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Ehrgeizige Energieziele


Beim Kampf für ein Gymnasium Wendelstein war der gemeinsame Weg vorgezeichnet. Nun, wo sicher ist, dass die Schule kommt, tun sich viele Alternativen auf: Finanzierung, Energieeffizienz, Beteiligungen. . . Der Chor im Kreistagssaal klang am Montag entsprechend mehrstimmig. Ein Anstoß kam in der vergangenen Woche von der CSUKreistagsfraktion. Man möge doch auch über PPP-Modelle – ein Investor baut und der Landkreis zahlt Miete – nachdenken.

Für Landrat Herbert Eckstein (SPD) eine Variante, die in ihrer klassischen Version für das Gymnasium von vornherein nicht in Frage kommt. „Da wird nur ein Raumprogramm vorgegeben und andere führen es aus“, sagte Eckstein in der gemeinsamen Kreis- und und Umweltausschusssitzung. Nicht zielführend für den andrat. „Das ist unser Gymnasium und wir bauen es.“

Zumal die Weichen schon gestellt sind, immerhin hat der Kreisausschuss schon vor drei Wochen einen Architekturwettbewerb beschlossen. „Nur der schafft Perspektiven“, sagte Eckstein. Dann habe man konkrete Zahlen und könne über die Finanzierung reden. Aber auch dann wolle er keine Verschieberei. „Wir haben immer Vernünftiges gebaut.“ Eckstein geht von einer Gesamtinvestition von rund 25 Millionen Euro, verteilt auf vier Jahre aus. Nicht Besonderes aus seiner Sicht, „wir haben auch sonst sechs, acht oder zehn Millionen im Jahr investiert“.

Wer ein anderes Modell wolle, der trage dann auch die Verantwortung, wenn der Zeitplan nicht eingehalten werde. Und der ist sehr ehrgeizig, denn bereits im September 2012 soll der Schulbetrieb beginnen. Unklar ist auch noch in welcher Form sich der Markt Wendelstein an dem Schulprojekt beteiligen will. Bisher zugesichert hat Bürgermeister Werner Langhans (CSU), dass sich der Markt bei der Dreifachhalle des Gymnasiums „nicht lumpen lässt“. Im Gespräch sind rund 2,5 Millionen Euro, im Gegenzug bekommt Wendelstein ein Nutzungsrecht zu bestimmten Zeiten und die Halle wird ballsportgerecht gebaut. Auch bei den Betriebskosten gibt es laut Langhans eine „Grundbereitschaft“ zur Beteiligung.

Der Gredinger Kreisrat Hermann Kratzer (FW) sieht Wendelstein allerdings „noch mehr in der Pflicht“. Kämen doch Thalmässinger und Gredinger Kinder wohl kaum in den Genuss des Gymnasiums. Was Johannes Wunram (CSU) zu der Bemerkung verleitete: „Nicht Wendelstein bekommt ein Gymnasium, sondern der Landkreis Roth.“ Auch CWGMann Peter Grimm forderte Solidarität ein und verwies auf wegfallende Gastschulbeiträge. Alleine für Wendelstein seien es 200 000 Euro im Jahr. Beschlossen hat das Gremium bereits, dass man in Sachen Energieeffizienz sehr ehrgeizige Ziele habe. So solle das Gebäude bei den Transmissionsverlusten einen Wärmedurchgangskoeffizienten unter 0,3 haben (früher bekannt unter K-Wert) und pro Quadratmeter sollen nicht mehr als 40 Kilowattstunden Primärenergie im Jahr aufgewendet werden. „Das ist ein sehr hoher Standard, aber kein utopischer“, kommentierte dies Energieexperte Markus Brautsch.

Der Gredinger Professor erläuterte den Mitgliedern des Kreis- und Umweltausschusses zusammen mit Alexander Wernard vom Landratsamt die Herangehensweise beim Bau einer energieeffizienten Schule. Als Option favorisiert Brautsch einer Hackschnitzelheizung mit einem Heizölkessel für die Spitzenlast. Für eine Schule nicht praktikabel ist aus seiner Sicht ein Passivhaus. Er verdeutlichte dies am Beispiel eines offen gelassenen Fensters. Es würde Wochen dauern, bis das Klassenzimmer wieder Normaltemperatur habe. Wichtig sei nämlich, das Nutzerverhalten im Auge zu behalten, sagte Wernard. „Wir bauen keinen Leuchtturm, sondern eine Schule.“ Der Nutzer müsse mit dem Haus auch umgehen können, so Eckstein.

Stark in Zweifel zogen Wernard und Brautsch die Zahlen einer Schule in Neckargmünd. Laut einem Bericht der Freien Wähler wurde dort eine Passivschule für 1400 Schüler gebaut. Die Mehrkosten in Höhe von 800 000 Euro würden sich nach acht Jahren bereits amortisierten, da jährlich 100 000 Euro an Energie gespart würden. „Roth ist ein ähnlich großes Gymnasium, da haben wir im Jahr Energiekosten von 75 000 Euro.“ Da würde man sich schwer tun, 100 000 Euro einzusparen.

Quelle: Hilpoltsteiner Kurier



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generiert am 23.05.2012 20:38:35 ­