Veröffentlicht am 11.02.2009

Landrat Herbert Eckstein besucht Landkreis-Firmen


Wer in den Hallen der Spielwarenmesse nach der schlechten Konjunktur-Nachricht suchte, der wurde an den Ständen der Firmen aus dem Landkreis Roth jedenfalls nicht fündig. Die Krise hat den Einzel- und Großhandel in dieser Branche ganz offensichtlich noch nicht erreicht.

Landrat Herbert Eckstein informierte sich bei den Landkreisfirmen auf der Spielwarenmesse Nürnberg

„Der Konsum ist nach wie vor stabil“, hieß es bei den einen. „Unsere Kunden haben gut verkauft“, hatten die anderen in vielen Gesprächen mit ihren Besuchern erfahren. Eine echter Auftragsbringer ist die Spielwarenmesse schon lange nicht mehr. Man informiert, knüpft Kontakte, bespricht neue Konzepte und zeigt sein aktuelles Sortiment. „Das Messegeschäft läuft in der Nacharbeit“, ist mehrfach zu hören.

Zufrieden mit dem Verlauf

„Es war eine gute Messe, wir sind zufrieden mit dem Verlauf“, sagte Joachim Söhn, Geschäftsführer der Firma Lena in Eckersmühlen. Ebenfalls „sehr zufrieden“ war man bei dem Rother Unternehmen Iden. „Die Frequenz war gut, wir waren sehr erfolgreich“, sagte Geschäftsführer Karl Krug. Noch besser ist es bei „Trendy Toys & Sporting Goods“ aus Eckersmühlen gelaufen. „Wir merken nichts von der Krise“, meinte Firmenchef Roland Schröter. „Bei uns wurde wahnsinnig eingekauft, ein Grieche wollte gleich das ganze Lager mitnehmen“, so Schröter mit Blick auf seine neuen Gymnastikmatten. Dank ihrer Ösen kann man sie nach dem Sport aufhängen. „Dann liegen sie nicht rum, sondern lüften aus“, schildert Schröter den Vorteil, der die Eigenentwicklung bei seinen Kunden so beliebt macht.

Bei der Wendelsteiner Firma Bringmann sieht man die größten Probleme im Geschäft mit dem europäischen Osten. „Dort sind die Währungen um bis zu 30 Prozent abgewertet worden, das macht unsere Produkte für die Importeure verdammt teuer“, sagt Michael Köhl, für das Auslandsgeschäft verantwortlicher Manager des Bastelwarenherstellers. „Das aber waren Wachstumsmärkte“, erklärt der Kaufmann. Die Zuwächse in Deutschland seien sehr klein.

Zugleich sieht er die Hauptauswirkungen der Finanzkrise gegenwärtig noch bei der produzierenden Industrie verharren. „Es dauert, bis das zu uns durchsickert“, stellt Köhl fest, der durchaus noch zu Scherzen aufgelegt ist. „Kurzarbeit bringt Bastelzeit“, hofft er.

Auch bei Friedrich Lederwaren aus Schwanstetten berichteten die Abnehmer von Schminkkoffern und Schulrucksäcken stets von durchaus noch annehmbarem Umsatz. „Richtig beschwert über die eigenen Geschäfte hat sich keiner“, konnte Sabine Uhlemann während des Messeverlaufs feststellen.

Auch im Schreibwarenhandel sieht Iden-Chef Karl Krug noch eine Umsatzeinbrüche. „Das Weihnachtsgeschäft war besser als eh und je“, weiß er aus eigener Erfahrung. Dabei stehe Qualität im Vordergrund und es werde zunehmend wieder Wert auf die Marke gelegt.

Die Aussteller aus dem Landkreis sind mit dem Messeverlauf sehr zufrieden

„Es läuft positiv“

Das Wachstum sogar ablesen kann man bei dem Hilpoltsteiner Unternehmen „Goldon Marketing“, das mit in Sachsen produzierten Rhythmus- und Musikinstrumenten für Kindergärten und Schulen handelt. Zehn Quadratmeter größer und in Ecklage mit offener Seite wirkt der Stand von Katarina und Jürgen Koller viel einladender als im vergangenen Jahr. „Musikalische Früherziehung ist in aller Munde“, weiß das Ehepaar. Die Folge: „Eine Krise gibt‘s bei uns nicht, es läuft durchweg positiv“, sagt Jürgen Koller, bei dem sich zahlreiche Kunden aus Übersee informierten.

Sowohl bei Lena als auch bei „Loy Toy‘s“ aus Thalmässing beklagt man den zunehmend schwindenden Spielwaren-Fachhandel. „Bis vor kurzem gab es bei den Fachgeschäften einen Rückgang von zwei Prozent jährlich, nun sind es drei bis fünf Prozent“, sagt Jürgen Söhn. „Bei wenigeAbnehmern aber gibt es harte Preisverhandlungen“, beklagt er.

Heiner Loy plagen andere Probleme. Er vertreibt hochwertiges Holzspielzeug, dessen Finessen von qualifiziertem Personal erklärt werden sollen. „Dafür gibt es immer weniger Leute“, sagt Loy. Von französischen Partnern hat er neue Produkte in sein Sortiment aufgenommen. Schwimmfähige Holz-Segelboote in verschiedenen Größen sollen den Kids den Sommer am Brombach- und am Rothsee verschönern. Deren Gebrauch ist ganz leicht zu schildern: Aufs Wasser setzen und anstubsen.

Quelle: Roth-Hilpoltsteiner-Volkszeitung



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