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Auf gleicher Augenhöhe


Natürlich sind ausgebildete Erzieher/-innen und Lehrer/-innen ausgewiesene Profis, wenn es um die Pädagogik für und mit Kindern geht. Doch die wirklichen Experten, im eigentlichen Sinn des Wortes, sind die Eltern. Weil sie ihr Kind am besten kennen.

Mit der Frage, wie ein besseres, partnerschaftliches Miteinander zwischen Kita, Schule und Eltern gelingen kann, befassten sich die Teilnehmerinnen bei einer zweitägigen Fortbildung im Haus des Gastes in Hilpoltstein. Viele neue Projektideen entstanden dabei. (Foto: lra)Denn bereits vor zwei Jahren hat das Jugendamt die vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familien und Frauen getragene Kampagne aufgegriffen, deren Konzeption viele fachlich versierte „Mütter“ und „Väter“ hat. In Abstimmung mit den Elternverbänden waren die Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege in Bayern, die Staatsinstitute für Frühpädagogik sowie für Schulqualität und Bildungsforschung, die Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung, sowie das Bayerische Kultus- und das Familienministerium mit von der Partie.

Das Ergebnis: Ein Leitfaden, der die unterschiedlichsten Aspekte von Erziehung und den daran Beteiligten berücksichtigt. Als gleichberechtigte Partner, in verständlicher Sprache, ohne Anspruch auf alleiniges Expertenwissen und in der Diskussion auf selber Augenhöhe mit demselben Ziel; nämlich jedes Kind individuell fordern und fördern zu können.

Alle ziehen in eine Richtung

„Das bedeutet, dass alle Rädchen, sprich: Erzieher/-innen, Lehrer/-innen und Eltern an einem Strang ziehen. Damit das klappt, gemeinsame Leitlinien, die zum einen alle verstehen und die zum anderen auch akzeptiert werden“, erklärt der Leiter des Kreisjugendamtes, Dr. Manfred Korth.

Vor diesem Hintergrund bot das Kreisjugendamt zum zweiten Mal nach 2012 eine Fortbildung für die Kooperationspartner an. Dahinter stehen kleine Teams, bestehend aus maximal ein oder zwei Vertreterinnen einer Kita und der jeweiligen Grundschule vor Ort. Landkreis-Gemeinden, die beim ersten Mal nicht dabei waren, nutzten jetzt die Gelegenheit. Mit von der Partie waren: Thalmässing, Rohr/Regelsbach, Abenberg/Wassermungenau, Kammerstein/Barthelmesaurach, Meckenhausen, Hilpoltstein und Spalt.

Praxisnahe Tipps

Ingrid Dröse, Leiterin des Rother Schulamtes und damit verantwortlich für die Grundschulen, unterstützte das Fortbildungsangebot des Kreis-Jugendamtes aus Überzeugung. „Wir alle wollen gemeinsam den Übergang der Kinder  vom Kindergarten in die Schule begleiten und erleichtern. Mit dieser Fortbildung bekommen Erzieherinnen und Lehrerinnen praxisnahe Tipps und neue Impulse, die gerne aufgenommen werden.“

Die Teilnehmerinnen – die Vorort-Teams waren durchwegs weiblich – sahen dies am Ende der zwei Tage, in denen sie sich intensiv in Workshops und engagierten Diskussionen mit dem Themenfeld auseinandersetzten, genauso.

Gute Beispiele vorgestellt

„Diese Bildungskampagne für Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte der Kindergärten dient als Forum und unterstützt den wertvollen Erfahrungsaustausch über Elternprojekte, mit denen im Landkreis bereits positive Erfahrungen gemacht wurden und die von den „Erziehungstandems“ gerne als Ideen mit nach Hause genommen werden, meinte Ilse Hoffinger, verantwortlich im Jugendamt Roth für die Aufsicht und Beratung der Kindertageseinrichtungen.

So stellte Spalt sein Modell der „Eltern-Kind-Lehrer-Gespräche“ vor; Anita Bub-Schnüttgen: „Wir reden nicht über, sondern mit den Kindern und können dann mit ihnen und den Eltern den Schulalltag reflektieren“. Aus Röttenbach und Hilpoltstein berichteten die Vertreterinnen, wie sie durch Aktionen jenseits des üblichen Handlungsschemas besser informieren und dadurch erfahren haben, „dass wir dadurch viele Ängste abbauen helfen konnten,“ erklärte dazu Eva-Maria Klein (Grundschule Röttenbach).

Natürlich ging es in der Fortbildung nicht nur um Bewährtes, sondern auch um Neues. Ein Vorschulelternabend in Form von Workshops in Kleingruppen, kombiniert mit der Möglichkeit, dass Kita-Erzieherinnen in der ersten Klasse hospitieren können – diese Idee soll in Thalmässing in die Tat umgesetzt werden.

Unter die Buchautoren gehen wohl die Rohrer Kindergartenkinder mit dem Kita-Team. Sie wollen ein „Schul-Übergangsbuch“ gestalten, das dann wiederum als informative Gesprächsgrundlage für Elternsprechabende dienen kann.

Nur zwei von vielen Beispielen, wie durch die Bereitschaft, Neues auszuprobieren und Neues zu lernen, Erziehung zu echter Teamarbeit werden kann.

Information:

Diese zweitägige Fortbildung wird im nächsten Jahr speziell für die Gemeinden Wendelstein, Rednitzhembach und Schwanstetten angeboten, sowie für interessierte Kita-Schul-Teams, die bisher noch nicht teilgenommen haben. Weitere Informationen zum Thema gibt es im Kreisjugendamt bei Ilse Hoffinger.



Weitere Informationen und Material zum Thema finden Sie auf der rechten Navigationsleiste.


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generiert am 16.09.2019 14:10:55 ­