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Wo schwarze Schafe die Guten sind - Heimisches Lamm zu Ostern


ALFERSHAUSEN – Als Barbara Auernhammer die Stalltore öffnet, blöken ihr 50 Texelschafe freudig entgegen. „Die riechen schon das frische Gras und wissen, dass sie bald auf die Wiese dürfen“, erklärt die Alfershausener Schafhalterin.

Auf dem Hof von Hans-Peter und Barbara Auernhammer begann die Schafhaltung 1999 mit dem Zweck die Streuobstwiesen zu pflegen. Seitdem ist die Herde auf 50 Mutterschafe gewachsen. Im Stall tümmeln sich neben vier Wochen alten Lämmern auch bis zu fünf Jahre alte Schafe mit prächtigem Fell. „In zwei Wochen werden sie geschoren, das ist auch für die Tiere angenehmer und der Sommer kann kommen“, so Auernhammer. Die Wolle wird an einen Händler weitergegeben, rentabel ist diese Vermarktungsform bisher noch nicht. Denn die Texelschafwolle sei beispielsweise nicht so wertvoll wie die vom bekannten Merinoschaf.

Koppelhaltung auf Streuobstwiesen
Ab Mai, wenn das Fell wieder ein wenig nachgewachsen ist, dürfen die Tiere den gesamten Sommer auf der weitflächigen Streuobstwiese verbringen. Beim „Einkoppeln“ muss die gesamte Familie Auernhammer zusammenarbeiten, damit der Zaun fix angebracht werden kann. Wer denkt die Schafe würden dann nur Gras fressen, täuscht sich. „Manchmal warten die Schafe auch unter einem Baum bis ein reifer Apfel herunterfällt“, erzählt die 52-Jährige.

Schwarze Schafe sind gute Mütter
Mit den Zahlen auf dem Fell können die Lämmer den Mutterschafen zugeordnet werden. Manchmal müsse man die Lämmer auch mit der Flasche aufziehen. Bei den Texelschafen mit schwarzem Kopf und Fell ist das jedoch kaum der Fall, denn diese seien die weitaus besseren Mütter und sehr gutmütige Tiere. Oft seien die schwarzen Schafe aber männlich, man achte dennoch darauf wenigstens ein paar der schwarzköpfigen Weibchen in der Herde zu haben.

Schafknacker und -salami
Für Hans-Peter Auernhammer ist die Schafhaltung ein Ausgleich zur Arbeit als Elektroingenieur. Der Nebenerwerbslandwirt versucht viele seiner Lebensmittel sowie das eiweißreiche Futtermittel für die Tiere selbst zu produzieren. So liefern die Streuobstbestände besten Saft, die Bienenvölker süßen Honig und die Schafe hochwertiges Fleisch, das zu Schafknackern, Hackfleisch oder Salami verarbeitet wird. Selbst Geflügel ist auf dem Betrieb heimisch. Neben Auernhammers Kollegen in Nürnberg freuen sich auch die Verbraucher aus dem Landkreis Roth über die regionalen Erzeugnisse, die direkt ab Hof erhältlich sind.

Beheimatet sind im Landkreis Roth derzeit 5.628 Schafe auf 115 Betrieben, darunter Herden mit zwei Tieren, aber auch Hüteschäfer mit bis zu 1.218 Schafen. Landrat Herbert Eckstein ist die Schafhaltung ein besonderes Anliegen. „Die Tiere sind echte Naturschützer, sie pflegen unsere Kulturlandschaft, das müssen wir erhalten“, so Eckstein. Daher unterstützt auch das Regionalmanagement im Landkreis Roth  bei der Vermarktung von Schafprodukten. „Mit Lammsalami-Werbeaktionen oder den Lammwochen im Sommer in Kooperation mit der regionalen Gastronomie machen wir auf die besondere Qualität der heimischen Produkte aufmerksam“, erklärt Miriam Adel vom Landratsamt.

Daneben ist Lamm auch das Produkt des Monats März und April. Adressen von Schafhaltern und Direktvermarktern sind im gleichnamigen Faltblatt oder unter www.landkreis-roth.de/pdm-lammundziege zusammengetragen.

Miriam Adel empfiehlt für das Ostermenü einen deftigen Lammbraten oder gegrillte Lammkoteletts. Auch bei Familie Auernhammer wird traditionell ein Lammbraten auf den Tisch kommen. Rezepte zum Nachkochen gibt es ebenfalls im Flyer.



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generiert am 23.11.2017 08:07:41 ­