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Veröffentlicht am 16.01.2012

Gläserne Eins für Triathleten


ROTH - „Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen die Deutschen“, witzelte einst die englische Stürmer-Legende Gary Lineker.

Bei der Sportlerehrung des Landkreises ist das Prinzip ähnlich – einmal mehr gehörte die „Gläserne Eins“ den Triathleten.

Einige Tage vor dem Ende der Abstimmung war Roland Juranek für kurze Zeit sogar mal vorne gelegen, doch am Ende hatte der Meisterschütze der SG Thalmässing doch keine Chance gegen die Dominanz der Ausdauerdreikämpfer. Trotz seiner zahlreichen Welt- und Europameistertitel musste Juranek, der bisher zweimal Dritter (2006 und 2009) und einmal Zweiter (2008) wurde, dem Cross-Triathleten Alexander Haas den Vortritt lassen – und das mit 87 zu 122 Stimmen noch recht deutlich.

Bei der Wahl zur Sportlerin des Jahres war Rebecca Robisch dagegen von Anfang an auf der Siegerstraße. 145 der insgesamt 528 Sportlerinnen und Sportler, die bei dem Festabend in der Mehrzweckhalle der Rother Anton-Seitz-Schule für ihre Leistungen ausgezeichnet wurden, hatten für die 23-jährige Kader-Athletin der Deutschen Triathlon-Union gestimmt, die sich damit ihren vierten gläsernen Einser ins heimische Regal stellen kann.

Auf die Zweitplatzierte, die vor kurzem in den Nationalkader berufene Nachwuchs-Golferin Franziska Friedrich, entfielen 79 Stimmen.

Auf dem Weg nach Südafrika

Entgegengenommen wurde die Trophäe übrigens von Rebecca Robischs Mutter Marlene, denn die inzwischen in Saarbrücken lebende Geehrte steckte mitten in den Reisevorbereitungen für das nächste Trainingslager in Südafrika, wo Rebecca Robisch sieben Wochen lang an ihrer Form für die Qualifikationswettkämpfe für die Olympischen Spiele feilen wird.

Auch Alexander Haas hatte bei seinem Sieg vor einem Jahr den Preis nicht persönlich entgegennehmen können. Damals  weilte der 22-jährige XTERRA-Weltmeister von der TSG 08 Roth und nunmehr zweifache Sportler des Jahres zu Studienzwecken in Australien.

Bei der Wahl der Mannschaften des Jahres blieben die heimischen Triathlon-Cracks, die vergangenes Jahr sowohl bei den männlichen als auch bei den weiblichen Teams gewonnen hatten, diesmal allerdings komplett außen vor. Keine der 2011 erreichten Mannschaftsleistungen brachte eine Nominierung für die Runde der letzten Fünf ein, so dass der Weg frei war für die SchülerA-Mehrkampf-Mannschaft der LG Landkreis Roth und die Handball-C-/B-Juniorinnen des TSV Wendelstein.

Mit den 152 Stimmen für die jungen LG-Leichtathleten würdigten die Wahlberechtigten eine herausragende Saison von Sebastian Pfahler, Tobias Gußner, Justin Polster und den Zwillingsbrüdern Florian und Felix Fichtner, die unter anderem die deutsche Mannschaftsmeisterschaft im Achtkampf gewonnen hatten. Die Sieger hatten damit fast doppelt so viele Stimmen wie die Tischtennis-Jungen des TV Hilpoltstein (77) eingesammelt, obwohl deren Leistung, der Durchmarsch in die Bayernliga Nord, sich ebenfalls wahrlich sehen lassen kann.

Ähnlich geht es freilich schon seit Jahren den Damen der Neumühler Eisschützengilde, quasi dem Bayer Leverkusen der Sportlerehrung. Sage und schreibe sechs Mal wurden Doris Schubert und Co. bereits nominiert, doch für den Sprung nach ganz vorne hat es nie gereicht. Da kann Landrat Herbert Eckstein noch so sehr die Werbetrommel für „seine“ Neumühlerinnen – diesmal Zweiter wie schon 2009 – rühren, Randsportarten haben es im Triathlon-Landkreis Roth schwer. Und so musste sich Doris Schubert ebenso wie im Vorjahr mit dem vierten Platz in der Einzelwertung begnügen.

Historischer Erfolg

Beim Abstimmungsverhalten spielt eben nicht nur der Wert der sportlichen Leistungen, die man angesichts der Vielfalt der Disziplinen sowieso kaum miteinander vergleichen kann, eine Rolle, sondern auch die persönlichen Vorlieben der Wahlberechtigten und natürlich die Loyalität gegenüber den Kameraden der eigenen Sportart oder des eigenen Vereins. Und so kann es denn auch passieren, dass eine Mannschaft wie die Tennis-Damen30 des TC Roth mit dem Aufstieg in die Regionalliga, der höchsten deutschen Amateurklasse überhaupt, einen historischen Erfolg geschafft hat, bei der Wahl dann aber den letzten Platz belegt. Sie nahmen es aber – wie in einer guten (Sportler-)Familie üblich – mit Gelassenheit und souverän sportlich.

Foto: Ammer

Foto: Ammer


Quelle: Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung



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