BERATUNG

Beratung bei Trennung und Scheidung


Ansprechpartner (nach Gemeinden aufgeteilt):

Zuständig für

  • Allersberg, Heideck, Röttenbach: Frau Sabine Gruber
  • Wendelstein: Frau Marion Beck
  • Hilpoltstein; Frau Manuela Wick
  • Abenberg, Kammerstein, Schwanstetten, Rednitzhembach:  Herr Michael Adler
  • Thalmässing, Rohr, Georgensgmünd: Frau Beate Eckert
  • Greding: Herr Jörg Rabenstein
  • Roth - Stadt: Herr Fabian Diez
  • Roth-Ortsteile*, Büchenbach, Spalt: Frau Bettina Somann

* Roth-Ortsteile:
Barnsdorf, Bernlohe, Belmbrach, Birkach, Eckersmühlen, Eichelburg, Finstermühle, Haimpfarrich, Harrlach, Heubühl, Hofstetten, Kiliansdorf, Meckenlohe, Obersteinbach a.d.H., Pfaffenhofen, Pruppach, Rothaurach, Unterheckenhofen, Untersteinbach a.d.H., Wallersbach, Wallesau, Zwiefelhof

Wenn Eltern sich trennen, ist dies für die Familie in der Regel mit Belastungen und einer Neuorientierung verbunden, in die auch die Kinder mit einbezogen sind. Für deren Entwicklung ist es erfahrungsgemäß am besten, wenn Eltern weiterhin einvernehmlich für die Kinder handeln. Durch die veränderte Lebenssituation, die oft mit Krisen verbundene Trennung, verschiedene Wohnorte und durch vielleicht ins Stocken geratene Gespräche, ist dies manchmal leichter gesagt als getan.

Das Kreisjugendamt Roth bietet Müttern und Vätern, die sich mit Gedanken und konkreten Überlegungen zu einer Trennung/Scheidung auseinander setzen, Information und Beratung an, insbesondere um die zukünftige Situation ihrer Kinder mit Ihnen zu besprechen.

Das Jugendamt unterstützt die Familien, um möglichst einvernehmliche Konzepte im Sinne der Kinder zu finden.

Drei Varianten der elterlichen Sorge:

 

Gemeinsame Sorge:

 

Im Normalfall haben Sie bisher die elterliche Sorge für Ihr Kind gemeinsam ausgeübt. Auch nach Trennung oder Scheidung behalten Sie künftig nach dem neuen Recht die Verantwortung für Ihr Kind gemeinsam bei (gemeinsame Sorge), sofern nicht ein Elternteil beim Familiengericht die Zuweisung der Alleinsorge beantragt.

Bei der Ausübung der gemeinsamen Sorge müssen die Eltern eine Aufgabenteilung beachten:

In allen Angelegenheiten von erheblicher Bedeutung für das Kind ist das gegenseitige Einvernehmen beider Elternteile erforderlich, insbesondere z. B. bei der Bestimmung des Aufenthaltes des Kindes, beim Kindesunterhalt, bei der religiösen Erziehung (Taufe), beim Kindergartenbesuch, bei der schulischen Erziehung (Einschulung, Wahl der Schulart, Schulwechsel), bei der Berufsausbildung (Ausbildungsvertrag), bei Operationen, Anlagen und grundlegenden Fragen der Verwendung von Kindesvermögen.

Der Elternteil, bei dem das Kind lebt, hat die Alleinentscheidung in allen Fragen des täglichen Lebens, das sind insbesondere die Organisation des täglichen Lebens des Kindes, dessen Freizeitgestaltung, Kleidung, Hausaufgaben, Entschuldigung in der Schule wegen Krankheit, Arztbesuch. Er kann auch die Unterhaltsansprüche des Kindes gegen den anderen Elternteil geltend machen.

Alleinsorge:

Auf Antrag eines Elternteils kann das Familiengericht diesem bei entsprechenden Voraussetzungen, z. B. wenn der andere Elternteil und das über 14-jährige Kind zustimmen, das alleinige Sorgerecht (Alleinsorge) übertragen. Der andere Elternteil behält als Rest seines bisherigen Sorgerechts ein Umgangsrecht mit dem Kind. Zu diesem Umgang ist er im Interesse seines Kindes verpflichtet und berechtigt.

Im Interesse des Kindes kann es sinnvoll sein, den nicht sorgeberechtigten Elternteil dennoch stärker einzubeziehen, unter Umständen dadurch, dass er vom allein sorgeberechtigten Elternteil eine Vollmacht erhält, dass er beispielsweise an Elternabenden der Schule teilnehmen und mit den Lehrern über das Kind sprechen kann. Damit könnte sein ohnehin bestehendes Informationsrecht konkretisiert werden.

Teilweise Alleinsorge:

Die dritte Möglichkeit könnte man als eine Mischung der beiden bereits dargestellten Varianten bezeichnen: Auf Antrag kann das Familiengericht aus der gemeinsamen Sorge einen Teil, z. B. das Recht, den Aufenthalt des Kindes zu bestimmen, herauslösen und dem Antrag stellenden Elternteil alleine zur Ausübung übertragen (teilweise Alleinsorge). Die restlichen Bereiche des Sorgerechts verbleiben bei den Eltern gemeinsam.


 

Ist das Familiengericht mit Maßnahmen, welche die Sorge für die Person für Kinder und Jugendliche betreffen, befasst, so wirkt das Jugendamt in diesem Verfahren mit. Es unterrichtet über den bisherigen Beratungsprozess und erbrachte Leistungen. Es bringt die erzieherischen und sozialen Hintergründe zur Entwicklung der Minderjährigen ein und schlägt dem Familiengericht weitere Möglichkeiten der Unterstützung vor.

Rechtsgrundlage:

§ 17 SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfegesetz):

(1) Mütter und Väter haben im Rahmen der Jugendhilfe Anspruch auf Beratung in Fragen der Partnerschaft, wenn sie für ein Kind oder einen Jugendlichen zu sorgen haben oder tatsächlich sorgen. Die Beratung soll helfen,

1. ein partnerschaftliches Zusammenleben in der Familie aufzubauen,
2. Konflikte und Krisen in der Familie zu bewältigen,
3. im Falle der Trennung oder Scheidung die Bedingungen für eine dem Wohl des
Kindes oder des Jugendlichen förderliche Wahrnehmung der
Elternverantwortung zu schaffen.

(2) Im Falle der Trennung oder Scheidung sind Eltern unter angemessener Beteiligung des betroffenen Kindes oder Jugendlichen bei der Entwicklung eines einvernehmlichen Konzepts für die Wahrnehmung der elterlichen Sorge zu unterstützen; dieses Konzept kann auch als Grundlage für die richterliche Entscheidung über die elterliche Sorge nach der Trennung oder Scheidung dienen.

(3) Die Gerichte teilen die Rechtshängigkeit von Scheidungssachen, wenn gemeinschaftliche minderjährige Kinder vorhanden sind (§ 622 Abs. 2 Satz 1 der Zivilprozessordnung) sowie Namen und Anschriften der Parteien dem Jugendamt mit, damit dieses die Eltern über das Leistungsangebot der Jugendhilfe nach Absatz 2 unterrichtet.

 

§ 18 Abs. 4 SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfegesetz):

(4) Mütter und Väter, denen die elterliche Sorge nicht zusteht, haben Anspruch auf Beratung und Unterstützung bei der Ausübung des Umgangsrechts. Bei der Herstellung von Besuchskontakten und bei der Ausführung gerichtlicher oder vereinbarter Umgangsregelungen soll in geeigneten Fällen Hilfestellung geleistet werden.
 

§ 50 SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfegesetz):

(1) Das Jugendamt unterstützt das Vormundschaftsgericht und das Familiengericht bei allen Maßnahmen, die die Sorge für die Person von Kindern und Jugendlichen betreffen. Es hat in Verfahren vor dem Vormundschafts- und dem Familiengericht mitzuwirken, die in den §§ 49 und 49 a des Gesetzes über die Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit genannt sind.

(2) Das Jugendamt unterrichtet insbesondere über angebotene und erbrachte Leistungen, bringt erzieherische und soziale Gesichtspunkte zur Entwicklung des Kindes oder des Jugendlichen ein und weist auf weitere Möglichkeiten der Hilfe hin.

(3) Hält das Jugendamt zur Abwendung einer Gefährdung des Wohls des Kindes oder des Jugendlichen das Tätigwerden des Gerichts für erforderlich, so hat es das Gericht anzurufen. Absatz 2 gilt entsprechend.


 



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