LEADER-PRESSEARCHIV

Neu gestaltetes Thalmässinger Museum "Fundreich Thalmässing" offiziell eröffnet


Am Samstag, 12, Oktober 2013 wurde das neu konzipierte und umgebaute Thalmässinger Museum eröffnet, das künftig den Namen "Fundreich" trägt und den Archäologischen Wanderweg, das Geschichtsdorf Landersdorf und das Archäologische Museum im Ortskern thematisch verbindet.

Die Einweihung fand im neu dazu gemieteten Erdgeschoss des Gebäudes am Marktplatz statt, das für Sonderausstellungen zur Verfügung stehen soll. Eine erste gab es bereits zum Startschuss zu sehen. Diese bietet „eine neue Sicht auf Bodendenkmäler durch digitale Geländemodelle“, wie es der Titel verheißt. Zum Silberjubiläum, das Thalmässinger Museum wurde 1988 eröffnet, erstrahlte die Einrichtung nicht nur
in neuem Glanz, sondern präsentiert sich vollkommen runderneuert. Der Vitrinencharakter ist völlig verschwunden. Die Ausstellungsfläche ist mit 185 Quadratmetern zwar immer noch relativ knapp, doch wegen einer ausgeklügelten Aufteilung fällt das nicht nachteilig ins Gewicht. Nun soll an alte Glanzzeiten angeknüpft werden. Etwa an den Beginn der 1990er Jahre, als die Besucherzahlauf über 5600 jährlich emporgeschnellt war. In den vergangenen Jahren war diese auf 1400 gesunken. Lob für Heimatkundler. Ein Arbeitskreis begann sich mit einer Neukonzeption zu beschäftigen und die Gebietskörperschaften nahmen Gelder in die Hand. 730000 Euro Gesamtkosten sind nun zu verbuchen. 575000 Euro trägt der Landkreis Roth, 155000 Euro die Marktgemeinde Thalmässing. Im Gegenzug konnten aber auch Fördermittel in Höhe von fast 310000 Euro an Land gezogen werden. Und trotz allen Geldes wäre es „ohne die Begeisterung der Heimatkundler nicht gegangen“, so das Lob von Landrat Herbert Eckstein bei der Eröffnung.
Planer Peter Neudert vom beauftragten Erlanger Unternehmen „Impuls-Design“ blickte in seinen Worten auf den langen Weg des Arbeitskreises zurück, der im Juli 2010 das erste Mal tagte und in der heißen Phase in ganztägigen Workshops die Köpfe seiner Teilnehmer rauchen ließ. Dass es sich gelohnt hat, davon ist nicht nur Neudert überzeugt. Die hier vorzufindende Bandbreite widergespiegelter Epochen von der Altsteinzeit bis zum Mittelalter „kann kaum ein anderes Museum vorweisen“, so der Planer. Die Aufbereitung der Exponate sei zudem nach Themen („Siedeln in der Höhe“, „Ornamentik“) geordnet und nicht chronologisch erfolgt. Eine Farbkennung hilft dabei, die einzelnen Zeitalter besser zuordnen zu können. In der Umsetzungsphase habe es so manche Diskussionen gegeben. Etwa mit den Denkmalschützern, mit denen man sich in Sachen Fassadenfarbe einigen musste. Auch die Heizungsfrage galt es zu lösen: Die Nachtspeicheröfen sind nun Geschichte, für wohlige Wärme sorgt die Hackschnitzelheizung eines benachbarten Geschäfts. Als Neudert vom eigentlichen Innenleben des Museums zu berichten begann, geriet er ins Schwärmen. Vom 3D-Modell der Landschaft mit nach Epochen geordneten Überblendungen; von Touchscreen-Monitoren; vom Hügelgrab, in das die Besucher krabbeln können. Und davon, dass es gelungen sei, „Unsichtbares sichtbar zu machen“, deutete er geheimniskrämerisch an. Auch gäbe es „Überraschungen mit Toten“, so Neudert: Eine Lichtprojektion der „Schönen aus Landersdorf“ etwa, die ebenso als Skelett zu sehen ist, das aber erst beleuchtet wird, wenn man sich ihm nähert.
Auf Kinderebene ist Hacken mit dem Steinzeitbeil angesagt oder es darf archäologisch im Sand gebuddelt werden. Der Besucher kann zudem den Hügelgrabzeichnungen buchstäblich „nachgehen“ — diese sind nämlich in Form von Bodenplatten präsent. Lediglich das i-Tüpfelchen fehlt noch: Die Stierskulpturen vor dem Haus, die gerade angefertigt werden und „nach der Schneeschmelze auf dem Vorplatz landen“, wie Neudert formulierte. „Hier wurde einfach etwas Einmaliges geschaffen“, lobte an der Eröffnung Bernd Mühldorfer von der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg als einer der Hauptleihgeber. „Archäologie erleben“, das stehe nicht nur als Motto über dem Fundreich, sondern dieser Leitsatz sei Wirklichkeit geworden, zeigte sich auch der Thalmässinger Bürgermeister Georg Küttinger zufrieden. Das Museum sei „modern, innovativ, anders“ und die Gesamtmaßnahme „einfach überragend gelungen“. Mit dem archäologischen Wanderweg (dessen Zertifizierung diesen nach Auskunft des Landratsamtes im Umkreis von 200 Kilometern einmalig macht) sei es außerdem gelungen, „die Geschichte hinaus in die Natur zu führen“. Das Geschichtsdorf Landersdorf wiederum bringe „die Vorgeschichte in die Landschaft“ und mache dort das Leben mehrerer Epochen spürbar.Eine Überraschung gab es zur Segnung durch den katholischen Pfarrer Michael Rasche und seinen evangelischen Amtskollegen Rudolf Hackner. Der hatte nämlich im eigenen Garten gegraben und tatsächlich ein Messer vergangener Zeiten ans Tageslicht befördert. Falls es historisch relevant sei, werde er das an einen Dolch erinnernde potenzielle Exponat dem Museum vermachen, kündigte er an. Nach den Klängen des „Blechhaufen“ (der Jugendkapelle des Ensembles „Thalmässing Sound“) und dem Segen der Geistlichen strömten die Besucher in den ersten Stock, um sich dort in den neu gestalteten Räumen umzusehen. Ein komfortabler Treppenlift sorgt für größtmögliche Barrierefreiheit. Geöffnet ist das Museum von April bis Oktober von Dienstag bis Sonntag zwischen 10 und 12 sowie von 13 bis 16 Uhr, von November bis März jeweils von Freitag bis Sonntag zu den selben Zeiten.

Quelle: Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung

mehr Informationen unter:  www.fundreich-thalmaessing.de



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