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Gelungene Dachsanierung – mit Hilfe eines KfW-Förderdarlehens


Es gibt viele Möglichkeiten seine Heiz- und Energiekosten zu sparen und gleichzeitig etwas für den Klimaschutz zu tun. Eine davon ist die Sanierung am Eigenheim. Besonders das Dach ist fortwährend Wind und Wetter ausgesetzt. Eine Dachsanierung lohnt sich. Neben der Ersparnis erhöht ein gutes Dach den Wert des Hauses. Zudem können Fördermittel abgegriffen werden. Nachfolgend handelt es sich um einen Erfahrungsbericht aus der Beratungstätigkeit der EnergieBeratungsAgentur (ENA) des Landkreises Roth.

Der Erfahrungsbericht handelt von einem Zweifamilienhaus, Baujahr 1966, welches aus zwei Parteien besteht. Im Erdgeschoss wohnt der Hauseigentümer, im Dachgeschoss der Sohn mit seiner Partnerin. Das hier beschriebene Dachgeschoss wurde erstmals in den 80er Jahren als Wohnraum erweitert. Damals wurde es für die beiden Kinder der Familie ausgebaut.

Es befand sich - entsprechend dem Baujahr des Gebäudes - im Dach keine Unterspannbahn unter den Dachziegeln. Deshalb wurde beim erstmaligen Dachausbau eine 4 cm starke Hinterlüftungsebene zwischen der Dämmung und der Dachlattung eingehalten. Dies war von enormer Bedeutung, damit eventuell auftretende Feuchtigkeit, z.B. durch Flugschnee oder Tauwasser, schadenfrei austrocknen konnte.

Eine Sanierung nach 30 Jahren „Lebenszeit“ war schließlich 2011 erforderlich, da die Wirkung der Dämmung durch fehlende Luftdichtigkeit äußerst gering war. Zurückzuführen ist dies zum einen auf die 14 cm starken Dachbalken (Sparren). Denn dort wurde in den 80er Jahren eine Faserdämmung aus Glaswolle (Stärke ca. 8 cm) mit Aluminiumkaschierung eingebaut. Des Weiteren wurde der Innenausbau mit einer Verkleidung aus Nut- und Federbrettern hergestellt. Dieser Aufbau brachte letztendlich keine ausreichende Luftdichtigkeit, einen geringen Hitzeschutz im Sommer und einen aus heutiger Sicht unzureichenden Wärmeschutz für die Heizperiode.

Energieberatung
Um bei der geplanten Sanierung auf Nummer sicher zu gehen und keine Fehler zu machen, entschied sich die Familie dazu, sich unabhängig beraten zu lassen. Die Wahl fiel hierbei auf die ENA-Roth, die unabhängige Energieberatungsagentur des Landkreises Roth.
Zunächst wurde die vorhandene Baukonstruktion durch den Energieberater der ENA, Roland Nachtmann, detailliert aufgenommen. Gleichzeitig erfolgte die Berechnung des energetischen Ist-Zustands sowie die Erarbeitung mehrerer Sanierungsvarianten. Anschließend präsentierte der ENA-Berater der Familie die verschiedenen Sanierungsvarianten und deren energetische Effekte, die in Betracht kamen. Außerdem wurden verschiedene Fördermöglichkeiten, insbesondere das Förderprogramm „Energieeffizient Sanieren“ der KfW-Förderbank vorgestellt.

Nach eingehender Diskussion und Beratung fiel schließlich die Entscheidung. Die Familie entschloss sich mehr zu tun als der Gesetzgeber in der Energiesparverordnung fordert. So wurde unter anderem ein innovatives Sanierungsverfahren mit Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen bevorzugt.

Durchführung der energetischen Sanierung
Zu Beginn der Sanierung entfernten die Mitarbeiter einer Rother Fachfirma die alten vorhandenen Dämmstoffe und entsorgten diese sach- und  fachgerecht. Auch die vorhandenen Dachziegel und die -Lattung sowie die innere Verkleidung wurden entfernt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Für ein behagliches Wohnraumklima im Winter sowie einen guten sommerlichen Hitzeschutz, wurden Dämmstoffe aus Zellulose und Holzfasern ausgewählt. Außerdem sollte ein diffusionsoffener Aufbau erreicht werden, d.h. die Durchlässigkeit von Wasserdampf sollte gewährleistet sein. Die vorhandenen Dachbalken wurden durch das Aufbringen von zusätzlich Holzsparren „aufgedoppelt“. Anstatt 14 cm hatten diese nun eine Stärke von 26 cm. Somit war es möglich, die notwendige Dämmstoffdicke zwischen den Dachbalken zu realisieren.

 

 

 

 

 

 

 

Auf der Witterung zugewandten Seite der Dachsparren wurden diffusionsoffene Unterdeckplatten aus Holzfaserdämmstoff mit einer Stärke von 60 mm verlegt und verschraubt. Diese Holzfaserplatten vereinigen viele positive Eigenschaften in sich:
Erstens eine zusätzliche Wärmedämmung über die gesamte Fläche, die außerdem eine Minderung der „Wärmebrücken“ Holzbalken bewirkt. Zweitens einen sehr guten sommerlichen Hitzeschutz durch eine hohe Wärmespeicherkapazität und des Weiteren eine Wasserundurchlässigkeit – als Ersatz für die Unterdachfolie. Ein weiterer Vorteil der Holzfaserplatten ist ihre Diffusionsoffenheit. So kann ggf. anfallende Feuchtigkeit in der Konstruktion nach außen relativ gut entweichen.

Im Innenraum wurden auf die Dachsparren 15 mm starke OSB-Platten angebracht. Damit ist der  Zwischenraum zwischen den Dachbalken abgeschlossen und die notwendige Luftdichtigkeit hergestellt.

Einblasöffnungen Montage
Die Einblasöffnungen wurden mit Spezial-Klebefolien verschlossen und die Innenseite mit Gipskartonplatten verkleidet und verputzt.
Die technischen Mindestanforderungen der KfW-Förderbank setzten einen U-Wert von 0,14 (W/m²K) voraus. Diese konnte mit dem Einbringen der Zellulosedämmung in 260 mm Dicke und dem 60 mm dicken Holzfaserdämmplatten erfüllt werden.


Erfahrungen aus den ersten beiden Jahren
Beobachtungen in den ersten Jahren nach der Dachsanierung bestätigten die Prognosen. Im Sommer konnte die Wärme von außen nicht mehr zur Überhitzung der Dachwohnung führen und im Winter war es genau anders herum. Die Wärme konnte nicht mehr so stark aus der Dachwohnung nach außen entweichen.

Der Sohn des Hauseigentümers bringt es auf den Punkt: „Seit dieser Sanierungsmaßnahme ist es Sommer wie Winter behaglich in unserer Wohnung. Wir konnten durch die Dach-Sanierungsmaßnahme den Heizenergieverbrauch für das gesamte Gebäude um ca. 30% senken!“ Auch die damit verbundene Sanierung der Gaube, Gaubenfenster und der Dachfenster leistet einen Beitrag zur Komfortverbesserung und einer Verringerung der Energiekosten. Und nicht nur das. Die gelungene Dachsanierung trägt damit auch zum Klimaschutz durch Verminderung der Treibhausgasemissionen bei.

Für die Finanzierung des Vorhabens wurde ein günstiger Kredit der KfW-Förderbank von Beginn des Bauvorhabens ab beantragt. Zu beachten war hierbei, dass der Antrag unbedingt vor Baubeginn gestellt werden muss, da sonst unter Umständen der Anspruch auf Förderung verfällt.

Text: Roland Nachtmann, ENA-Berater



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generiert am 22.11.2017 10:11:14 ­