Acker-Rittersporn – Consolida regalis

Blume des Jahres 2026 - Ackerwildkraut des Monats Januar
Stand: 28.01.2026

Der Acker-Rittersporn wurde von der Loki Schmidt Stiftung zur Blume des Jahres 2026 gekürt. Damit möchte die Stiftung auf den Artenschwund in unseren Agrarlandschaften aufmerksam machen. Denn wie auch der Acker-Rittersporn stehen heute viele Ackerwildkräuter bundes- und bayernweit auf der Roten-Liste. So sind von den 283 Ackerwildkrautarten in Bayern heute etwa die Hälfte vorgewarnt, (stark) gefährdet, vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben oder verschollen. Grund hierfür sind neben der Intensivierung der Landwirtschaft und einer effektiveren Saatgutreinigung auch die Aufgabe der ackerbaulichen Bewirtschaftung von Grenzertragsstandorten.

Im Landkreis Roth kommen auf Grund der vielerorts ertragsschwachen und sandigen, teilweise auch steinigen und kalkreichen Ackerflächen noch viele seltene Ackerwildkräuter vor. Im Projekt „Vielfalt für Sand- und Kalkscherbenäcker im Landkreis Roth“ werden diese durch eine angepasste Bewirtschaftung oder durch Wiederansiedlungen durch engagierte landwirtschaftliche Betriebe, dem Landratsamt Roth und der Bayerischen KulturLandStiftung gefördert.

Und nun zum Acker-Rittersporn selbst:

Der Acker-Rittersporn ist durch seine blauvioletten Blüten mit dem langen Sporn unverwechselbar und sticht mit seiner leuchtenden Farbe von Mai bis August schon von Weitem aus dem Getreideacker heraus. In dem Sporn, der einer einseitig geschlossenen langen Röhre ähnelt, befindet sich der Nektar der Pflanze. Der Sporn ist so lang, dass nur Bestäuber mit einem langen Rüssel an den Nektar herankommen. Dazu gehören vor allem Hummeln.

Die Art ist bayernweit gefährdet, obwohl sie im Gegensatz zu vielen anderen gefährdeten Ackerwildkräutern weniger hohe Ansprüche an ihren Lebensraum stellt. So kann der Acker-Rittersporn auch auf nährstoffreicheren Äckern vorkommen, sofern er genügend Sonnenlicht abbekommt. Präferiert wächst die Art auf warmen, weder besonders feuchten noch besonders trockenen, lockeren Böden. Da der Acker-Rittersporn Kalkböden bevorzugt, ist er im Landkreis Roth vor allem in den Südlichen Bereichen zu finden. Im Gegensatz zu anderen Ackerwildkräutern, die auf Kalkböden wachsen, kommt er jedoch auch mit weniger kalkreichen Äckern zurecht und kann daher durchaus in anderen Gebieten im Landkreis Roth, wie z.B. rund um Georgensgmünd auf sandigen Äckern, angetroffen werden.

Mehr zum Thema

Naturschutz im Landratsamt

Anschrift

Weinbergweg 1
91154 Roth

Quellenangaben:

Bundesamt für Naturschutz (o.J.): Floraweb. Artsteckbrief: Lebensraum und Ökologie zu Consolida regalis Gray, Feld-Rittersporn (abgerufen am 26.01.2026).
Link: https://floraweb.de/php/oekologie.php?suchnr=1627

Kästner, A., Jäger, E.J. & Schubert, R. (2001): Handbuch der Segetalpflanzen Mitteleuropas. Springer Verlag Wien GmbH.

Klotz, J., Fleischmann, A., Ruff, M., Niederbichler, C., Scheuerer, M., Wagner, I., Woschée, R., Gilck, F., Zehm, A. (2024): Rote Liste Bayern - Farn- und Blütenpflanzen (Gefäßpflanzen – Trachaeophyta). Bayerisches Landesamt für Umwelt, Augsburg.

Lang, M., Himmler, D., Albrecht, H., Sommer, M., Meyer, S., Kollmann, J. (2022): Ackerwildkrautschutz – Leitfaden zur Umsetzung von Produktionsintegrierten Kompensationsmaßnahmen. Broschüre, München.

Loki Schmidt Stiftung (o.J.): 2026 - Der Feldrittersporn (abgerufen am 26.01.2026). Link: https://loki-schmidt-stiftung.de/blume-des-jahres/2026

Metzing, D., Garve, E. & Matzke-Hajek, G. (2018): Rote Liste und Gesamtartenliste der Farn- und Blütenpflanzen (Trachaeophyta) Deutschlands. In: Metzing, D., Hofbauer, N., Ludwig, G. & Matzke-Hajek, G. (Bearb.): Rote Liste der gefährdeten Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands. Band 7: Pflanzen.

Meyer, S. & Leuschner, C. (2015) (Hrsg.) 100 Äcker für die Vielfalt - Initiativen zur Förderung der Ackerwildkrautflora in Deutschland. Universitätsverlag Göttingen: 351 S., ISBN: 978-3-86395-184-9.

Müller, F., Ritz, C. M., Welk, E. & Wesche, K. (2021): Rothmaler – Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. 22. Auflage. Springer Spektrum, Berlin.