Ozonbelastung


Bodennahes Ozon, sogenannter Sommersmog, belastet die Luft. In den oberen Luftschichten (Stratosphäre in 20 bis 50 Kilometern Höhe) schirmt Ozon die kurzwellige ultraviolette Strahlung der Sonne ab und schützt somit, in Bodennähe aber kann es die Gesundheit von Menschen und Pflanzen schädigen. Da sich das Ozongesetz vom Juli 1995 als unwirksam erwiesen hat, hat die Bundesregierung im Mai 2000 das Aktionsprogramm Sommersmog ins Leben gerufen. Das Proramm umfasst verschiedene dauerhaft wirksame Maßnahmen, mit denen die Vorläuferstoffe (insbesondere Kohlenwasserstoffe und Sickstoffoxide), die unter Einwirkung von Sonnenlicht zum Sommersmog führen, verringert werden sollen. Beispiele für solche Maßnahmen sind die Einführung einer streckenbezogenen Autobahngebühr für schwere Nutzfahrzeuge oder die Einführung einer Abgasuntersuchung für Motorräder.

Die genannten Vorläuferstoffe entstehen hauptsächlich durch den Kraftfahrzeugverkehr, bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe (Kohle, Öl, Gas etc.) sowie bei der Verwendung von lösemittelhaltigen Produkten wie Farben und Lacke. Daneben gibt es aber auch natürliche Quellen wie z. B. Vulkanausbrüche oder bestimmte Gärprozesse. Da sich bodennahes Ozon vor allem an warmen Sommertagen mit intensiver Sonneneinstrahlung bildet, sollte man an diesen Tagen nicht zwingend gebotene Autofahrten unterlassen.

In der EU-Richtlinie 2002/3/EG über den Ozongehalt der Luft sind Zielwerte sowie Informations- und Alarmschwellen für Ozon angegeben, ebenso in der sogenannten Luftqualitätsverordnung (22. BImSchV). In Bayern wird die Öffentlichkeit vom Bayer. Landesamt für Umweltschutz (LfU) dann informiert, wenn Ozonkonzentrationen von mehr als 180 µg/m³ als Stundenmittelwert gemessen werden. Vorsorglich wird dann empfohlen, dass Personen, die besonders empfindlich auf Ozon reagieren, ungewohnte und erhebliche körperliche Anstrengungen im Freien vermeiden. Bei mehr als 240 µg/m³ gilt diese Empfehlung generell (Alarmschwelle). Auf sportliche Ausdauerleistungen sollte bei hohen Ozonwerten grundsätzlich verzichtet werden.

Das LfU erfasst die Ozonbelastung kontinuierlich an derzeit 29 Messstationen. Im Landkreis Roth gibt es keine Messstation, die nächstgelegenen Stationen befinden sich in Ansbach und Nürnberg. Im außergewöhnlich sonnenscheinreichen Sommer 2003 wurde bayernweit eine gegenüber dem Vorjahr deutliche Zunahme der Anzahl der Tage mit Überschreitungen der Informations- bzw. Alarmschwelle registriert. Insgesamt ist seit Beginn der Messungen im Jahr 1978 eine steigende Tendenz der Ozonbelastung zu erkennen.

Aktuelle Informationen zum Thema Ozonbelastung gibt es über das Videotextprogramm "Bayerntext" des Bayer. Rundfunks (Tafeln 630 - 636) und auf der Internetseite des LfU. Hier werden im Sommerhalbjahr Messwerte für den Zeitraum von 12 Uhr bis 21 Uhr stündlich bereitgestellt. Gegen 16 Uhr wird eine Ozonprognose für den Folgetag bekannt gegeben. Bei Stundenmittelwerten von mehr als 180 µg/m³ wird die Öffentlichkeit über Presse, Rundfunk und Fernsehen informiert.       



Weitere Informationen und Material zum Thema finden Sie auf der rechten Navigationsleiste.


« zurück
Link zu contentXXL
©Landratsamt Roth 2020
generiert am 21.02.2020 03:53:27 ­