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Paten für ganze Familien gesucht


Das bayernweite Projekt „Netzwerk Familienpaten Bayern“ hilft jungen Familien, schwierige Lebenssituationen zu überbrücken. Auch im Landkreis Roth will Nina Schöppner von der „Koordinierenden Kinderschutzstelle“ (KoKi) des Landratsamtes diese Initiative, die vom Bayerischen Familienministerium finanziell mit getragen wird, etablieren. Nun werden (familienerfahrene) Frauen und Männer, die ehrenamtlich anderen Familien mit Rat und Tat unter die Arme greifen wollen, gesucht.

Gerade junge Familien mit kleinen Kindern fühlen sich in manchen Situationen überfordert. Ihnen könnten mit Rat und Tat „helfende Hände“ von „Familienpaten“ unter die Arme greifen. Ehrenamtliche Helfer und Helferinnen für diese Aufgabe werden derzeit gesucht. (Foto: Peter Draschan, Pixelio.de)       Die Initiative ist eine Antwort auf die Fragen, mit denen sich die Rother KoKi-Fachfrau fast täglich in ihren Beratungsgesprächen konfrontiert sieht: Es sind meist Mütter, die vor ihr sitzen und oft am Ende ihrer Kräfte sind, wenn es um die Alltagsbewältigung mit ihren Jüngsten geht. Aus den unterschiedlichsten Gründen. Weil sie selbst noch sehr jung und damit unerfahren sind, oder alleinerziehend, oder den Spagat zwischen Job und Familie kaum schaffen, oder den Kopf für ihre Jüngsten nicht frei haben angesichts existenzieller Sorgen; sie kommen aus allen Einkommens- und Bildungsbereichen. Aber sie haben alle eines gemeinsam: Sie fühlen sich mit ihrem Kind alleine. „Sie sind es meistens auch“, erzählt Nina Schöppner.

Fehlende Kontakte nach „außen“

Was früher selbstverständlich war, heute gerne neudeutsch als „soziale Netzwerke“ bezeichnet wird, fehlt diesen Frauen. Der Job weit weg von der eigenen Familie; (Groß-)Eltern, die selbst noch berufstätig sind, mangelnde Kontakte nach „außen“ – die Rother Koki-Koordinatorin kann den allgemeinen gesellschaftlichen Wandel an vielen konkreten Beispielen fest machen. „Immer mehr junge Mütter haben niemanden, den sie in Sachen Alltagsbewältigung mit Kind um Rat fragen oder um Hilfe zur Entlastung bitten können.“

Darum also „Familienpatenschaften“. „Mit einem Paten, bzw. einer Patin, soll gerade Familien mit Kindern, die noch nicht in den Kindergarten gehen können, zeitlich befristet geholfen werden“, führt Nina Schöppner aus. Wie? Das sei situationsabhängig. Das kann die Begleitung einer alleinerziehenden Zwillingsmama zum Kinderarzt sein; oder eine Runde mit dem Kinderwagen, damit die Mutter mal „Durchschnaufen“ kann. Solche baby- und kleinkinderfreundlichen Menschen suchen Nina Schöppner und ihre Mitstreiterinnen.

Diese ehrenamtlichen Helfer müssen sich jedoch nicht alleine auf ihre Erfahrung und ihre Intuition verlassen. Allen, die sich ehrenamtlich dem Projekt Familienpaten in Roth anschließen möchten, steht nämlich eine insgesamt sechstägige, für sie kostenlose Schulung im Vorfeld zu. Dabei geht es unter anderem um Möglichkeiten und Grenzen der Hilfestellung, um Gesprächsführung, den Umgang in schwierigen Situationen mit der Familie, um interkulturelle Fragen und sogar um das Thema „Kindswohlgefährdung“.

Projekt-Koordinatorin Cornelia Terassa steht den künftigen Paten auch während der „Familien-Phase“, die laut Erfahrungswerten meist zwischen sechs und zwölf Monate dauert, beratend zur Seite. „Niemand muss sich also allein gelassen fühlen. Nicht die jungen Familien, nicht die Paten,“ betont Terassa, die als Hauptamtliche an der Erziehungsberatungsstelle des Diakonischen Werkes und des Caritasverbandes Eichstätt und bei der KASA (Kirchliche Allgemeine Sozialarbeit) im Dekanat Schwabach tätig ist.  „Diese Patenschaften sind Partnerschaften auf Zeit. Die Paten helfen den Familien über eine schwierige Lebenssituation hinweg; sie unterstützen die Familien im Aufbau Ihres eigenen kleinen Netzwerkes und darin, ihren Alltag wieder alleine zu meistern.“

Information:

Wer sich für die ehrenamtliche Aufgabe als „Familienpate“ interessiert, und sich vorstellen kann, eine Familie an 1 bis 2 Tagen pro Woche für bis zu zwei Stunden bei konkret abgesprochenen Aufgaben zu unterstützen, kann sich ab sofort informieren und melden bei: Cornelia Terassa, Telefon (09122) 9256-332; Mail: cornelia.terassa.diakonie-sc@elkb.d; die ersten Schulungen sind für kommenden Herbst geplant.
 



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generiert am 21.10.2019 06:45:12 ­