LEADER-PRESSEARCHIV

Pilzlehrpfad in Kammerstein eröffnet


Am Samstag, 6. September fand die offizielle Eröffnung des Pilzlehrpfades in Kammerstein statt. Der Heidenberg bei Kammerstein im Norden des Landkreises Roth gilt seit jeher als ergiebigstes Pilzgebiet der Region. Schon seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts ist es ein bedeutendes Sammelgebiet. Pilze vom Heidenberg wurden bereits seit der Kaiserzeit auf dem Viktualienmarkt in München ebenso angeboten wie auf dem Hauptmarkt in Nürnberg. Dank des exzellenten Pilzkenners Rudolf Rossmeisl hat Kammerstein jetzt seinen Ruf als Pilzhauptstadt des Landkreises weiter gefestigt.


Der ehemalige Kämmerer des Landkreises Roth und seine Familie haben in etwa 5000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden die Grundlagen für einen Pilzlehrpfad gelegt. Kammersteins Bürgermeister Walter Schnell und Landrat Herbert Eckstein haben nun den „Kammersteinpilzpfad“ offiziell seiner Bestimmung übergeben. Nach Darstellung aller Beteiligter existiert in ganz Europa noch kein vergleichbarer Lehrweg. Er bewirkt, was Walter Schnell im Umgang auf Pilze für erforderlich hält: nicht warnen, sondern informieren, informieren, informieren. Auf einer vier Kilometer langen Wanderung bis zum Ortsteil Haag und zurück geben elf Tafeln spannende Einblicke in das Reich der Pilze. An diesen Stationen werden die Besucher über Pilze allgemein, ihre ökologische Funktion und die ertragreichsten Standorte aufgeklärt. Dazu gibt es Tipps fürs Pilzesammeln. Und die Wanderer erfahren, warum die Pilze an welchen Stellen am besten wachsen. Höhepunkt ist eine Animationstafel, an der sich Kinder mit interaktiven Elementen spielerisch mit Pilzen vertraut machen können. „Der Pfad ist sensationell gelungen“, sagte Herbert Eckstein, weil ihn Rudolf Rossmeissl mit Leidenschaft und Wissen erstellt habe. „Hier ist ihm sein Lebenswerk gelungen“, so Eckstein.  Die wichtigsten Helfer des 67- Jährigen waren dabei seine beiden 40-jährigen Söhne Bernd und Michael sowie Gattin Marianne. Beide Söhne, der eine ist Wirtschaftsinformatiker in Stuttgart und der andere Chemie-Ingenieur in Darmstadt, kamen in den vergangenen beiden Jahren gewiss 50 Mal in die Heimat, um mit den Eltern an dem Lehrpfad zu arbeiten. Denn beide sind mit der Leidenschaft ihres Vater aufgewachsen. „Wir sind quasi genetisch vorbelastet“, sagen sie augenzwinkernd. Ihr Vater sei für die Details verantwortlich gewesen und „wir haben von außen wie ein Pilzsammler draufgeschaut“. Dabei sei man nicht immer einer Meinung gewesen und habe viel diskutiert, berichteten Bernd und Michael Rossmeissl aus dem Entstehungsprozess des Lehrpfades. Es wurde also viel „überlegt, verworfen und geändert“, wie es Nadine Menchen, Vorsitzende des Vereins Erlebenswelt Roth, ausdrückte. „Dabei ist der Pfad immer besser geworden“, erklärte sie. Der Verein ist die Sammelstelle für Projekte im Landkreis Roth, die aus Mitteln des EU-Programms Leader gefördert werden. Für den Pilzlehrpfad hat Brüssel 10000 Euro zur Verfügung gestellt. Weitere 5000 Euro kamen vom Lorenzer Reichswaldverein. 1500 Euro spendete der Kammersteiner Gartenbauverein aus seinem Waldmarkterlös. Bei Gesamtkosten von 25 000 Euro musste die Gemeinde also nicht mehr viel zuschießen. Nadine Menchen lobte Kammerstein dennoch. Schließlich sei es die Gemeinde mit den meisten Leader-Projekten im Landkreis. „Für fünf gemeindliche Initiativen sind über 170000 Euro nach Kammerstein geflossen“, sagte Menchen. Davon profitiere jedoch, wie nun beim Pilzlehrpfad, aber der gesamte Landkreis“, ist sie überzeugt.

Quelle: Hilpoltsteiner Kurier



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