
Es ist das größte Bauvorhaben in der jüngeren Geschichte des Landkreises, für das derzeit täglich rund 120 Handwerker bohren, hämmern, mit Beton arbeiten und schwitzen. Mit rund 33 Millionen Euro kalkulieren die beiden Architekten Arndt Rudolph (Planer) und Anton Rudolph (Bauleiter) die gesamten Baukosten.
Angesichts der Bedeutung dieses Projektes, für das die Rother Kommunalpolitiker über 30 Jahre kämpften, sollte – trotz aller moderner Konzeption – die Tradition nicht vergessen werden. Darum der Akt des symbolischen Grundsteins in Form einer kupfernen Kartusche. Befüllt unter anderem mit Münzen, den Lokalzeitungen des Tages und den Werkplänen, findet die Kartusche Platz in der Bodenplatte des künftigen Schul-Innenhofes, um den schon jetzt zwei Stockwerke hoch die künftigen Außenmauern in die Höhe ragen.
Betonlastig und „schwer“ wird der Bau dennoch nicht wirken. Im Gegenteil: Lichtdurchflutet, abwechslungsreich in der Raumgestaltung, individuell, mit kommunikativem Charakter und basierend auf einem umweltfreundlichen Energiekonzept. So charakterisiert Planer Arndt Rudolph „seine“ Schule. „Wer hier lernt und arbeitet, soll sich wohlfühlen. Umso wichtiger in einer Zeit, in der Lehrer und Schüler künftig deutlich mehr Zeit in der Schule verbringen als dies bisher der Fall war, “ betont Rudolph mit Blick auf Ganztages-Schulkonzepte.
Eine Devise, die für Landkreis-Chef Eckstein maßgeblich war als der Planungs- und Bauauftrag im Rahmen eines Wettbewerbs an das Architekturbüro Fuchs und Rudolph vergeben wurde. Angesicht dessen, was seit Baubeginn im Spätsommer 2010 bereits passiert ist, freute sich der Landrat über das Wachsen und Werden des dritten Landkreis-Gymnasiums, für dessen Verwirklichung schon Generationen von Politikern viel Zeit und Nerven gelassen haben.
Umso erfreulicher sei es, machte Eckstein am Donnerstag deutlich, dass nicht nur die Planung, sondern jetzt auch deren Verwirklichung richtig „rund“ läuft. „Man merkt, dass hier alle Beteiligten mit Herz und Verstand bei der Sache sind“, lobte er die gesamte Bau-Crew. „So eine große Baustelle und bisher so wenig Probleme. Das ist bemerkenswert.“
„Es flutscht“, bestätigte Planer Arndt Rudolph. Umso besser für die Wendelsteiner Gymnasiasten in „Wartestellung“. Die Erst-Bezieher der Schule werden derzeit in „Vorläuferklassen“ unter dem Dach der Gymnasien in Roth, Altdorf und dem Martin-Behaim-Gymnasium Nürnberg unterrichtet.
Wenn es weiterhin so gut läuft, werden sie ab September 2012 in Wendelstein die gymnasiale Schulbank drücken und sich zwischen einem naturwissenschaftlich-technologischen Zweig und einem wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Zweig mit wirtschaftswissenschaftlichem Profil entscheiden können. Wendelsteins Bürgermeister Werner Langhans: „Dieses Gymnasiums verschafft unserer Marktgemeinde einen herausragenden Standortvorteil im Großraum Nürnberg. Schließlich wollen wir gerade für junge Familien ein attraktives Umfeld bieten.“
Bis der erste Unterrichtsgong läutet, steht statt Mathe und Deutsch erst mal noch jede Menge ordentliches Handwerk auf dem Stunden-, besser: Bauzeitenplan. Anfang Juli wird Richtfest gefeiert, bis zum Herbst soll der Bau wetterdicht sein und Anfang 2012 startet der Innenausbau.
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