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Melkroboter verschickt SMS


Die zweite Betriebsbesichtigung im Rahmen der Bio-Woche im Landkreis Roth führte an zwei Tagen rund 30 Interessierte nach Spalt-Hagsbronn, wo die Familie Scheuerlein 90 Kühe in einem modernen Offenstall mit angrenzender Weide hält.

Das Melken der Kühe erledigt in Hagsbronn der Roboter. Die Tiere gehen regelmäßig selbst in die Melkroboterbox, um die Milch abzugeben. Als Anreiz dient schmackhaftes Kraftfutter, das der Roboter dort für jede Kuh - individuell gemischt - ausspuckt. Ein Sensor am Halsband der Tiere ermöglicht die Erfassung von Milchmenge und unzähligen weiteren Daten im System.

Der Roboterarm steuert das Melkgeschirr mit Hilfe von in Excel hinterlegten Koordinaten und einem Laser an das Euter der Kuh. Sollte es dabei einmal Probleme geben, schickt das hochautomatisierte System eine SMS an die drei Betriebsleiter. Christian Scheuerlein bewirtschaftet den Hof zusammen mit seiner Frau Judith sowie mit seiner Mutter Walburga.

Rangordnung im Stall
Unter allen Kühen herrscht eine strikte Rangordnung, die komplett durchstrukturiert ist. Das führt dazu, dass die ranghohen Tiere die Rangniedrigeren auffordern Platz zu machen, wenn sie beispielsweise selbst an dieser Stelle fressen möchten. Die Kuhhörner und deren Größe haben auf diese Rangordnung allerdings keinen Einfluss. Vielmehr spiele der Charakter der Tiere die entscheidende Rolle. „Wenn ich durch den Stall laufe, dann akzeptieren die Kühe mich sozusagen als ranghöchste Kuh“, berichtet Judith Scheuerlein schmunzelnd.

Milch- und Käseautomat
Auch in Sachen Direktvermarktung geht der Biohof Scheuerlein moderne Wege. Während der Großteil der Milch alle zwei Tage von der Molkerei abgeholt wird, kann die Bio-Weidemilch auch direkt am Milchautomaten rund um die Uhr selbst gezapft werden. „Im Sommer halten hier viele Radler, die sich mit einem Schluck kalter Milch erfrischen“, erzählt Judith Scheuerlein. Im Warenautomat gibt es zudem Käse, der aus der Scheuerlein-Milch in einer Käserei in Neustadt hergestellt wird. Acht verschiedene Geschmacksrichtungen zählt die studierte Landwirtin auf.

Tierwohl im Fokus
Seit 2012 arbeitet die Familie Scheuerlein nach den biologischen Richtlinien des Anbauverbands Biokreis. Die Tiere profitieren dabei unter anderem vom Weidezugang und von großzügigen mit Stroh eingestreuten Liegeflächen im Stall. Im Pflanzenbau wird auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichtet, auch die mineralische Stickstoffdüngung ist tabu. Bei auftretenden Krankheiten behandelt die Familie Scheuerlein ihre Tiere mit homöopathischen Präparaten - Antibiotikum stellt nur das letzte Mittel etwa bei starken Grippen dar. Selbstverständlich wird die Milch kranker Tiere dabei nicht mit in den Tank gemischt.

Rundum sind die Qualitätsanforderungen des Biokreis-Verbands im Vergleich zu den gesetzlichen Mindestanforderungen nach EU-Vorgaben um ein Vielfaches höher. Trotz der erhöhten Auflagen sind die Betriebsleiter zufrieden mit ihrem Bio-Betrieb: „Die Umstellung von konventionell auf bio haben wir zu keinem Zeitpunkt bereut“.

Weitere Informationen zum Betrieb unter: www.biomilch24.de oder beim Regionalmanagement des Landkreises Roth unter www.bio.lraroth.de.

 

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generiert am 20.11.2017 03:08:25 ­