LEADER-PRESSEARCHIV

Landkreis Roth ist in die neue LEADER-Förderperiode aufgenommen worden.


Die Lokale Entwicklungsstrategie des Landkreises Roth für die LEADER-Förderperiode 2014-2020 hat seine Anerkennung erfahren. Landwirtschaftsminister Helmut Brunner hat gestern in München offiziell die Zusage erteilt, dass eine Aufnahme in das Förderprogramm erfolgt ist. Bereits seit 2003 profitiert der Landkreis Roth vom EU-Programm zur Stärkung ländlicher Räume. Es konnten mehr als 50 Projekte umgesetzt werden.

Nadine Menchen, Geschäftsführerin der LAG ErLebenswelt Roth, war bei der offiziellen Verkündung der Förderzusage für 61 bayerische Lokale Aktionsgruppen (LAG) vor Ort und durfte die dazugehörende Urkunde in Empfang nehmen. „Es freut mich, weil sich damit das Engagement der Bürger und Vereine in der zurückliegenden Förderperiode gelohnt hat“. Mit Rednitzhembach und Wendelstein sind mittlerweile zwei weitere Gemeinden der LAG ErLebenswelt Roth beigetreten. Mit Ausnahme von Greding, das nach wie vor der Nachbarregion Altmühl-Jura angehört, zählt nun der gesamte Landkreis zu dieser Aktionsgruppe.

Ziel des LEADER-Programms ist es, die ländlichen Regionen ganz nach dem Motto „Bürger gestalten ihre Heimat“ zu unterstützen. LEADER (Abkürzung der französischen Begriffe: Liaison entre les actions de développement de l'économie rurale; zu deutsch: Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft) setzt auf Nachhaltigkeit. Bereits seit 2003 profitiert ein großer Teil des Landkreises Roth vom EU-Programm zur Stärkung ländlicher Räume. Insgesamt wurden für die zurückliegende Förderperiode Finanzmittel in Höhe von rund 2,1 Millionen Euro für über 50 Projekte bewilligt.

Landwirtschaftsminister Helmut Brunner betonte bei der Überbergabe der Urkunden im Landwirtschaftsministerium, dass in der neuen Förderperiode bis 2020 für LEADER in Bayern rund 111 Millionen Euro EU- und Landesmittel zur Verfügung stehen. Dabei gehe es um Aspekte wie Nachhaltigkeit, Zusammenarbeit und aktive Bürgergesellschaft. Um die Abwicklung und Umsetzung der Projekte hat sich 2003 auf Landkreisebene der Verein ErLebenswelt Roth e. V. gegründet. Im Vorstand des Vereins sind der Landkreis Roth, 15 Gemeinden des Fördergebietes sowie weitere Personen aus dem Einzugsbereich vertreten. Hauptaktivität ist die Umsetzung des Regionalen Entwicklungskonzeptes im Landkreis Roth.

Engagierte Arbeitskreise Zur Ideenentwicklung und Umsetzung der Projekte, die über das Förderprogramm LEADER gefördert werden, gibt es eine Reihe von Arbeitskreisen und Projektgruppen. In den Arbeitskreisen engagieren sich interessierte Bürgerinnen und Bürger, sind Vereine und Vertreter verschiedener Institutionen ehrenamtlich für ihre Region tätig. Bei der letzten Regionalkonferenz waren beispielsweise rund 120 Bürgerinnen und Bürger erschienen. Im Vorstand selbst arbeiten 33 Personen aktiv an der regionalen Entwicklung der Lokalen Aktionsgruppe ErLebenswelt Roth mit. Vorsitzender ist Allersbergs Bürgermeister Bernhard Böckeler. „Nachdem jetzt die Zusagen vorliegen, können ab Ende Mai die ersten Anträge gestellt werden. Da unsere Überlegungen für die neue Förderperiode schon weit gediehen sind, können wir sofort loslegen“, sagt Menchen.

Für die neue Förderperiode 2014–2020 will sich der Verein thematisch breiter ausrichten. So werden neue Themen und Herausforderungen in die Lokale Entwicklungsstrategie aufge-nommen und Bewährtes im Sinne der Nachhaltigkeit fortgeführt. Hierzu sind vier Entwicklungsziele ausgearbeitet worden. Tourismus, Naherholung und Kultur sind nach wie vor mit der wichtigste Bereich, wenngleich vom Budget künftig deutlich reduziert. „Das geschah bewusst, um den neuen Herausforderungen in anderen Bereichen gerecht zu werden“, erklärt Menchen.

Deutlich aufgewertet wird das Handlungsfeld „Gesellschaft und Demographie“. Hierbei werden aktuelle Entwicklungen aufgegriffen und versucht, neue Lösungen für das generationenübergreifende Miteinander zu finden. Dazu zählen barrierefreie und generationsübergreifende Angebote ebenso wie neuartige Mobilitätskonzepte und Ortskerne, die als vitale Lebens- und Verweilräume gestaltet werden sollen. Für die neue LEADER-Förderperiode ist ein eigenes Entwicklungsziel zum Thema „Jugend“ formuliert worden. Bisher, so Menchen, sei es zu wenig gelungen, Jugendliche in den Prozess einzubinden. Um diese besser in die Arbeit integrieren zu können, wurde im April 2014 von der Lokalen Aktionsgemeinschaft gemeinsam mit dem Kreisjugendring Roth eine Jugendzukunftswerkstatt veranstaltet. Die Ideen der Jugendlichen, die am Ende der Veranstaltungen mit Vertretern des Entscheidungsgremiums besprochen und diskutiert wurden, seien in die Erstellung der Lokalen Entwicklungsstrategie eingeflossen. Nun geht es um die Beteiligung der Jugendlichen in allen Planungs- und Umsetzungsphasen der angedachten Maßnahmen, von denen die Jugendlichen direkt betroffen sind. Es gelte, junge Menschen für die Heimat zu interessieren und an die Region zu binden.

Für Natur, Umwelt, Land- und Forstwirtschaft ist in den nächsten Jahren ein relativ geringes LEADER-Budget vorgesehen. Auch weil es auf anderer Weise Förderprogramme für diesen Bereich gibt. Forciert werden soll der „blühende Landkreis“ mit Blühstreifen an den Ortseingängen oder auf zentrumsnahe Freiflächen. Dies ist ein Kooperationsprojekt mit Bund Naturschutz und Landesbund für Vogelschutz. Ergänzt wird dieses Handlungsfeld um die Themen Landnutzungund Energie. LAG-Managerin Nadine Menchen fügt hinzu: „Zum Teil scharren einige engagierte Mitarbeiter an den Projekten schon mit den Füßen".


Quelle: Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung (Detlef Gsänger)



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generiert am 17.09.2019 15:10:21 ­