden und schaffen Freiräume für das, was wirklich zählt – den direkten, verlässlichen Service für die Menschen.“

Landrat Ben Schwarz: „Nicht alles lässt sich im Alltag ausschließlich digital von zuhause oder mit dem Handy erledigen. Die KI hilft beim Ausfüllen der Formulare, beantwortet Fragen und stellt sicher, dass alle Angaben vollständig sind. Gleichzeitig gewährleisten wir durch den Abgleich von Ausweis und Kamera eine hohe Sicherheit. Wichtig ist uns dabei ein geschützter Raum, der trotzdem offen und zugänglich bleibt. Für unsere Mitarbeitenden bedeutet das eine spürbare Entlastung, weil Anträge vollständig und strukturiert eingehen. So schaffen wir mehr Zeit für den direkten Service vor Ort.“

Die „Digitale Bürgerwabe“ ist als geschützter, modularer Servicepunkt konzipiert, der digitale Verwaltung und vor-Ort-Service verbindet. Der vorgestellte Prototyp bietet bereits zentrale Funktionen: Sichere Identitätsprüfung über Ausweis-Scan und biometrischen Abgleich in Echtzeit, KI-gestützte Antragstellung per Sprache, auch mehrsprachig (z. B. Arabisch und XY), Automatisierte Unterstützung beim Ausfüllen, inklusive Plausibilitätsprüfung und Vollständigkeit sowie Dokumentenscanner zur direkten, datenschutzkonformen Übernahme in digitale Verfahren.

Ziel ist es, Bürgerinnen und Bürger auch ohne technische Kenntnisse durch den gesamten digitalen Prozess zu führen – verständlich, barrierearm und ohne Medienbrüche. Gleichzeitig werden Mitarbeitende der Verwaltung entlastet, da Anträge vollständig, strukturiert und digital eingehen. An den Start geht die Bürgerwabe zunächst mit dem stark nachgefragten Antrag auf Wohngeld, weitere sollen folgen.

Die Ausweitung in die Fläche wird politisch durch den Bayerischen Landtag unterstützt: Über eine Fraktionsinitiative der Regierungsfraktionen in Höhe von 150.000 € wurden gezielt Mittel bereitgestellt, um Pilotprojekte wie die Bürgerwabe voranzubringen und perspektivisch im Raum Nürnberg auszurollen.

Felix Locke, MdL, betonte: „Wir wollen einen modernen Staat, der den Menschen dient und ihnen nicht im Weg steht. Mit unserer Fraktionsinitiative bringen wir Innovationen wie die Bürgerwabe gezielt voran und machen den Weg frei für weniger Bürokratie und mehr digitale Lösungen im Alltag. Unser Ziel ist klar: Diese Angebote müssen jetzt Schritt für Schritt in die Fläche gebracht werden – gerade auch im Raum Nürnberg.“

Noch handelt es sich um einen Prototyp – die Perspektive beschreibt Entwickler Alexander Wexler (BEEvalid): „Die Wabe soll zum aktiven Beratungsort werden: Durch KI-gestützte Gesprächsführung und automatische Transkription können Anliegen vollständig erfasst, dokumentiert und weitergeleitet werden. Ein Service, der nicht nur für Kommunen, sondern auch Banken und Co. interessant ist. Auch müsste die Wabe nicht zwangsläufig in einem Amt stehen, was ein Loslösen von Öffnungszeiten bedeutet.“

Die Digitale Bürgerwabe wurde vom Landratsamt Roth initiiert und gemeinsam mit Unternehmen aus der Region entwickelt und umgesetzt. Bayern gehört bundesweit zu den führenden Ländern bei der Verwaltungsdigitalisierung. Mit innovativen Projekten wie der Bürgerwabe treiben Freistaat und Kommunen diesen Ausbau konsequent weiter voran – hin zu flächendeckenden, nutzerfreundlichen und praxisnahen digitalen Verwaltungsangeboten.

Digitalisierung bedeutet, analoge Verwaltungsabläufe zu überdenken und zu modernisieren. Dabei optimieren wir interne Strukturen und Prozesse – und stellen gleichzeitig sicher, dass unsere Online‑Angebote für die Bürger benutzerfreundlicher werden. Ein Element ist dabei die sogenannte „Wabe“, ein Serviceangebot des Landkreises, das unsere Angebote zentral zusammenführt.

Herbert Hausmann ist der Digitalisierungsbeauftrage des Landkreises und war in die Entwicklung eng eingebunden. Für ihn bedeutet Digitalisierung, analoge Verwaltungsabläufe zu überdenken und zu modernisieren. „Dabei optimieren wir interne Strukturen und Prozesse – und stellen gleichzeitig sicher, dass unsere Online‑Angebote für die Bürger benutzerfreundlicher werden.“ Ein Element ist dabei die sogenannte „Wabe“, ein Serviceangebot des Landkreises, das unsere Angebote zentral zusammenführt.

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