Seit März 2011 gibt es am Gymnasium Roth eine Judogruppe, in der mittlerweile dreißig Schüler der Unter- und Mittelstufe mit großem Engagement die Techniken und Fertigkeiten des „Sanften Weges" erlernen.

Judo eignet sich aus einer Vielzahl von Gründen hervorragend für den Schulunterricht. Aufgrund seiner didaktischen und pädagogischen Prinzipien ist Judo mehr als eine Sportart, die in hervorragender und umfassender Weise die psychomotorischen Fähigkeiten gerade junger Menschen verbessert und trainiert. Ins Deutsche übersetzt heißt Judo in etwa „sanfter Weg". Zwei Prinzipien kommen in den Wörtern „Ju“ und „Do“ zum Ausdruck: Ju steht für das technische Prinzip „Sei-Ryoku-Zen-Yo“ und Do für das moralische Prinzip „Ji-Tai-Kyo-Ei“. Jigoro Kano, der Gründungsvater des Judo, versteht unter dem technischen Prinzip den „besten Einsatz von Geist und Körper“. Hierbei soll der Sieg durch Nachgeben errungen werden. Der Weg (Do) dorthin soll in Zusammenarbeit mit einem Partner mit den Zielen des wechselseitigen Fortschritts und der gegenseitigen Unterstützung beschritten werden. Daraus folgt, dass der Lernende nicht nur für den eigenen Fortschritt, sondern auch immer für den seines Partners verantwortlich ist. Der Deutsche Judo Bund hat aus diesen Grundprinzipien zehn Judowerte abgeleitet, die mit den pädagogischen Grundwerten, die die Schule vermitteln will, in Einklang stehen:

Ehrlichkeit, Bescheidenheit, Ernsthaftigkeit, Hilfsbereitschaft, Höflichkeit, Respekt, Mut, Selbstbeherrschung, Wertschätzung und Freundschaft.

Eine Umfrage zeigt, dass alle Teilnehmer großen Spaß an der vielseitigen Kampfsportart haben. Darüber hinaus sind auch die zehn Judowerte, ein Grund für die Schüler Judo zu betreiben. So schrieb ein Judoka: „Es macht Spaß, mit anderen zu üben und Fairness ist wichtig. Wir lernen, ehrlich zu sein und nicht zu schummeln." Weitere Gründe, die angegeben wurden, waren: … dort lernt man viel und man muss sich anstrengen, …wir lernen Würfe und Festhalter, [Judo ist super], weil man unter so vielen Techniken auswählen kann."

Ralph Gieselmann