LEADER-PRESSEARCHIV

Schwester Gerda verwirklicht einen Traum


Regens Wagner Zell ist um ein Prachtstück reicher. Am Donnerstag, 11. Juni 2015 ist der neue Begegnungspark auf dem weitläufigen Gelände eingeweiht worden. Der Treffpunkt mit Kletternetz, Seilbahn und Wasser-Matsch-Bereich steht allen offen. Zur Eröffnung kam auch Landwirtschaftsminister Helmut Brunner.

Auf mehr als 6500 Quadratmetern haben sich die Landschaftsarchitekten austoben können,  über 100 Geräte sind dort verbaut worden. Das Ganze als Spielplatz zu bezeichnen, wäre aber viel zu kurz gegriffen. "Für uns ist ein Traum warhr geworden", brachte es die Einrichtungsleiterin Schwester Gerda auf den Punkt. "Das ist etwas ganz Besonderes", fügte sie hinzu. "Das hört man. Das sieht man und das spürt man." Nicht nur Bewohner und Mitarbeiter der Einrichtung, auch immer mehr Dorfbewohner würden kommen, um hier zu spielen oder einfach nur in der Wiese zu liegen. "Auch alte Menschen nutzen die Fitnessgeräte und haben ihren Spaß dabei", hat Schwester Gerda beobachtet. Ein richtiger Begegnungspark eben, der viel zu bieten hat: vom Matschplatz über einen Sandbagger bis hin zu einem Summ- und Klangstein sowie vielen Schaukeln und Rutschen. Und das ist gestern mit einem Fest richtig gefeiert worden.
Als Schwester Gerda vor einigen Jahren der Kostenvoranschlag ins Haus geflattert war, sei sie zunächst schockiert gewesen, gab sie zu. Unterm Strich hätten 900.000 Euro gestanden. Dabei habe Regens Wagner nur ein Drittel beisteuern können. Dass der Bewegungspark trotzdem gebaut werden konnte, ist auch Nadine Menchen, der Managerin von Leader-projekten im Landkreis Roth zu verdanken. Sie half, Fördergelder in den Landkreis zu holen. 295.000 Euro stellte das bayerische Landwirtschaftsministerium aus dem Leader-Programm zur Verfügung, wie Helmut Bruner verkündete. "Ich spüre, es ist ein Freudentag für euch", sagte er. "Ihr habt gemeinsam etwas erreicht, das ursprünglich wie ein Traum klang. Wenn man daran glaubt, dann kommt auch Hilfe." Die kam nicht nur aus dem Landwirtschaftsministerium. Die weiteren 341.000 Euro steuerten Sternstunden, die bayerische Landesstiftung, Aktion Mensch und der Förderverein von Regens Wagner Zell bei.
"Mit dem Begegnungspark haben Sie etwas ganz Besonderes geschaffen", lobte Brunner. "Wo gibt es schon ein Freizeit- und Tourismusangebot für alle Generationen, das für Menschen mit und ohne Behinderung gleichermaßen attraktiv ist?", frage er rhetorisch. Wie anziehend, das zeigte sich bei einem Rundgang, bei dem auch Brunner trotz Wärme und Anzug einen Fitness-Stepper bestieg, um anschließend zwei große Scheiben kreisen zu lassen, die Koordination und Armkraft fördern. Zum Abschluss lehnte er sich neben Schwester Gerda in einer Liege zurück und winkte huldvoll in die Menge. Das interessierte die vielen Kinder von der Tagesstätte, die bei dem Fest dabei waren, schon gar nicht mehr. Sie gingen selbst auf Erkundungstour, kletterten auf das Spinnennetz, ließen Wasser aus den Rohren rauschen und hüpften auf dem Trampolin.
Schon vorher hatte ein Spielplatz das Außengelände dominiert. Aber er war in die Jahre gekommen, so dass der TÜV einen Großteil der Geräte aus Sicherheitsgründen sperrte. So war es also an der Zeit, ein neues Spielgelände zu schaffen, das allen Ansprüchen gerecht wird. Vor allem die Internats- und Tagesschüler verbringen nun einen Großteil ihrer Freizeit in der Natur. Und auch die Erwachsenen, die zum Beispiel in der Förderstätte oder in der Behindertenwerkstatt arbeiten, nutzen gerne die Gelegenheit, sich auf dem Gelände aufzuhalten.
"Das ist ein überzeugender Beitrage zur Inlusion", sagte Helmut Brunner zu dem Park. Dem stimmte Landrat Herbert Eckstein zu. "Inklusion heißt nicht nur, dass man sich öffnet und rausgeht, sondern auch, dass Menschen hereinkommen." Angetan war auch Hilpoltsteins Bürgermeister Markus Mahl: "Heute ist wirklich ein Grund zum Feiern", sage er. "Ich bin dankbar, dass dieses großartige Projekt zustande gekommen ist."

(Quelle: Hilpoltsteiner Kurier, Monika Meyer)



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