Aktionswoche "Wem schadet dein Drink?"

8. Juni bis 16. Juni
Stand: 06.06.2024

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Unter der zentralen Fragestellung „Wem schadet dein Drink?“ stellt die Aktionswoche Alkohol vom 08. bis 16. Juni die Auswirkungen des Alkoholkonsums auf Dritte in den Fokus. Denn: Alkohol schädigt nicht nur die, die ihn trinken. Problematischer Alkoholkonsum und Abhängigkeitserkrankungen wirken sich auf andere aus. Sowohl Menschen im sozialen Umfeld als auch die Gesellschaft tragen die Konsequenzen mit. Betroffene finden sich in nahezu allen Lebensbereichen: In der Familie, am Arbeitsplatz, im Straßenverkehr und bei Freizeitaktivitäten.

Ziel der bundesweiten Aktionswoche Alkohol ist es, eine breite Öffentlichkeit über die Risiken des Alkoholkonsums zu informieren und möglichst viele Menschen zum Nachdenken über ihren eigenen Umgang mit Alkohol anzuregen.

Auch das Gesundheitsamt beteiligt sich an der Präventionskampagne.

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e. V. (DHS) organisiert die Aktionswoche Alkohol 2024. Schirmherr der Präventionskampagne ist der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, Burkhard Blienert.

Sie wollen prüfen, ob Sie einen problematischen Alkoholkonsum haben? Dann finden Sie untenstehend einen Link zum Selbsttest.

Brauchen Sie Hilfe? Wenden Sie sich gerne über den untenstehenden Kontakt an das Team des Gesundheitsamtes.

Zahlen und Fakten

Viele Erwachsene konsumieren regelmäßig Alkohol. In Deutschland sind es 36,1 Millionen Menschen im Alter von 18-64 Jahre, die in den letzten 30 Tagen mindestens einmal Alkohol konsumiert haben. Bei 7,9 Millionen Menschen in diesem Alter liegt eine gesundheitlich riskante Form des Konsums vor (durchschnittlicher Konsum pro Tag von 0,3l Bier bei Frauen und 0,6l bei Männern).

Das Rauschtrinken, bei dem fünf oder mehr alkoholische Getränke an mindestens einem der letzten 30 Tage konsumiert wurde, liegt bei der Altersgruppe bei 12 Millionen Menschen.

Die Schwelle zu Missbrauch oder Abhängigkeit ist schnell überschritten. So waren rund 1,6 Millionen Menschen im Alter von 18-64 Jahren im Jahr 2018 in Deutschland alkoholabhängig. Weitere 1,4 Millionen Menschen tranken regelmäßig so viel Alkohol, dass man von Missbrauch spricht. Damit ist jeder Alkoholkonsum gemeint, der zu körperlichen, seelischen und sozialen Schäden führt.

Erste Warnzeichen für Alkoholabhängigkeit: starker Drang nach Alkohol, man trinkt mehr als man beabsichtigt hatte, Vernachlässigung der alltäglichen Pflichten zugunsten des Alkohols, zwischenmenschliche Probleme durch den Konsum, Wirkung des Alkohols tritt erst nach größeren Mengen ein, Entzugserscheinungen wie Händezittern, Schwitzen, Ruhelosigkeit.

Dieser riskante Alkoholkonsum betrifft nicht nur die Konsumenten selbst. Er hat auch große Auswirkungen auf das soziale Umfeld. So sind Partner, Eltern, Kinder, Freunde und Kollegen immer mit von einem Missbrauch oder einer Abhängigkeit betroffen.

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Kein Alkohol in der Schwangerschaft

Noch nicht geboren – und schon betrunken

Zahlen und Fakten:

Rund 10.000 Kinder werden in Deutschland jährlich mit der Erkrankung fetale Alkoholspektrumstörung (FASD) geboren. In Deutschland trinken 26 von 100 Frauen Alkohol in der Schwangerschaft.

Wem schadet dein Drink? - Auswirkungen auf das Kind

Der Alkoholspiegel im Blut des Kindes ist genauso hoch wie bei der Mutter. Aber der Alkohol wird viel langsamer abgebaut. Der Embryo ist der schädigenden Wirkung des Alkohols noch länger ausgesetzt.

Bereits geringe Mengen Alkohol können zu schweren Schädigungen der Hirnstrukturen führen. Es gibt keine ungefährliche Menge. Während der Schwangerschaft sollte immer komplett auf Alkohol verzichtet werden.

Das Kind kann unter Wachstumsstörungen, Fehlbildung und Schädigung des zentralen Nervensystems leiden. Die schwerste Form ist das fetale Alkohol-Syndrom (FAS). Die Beeinträchtigungen bestehen für das Kind ein Leben lang.

! Achtung: Auch in alkoholfreien Getränken, darf Alkohol enthalten sein. Immer darauf achten, dass Getränke mit 0,0 Promille gekennzeichnet sind.

Kinder von Alkoholabhängigen - Als Vorbild voran

Zahlen und Fakten:

In Deutschland haben 22% der Elternteile, die mit mindestens einem Kind im Haushalt leben einen riskanten Alkoholkonsum. 14% der Elternteile betreiben regelmäßiges Rauschtrinken. Es leben also ca. 6,6 Millionen Kinder bei einem Elternteil mit riskanten Alkoholkonsum bzw. 4,2 Millionen Kinder bei einem Elternteil mit regelmäßigen Rauschtrinken.

Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche

Für eine altersgerechte Entwicklung sind Kinder und Jugendliche auf zuverlässige und verstehbare Eltern angewiesen. Durch alkoholkranke Eltern kann diese Entwicklung gestört sein.

Kinder und Jugendliche von alkoholkranken Eltern erfahren oftmals keinen Halt. Sie müssen Streit und extreme Stimmungsschwankungen ihrer Eltern aushalten, die im Rausch oder im Entzug sind.

Häufig wird sich die Frage gestellt, ob sie selbst schuld am Konsum der Eltern sind und ob sie etwas an diesem Verhalten ändern können.

Kinder aus alkoholkranken Familien sind eine Hochrisikogruppe selbst in die Sucht zu rutschen. Etwa ein Drittel der Kinder aus alkoholkranken Familien werden als Erwachsene selbst stofflich abhängig. Ein Drittel entwickelt psychische oder soziale Störungen.

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Alkohol am Arbeitsplatz

Zahlen und Fakten:

Etwa 15% der Arbeitnehmenden sind alkoholabhängig oder leiden unter problematischen Alkoholkonsum.

10% der Arbeitnehmenden sind problematisch Konsumierende und fehlen 16-mal häufiger. Von dieser Gruppe erleiden 3,5-mal häufiger Arbeitsunfälle.

Zu den riskanten Berufsgruppen zählen Mitarbeitenden im Gastronomiegewerbe, Hafen und Seefahrt sowie der Dienstleistungssektor.

Rund 25% aller Arbeitsunfälle mit Personenschäden sind auf Alkoholkonsum zurückzuführen.

Wem schadet dein Drink? – Auswirkungen auf Dritte

Bei einem Arbeitsunfall eines Konsumierenden ist die Gefahr erhöht, dass auch andere verletzt werden. Es kommt zu Mehrarbeit der Kollegen und Kolleginnen aufgrund von Ausfällen. Auch die größere Belastung kann zu Ausfällen bei selbigen führen. Insgesamt leidet die Produktivität darunter.

! Achtung: Auch der abendliche Konsum und Restalkohol am nächsten Morgen vermindern die Konzentration und Leistungsfähigkeit!

Gesundheitsamt Roth

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