Die Freystädter Stadtkapelle spielte zur Feier des Tages einige Lieder, ehe die zahlreichen Ehrengäste mit ihren Grußworten begannen, die darin das soeben fertiggestellte Bauwerk, und vor allem die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in höchsten Tönen lobten.
Laut Freystadts Bürgermeister Willibald Gailler wurde mit dieser Maßnahme die Offensive des Fahrradwegebaus fortgesetzt. Ziel sei es, das Fahrradwegenetz in der Großgemeinde Freystadt und zu anderen Kommunen nach und nach auszubauen. „Diesem Ziel sind wir ein großes Stück nähergekommen“, befand Gailler. Nötig sei das unter anderen, weil sich der Fahrradtourismus in der Region zu einem Wirtschaftsfaktor entwickelt habe. „Freystadt und der Landkreis Neumarkt liegen als Radlerregion voll im Trend, und sind auf gutem Wege, sich in diesem Bereich noch stärker zu positionieren“, so Gailler. Natürlich sei auch die Erhöhung der Verkehrssicherheit für die Fahrradfahrer, Kinder, ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger und alle, die den neuen Radweg benützen werden, ein Mehr an Lebensqualität.
Laut Markus Mahl, dem Hilpoltsteiner Bürgermeister, habe man bei der Planung und Durchführung des Projekts gar nicht gemerkt, dass es sich um eine grenzüberschreitende Maßnahme gehandelt habe, so gut sei die Zusammenarbeit gewesen. „Heute ist es nur dem Wetter geschuldet, dass die vielen Anwesenden nicht mit dem Fahrrad gekommen sind“, war sich Mahl sicher, und in der Tat verdunkelte sich der Himmel zusehends. Da das Fahrrad als Verkehrsmittel immer mehr an Bedeutung gewinnen würde, sei dieses Projekt notwendig gewesen.
Wie davor schon sein Amtskollege Gailler dankte er neben den Grundstückseignern und den zuständigen Bauämtern vor allem auch dem Freystaat Bayern, der den größten Teil der Kosten übernommen habe. Vertreten wurde dieser durch den Landtagsabgeordneten Albert Füracker (CSU). Dieser gratulierte den Bürgerinnen und Bürgern ebenso wie Landrat Herbert Eckstein zu diesem gelungenen Endergebnis.
Und beide lobten vor allem die neuen Möglichkeiten zwischen Mittelfranken und der Oberpfalz, mit dem „benachbarten Ausland“ in Kontakt zu treten. Laut Eckstein habe man in den vergangenen Jahren viel erreicht bei der Erweiterung des Radwegnetzes im gesamten Landkreis, umso schöner sei es nun, den Anschluss an eine benachbarte Gemeinde in der Oberpfalz zu feiern.
Insgesamt erstreckt sich der neue Radweg auf rund 2,5 Kilometer und ist zwischen 2,50 und drei Meter breit. Hinzu kam die Überquerung des Rhein-Main-Donau-Kanals, bei dem zusätzlich ein Geländer installiert werden musste. Fast eine Million Euro hat das Ganze gekostet, wobei die finanzielle Förderung des Freistaates bei etwa 75 Prozent lag.
Nach der Segnung durch Pater Maxensius und seinem frommen Wunsch, jeder möge diese allzeit unfallfrei beschreiten, versammelten sich alle Anwesenden an dem blauweißen Band, das den Radweg überspannte, um gemeinsam den neuen Radweg zu eröffnen.
Schnell holten einige der Kinder noch ihre Fahrräder, um möglichst gleich, nachdem das Band durchschnitten worden war, die neue Strecke in Beschlag zu nehmen, doch das Vergnügen auf zwei Rädern währte nur kurz, denn der sich schon lange ankündigende Wolkenbruch entlud sich gleichermaßen heftig auf der oberpfälzischen und der mittelfränkischen Seite. Aber der Sommer soll nun ja zurückkehren, und mit Sicherheit ist der neue, grenzüberschreitende Radweg in den nächsten Tagen voll von glücklichen Bürgerinnen und Bürgern von beiden Seiten der Grenze.
Text und Foto: Tobias Tschapka, Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung