Das erfordert viel planerisches Gehirnschmalz, bis im Sommer 2010 die Baumaschinen auf dem fünf Hektar großen Grundstück „In der Giebitzen“ anrücken.
Bei der Finanzierung des 25-Millionen-Euro-Projekts, die größte Einzelinvestition des Landkreises Roth seit dem Bau des damaligen Kreiskrankenhauses in Roth 1984, scheinen, wie gestern berichtet, die Weichen gestellt. Eine Mehrheit lehnt ein PPP-Modell, also Bauen mit einem privaten Investor, ab. Teile der CSU wollen sich diese Option zwar noch bis zur nächsten Kreisausschusssitzung am 4. Mai offen halten. Doch derzeit sieht es nicht so aus, als ob sich mehr als die Hälfte der Kreisräte für das PPP-Modell erwärmen können.
Ein Indiz für eine herkömmliche Finanzierung über Erspartes, staatliche Förderung, Kreisumlage und neue Schulden ist der Architektenwettbewerb, den der Kreisausschuss in seiner Donnerstagssitzung im Prinzip beschlossen hat. Die Vorbereitungen für eine europaweite Ausschreibung laufen jetzt an. Theoretisch, sollte sich wider Erwarten doch das PPP-Modell durchsetzen, könnte er bis Ende Juni noch gestoppt werden.
Der Zeitdruck ist groß: Bis November müssen alle planerischen Unterlagen bei der Regierung in Ansbach vorliegen. Nur dann ist gewährleistet, dass im Sommer 2010 die Bauarbeiten beginnen können. Nur dann ist eine zügige Auszahlung der Fördergelder — im Gespräch sind derzeit 8,1 Millionen Euro — möglich. Nur dann kann der Schulhaus-Neubau im September 2012 bezogen werden.
Ausführlich diskutiert in der Sitzung des Kreisausschusses wurde nicht nur die Art der Finanzierung, ausführlich diskutiert wurde auch das mögliche Profil eines Gymnasiums Wendelstein. Die besten Chancen hat derzeit der Vorschlag der Verwaltung, beim Kultusministerium ein wirtschaftswissenschaftliches Gymnasium zu beantragen. Eine solche Fachrichtung gibt es in Mittelfranken bislang nur in Stein. Es würde damit das Bildungsangebot in der Schullandschaft ergänzen und keine zu große Konkurrenz zu den Nachbarschulen sein.
Wichtig werden in den nächsten Wochen die Verhandlungen des Landkreises Roth mit der Gemeinde Wendelstein sein. Es geht darum, die Standortgemeinde, die natürlich von einem Gymnasium Wendelstein profitiert, ins Boot zu holen. Es wird nach Möglichkeiten gesucht, Wendelstein auch finanziell zu beteiligen.
Möglicherweise werden die 3,55 Millionen Euro, die die Gemeinde in eine neue Ballsporthalle stecken will, „umgeleitet“ in eine Dreifach-Turnhalle, die ein Gymnasium benötigt und die natürlich abends und am Wochenende von den umliegenden Vereinen genutzt werden kann. Ins Gesamtpaket, so schwebt es Landrat Herbert Eckstein vor, soll auch die Kreissportanlage eingebracht werden, die der Landkreis schon vor 20 Jahren im Hinblick auf das Gymnasium Wendelstein gebaut hatte.
Gesprochen wird hinter verschlossenen Türen. Nächste öffentliche Sitzung ist der Kreisausschuss am 4. Mai. Dann geht es nicht mehr nur um „PPP“, sondern um energetische Fragen beim Neubau. Dazu gibt es bereits Anträge von Freien Wählern und Bündnisgrünen. Der Gesamt-Kreistag wird sich am 18. Mai des Themas annehmen.
Quelle: Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung
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