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Denkmalpflege im Landkreis Roth


Obermühle SchwandWas ist eigentlich ein Denkmal?

Das Bayerische Denkmalschutzgesetz definiert Denkmäler als "von Menschen geschaffene Sachen oder Teile davon aus vergangener Zeit, deren Erhaltung wegen ihrer geschichtlichen, künstlerischen, städtebaulichen, wissenschaftlichen oder volkskundlichen Bedeutung im Interesse der Allgemeinheit liegt".


Welche Objekte sind denkmalgeschützt?

Die Schutzbestimmungen des Denkmalschutzgesetzes gelten für verschiedene Denkmalgruppen. Man unterscheidet Baudenkmäler, historische Ausstattungsstücke, historische Gartenanlagen, bewegliche Denkmäler, Ensembles und Bodendenkmäler:

  • Baudenkmäler sind bauliche Anlagen unterschiedlichster Art, wie z.B. Kirchen, Kapellen, Burgen, Schlösser, Wohnhäuser, Scheunen, Fabrikanlagen, Brücken, Grenzsteine oder auch Flurkreuze.
  • historische Ausstattungsstücke sind an das jeweilige Denkmal gebundene Gegenstände wie Fenster, Türen, Decken, Fresken, Altäre oder Kirchengestühle.
  • historische Gartenanlagen sind historische Schloss- oder Stadtparks.
  • bewegliche Denkmäler sind Möbel, Teppiche, Bücher, Gemälde oder Skulpturen.
  • Ensembles: Darunter versteht man eine Gruppe von Gebäuden, die als historisches Orts-, Platz- oder Straßenbild insgesamt erhaltungswürdig sind. Dabei müssen die einzelnen Gebäude innerhalb eines Ensembles für sich alleine gesehen nicht unbedingt schützenswert sein.
  • Bodendenkmäler sind bewegliche und unbewegliche Reste aus in der Regel vor- und frühgeschichtlicher Zeit, die sich im Boden befinden oder befanden. Hierzu gehören Siedlungsfunde, Ringwälle, Gräber, Befestigungsanlagen, aber auch Schmuckstücke, Münzen, Gefäße oder Werkzeuge.



Was bedeutet Denkmalschutz konkret?

Das Denkmalschutzgesetz regelt die erforderlichen Verfahren zur Sicherstellung des Erhalts von Denkmälern.

Der wichtigste Bestandteil ist hierbei die Erlaubnispflicht für alle Veränderungen und Arbeiten an Baudenkmälern. Selbst vermeintlich kleine Maßnahmen, die nach der Bayerischen Bauordnung verfahrensfrei sind, benötigen nach dem Denkmalschutzgesetz eine spezielle Erlaubnis.

Die Erlaubnis benötigt jedoch auch derjenige, der in der Nähe von Baudenkmälern Anlagen errichten, verändern oder beseitigen will und sich dies auf den Bestand oder das Erscheinungsbild eines der Baudenkmäler auswirken kann.

Neben diesen sogenannten Nähefällen besteht auch noch der Aspekt der Fernwirkung bei sehr großen oder dominanten baulichen Anlagen wie z.B. großflächige Photovoltaikanlagen oder Windenergieanlagen.

Werden im Bereich von Bodendenkmälern Erdarbeiten wie Abtragungen oder Ausschachtungen durchgeführt, ist hierfür ebenfalls eine Erlaubnis erforderlich.

Handelt es sich bei der Veränderung des Baudenkmals dagegen um eine baugenehmigungspflichtige Baumaßnahme, beinhaltet die Baugenehmigung dann auch die denkmalpflegerische Erlaubnis.


Wie kann geholfen werden?

Das Zurechtfinden in den zahlreichen Vorschriften sowie fachlichen Vorgaben des Denkmalschutzes ist nicht einfach und man kann sehr leicht Schiffbruch erleiden. Eine solche Entwicklung ist jedoch weder für den Betroffenen noch für die zuständigen Behörden erfreulich.
Die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Roth will Ihnen daher als erster Ansprechpartner zu allen Fragen des Denkmalschutzes zur Seite stehen. Zu den Aufgaben gehören unter anderem:

  • Beratung in allen praktischen Fragen rund die Instandsetzung und den Erhaltung eines Denkmals.
  • Begleitung von Bau- und Sanierungsmaßnahmen
  • Koordination der Sprechtage mit dem Gebietsreferenten des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege
  • Erteilung von denkmalrechtlichen Erlaubnissen für Maßnahmen an oder in der Nähe von Bau- und Bodendenkmälern
  • Fachliche Mitwirkung im Baugenehmigungsverfahren
  • Förderung von Maßnahmen an Baudenkmälern
  • Erlass von denkmalrechtlichen Anordnungen


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generiert am 23.11.2017 08:18:10 ­