
Besonders an den Bergetappen machen aber die hohen Temperaturen doch einigen der 1400 Teilnehmern schwer zu schaffen. Eine große Herausforderung etwa bildet die 14. Etappe von Heideck nach Aberzhausen, die den bei Läufern berüchtigten Rudletzholzer Berg beinhaltet. Startschuss für jene Teilstrecke fällt ausgerechnet genau um zwölf Uhr.
Doch für ihre Anstrengungen werden die Sportler nach dem Erklimmen der Höhen belohnt: Die Heidecker Feuerwehr erwartet sie bereits mit 20 000 Litern kühlen Wasser, das vom Löschschlauch auf die Landkreislaufteilnehmer herab regnet. Viele Wehren tun es diesen fürsorglichen Kameraden gleich – entlang der gesamten Strecken sind „Wasserposten“ aufgestellt. Aber nicht nur Floriansjünger stehen bereit, auch Privatpersonen kümmern sich: Sie verteilen Getränke, lassen mit ihren Gartenschläuchen die eigenen Blumen im Stich und erfrischen lieber die Läufer.
Einer von ihnen heißt Richard Hussendörfer (LT TV 06 Thalmässing), der die hohen Temperaturen gelassen sieht: „Da kann man eben nur 100 statt 105 Prozent geben – Regen wäre mir lieber gewesen.“ Trotzdem kann er sein Vorjahresergebnis verbessern: Auf der Etappe von Thalmässing nach Kleinhöbing wird er Dritter, 2009 landete der Bauleiter auf dem vierten Platz. Nach seinem eigenen Lauf greift er beherzt zum Fahrrad und fährt die restliche Gesamtstrecke zur Unterstützung seines Teams mit ab.
Natürlich werden entlang des Weges auch die anderen Mannschaften fleißig angefeuert. Die „Belmbracher Rennschnecken“ haben wieder ihren Fanclub mit Transparenten und Rasseln dabei. Allerdings ist die Zuschauerzahl aufgrund der Hitze doch deutlich reduziert.
Und auch die Motivation vieler Läufer klingt eher olympisch als ehrgeizig: „Ankommen ist das Ziel“, sagt beispielsweise Bernhard Harrer, der für das Mixed-Team des TV Hilpoltstein an den Start geht. Aufgrund der hohen Temperaturen einen Rückzieher zu machen, kommt für ihn aber nicht in Frage: „Man kann nicht immer nur andere zum Laufen auffordern“, sagt er. Sondern man solle mit gutem Beispiel vorangehen.
Derweil schickt die Sonne immer heißere Strahlen auf die Laufstrecke. Da bleibt Bürgermeister Manfred Preischl bei der 18. Etappen von Greding nach Röckenhofen nur noch, allen Läufern viel Glück zu wünschen. Denn die müssen jetzt den Kalvarienberg mit beachtlicher Steigung bezwingen. „Wenn ich den Berg nicht kennen würde, würde ich mitlaufen . . .“, kommentiert Preischl lakonisch. Gemeinerweise steht am Start auch noch eine Eistruhe, die für Tantalusqualen sorgt. Denn sie verspricht keine Erfrischung, sondern ist für den Sperrmüll bestimmt.
Markus Bartsch (TSV Greding) stört das nicht. Der Triathlet hat als Lokalmatador die Etappe nach Greding als Sieger beendet. Glückwünsche gibt es auch vom Sechsten Klaus Griebsch (TV Hilpoltstein), der sich nach dem Zieleinlauf erst mal in den Rathausbrunnen stürzt. Bei einem anderen Athleten überwiegt die Vorfreude auf den Lauf: Jens Korell springt sich regelrecht warm, bevor er an den Start geht. Er ist Bewohner der Behinderteneinrichtung Auhof, die sich nach 2003 zum zweiten Mal mit einem eigenen Team am Landkreislauf beteiligt. Statt Vorfreude dominiert bis mittags bei den Sanitäterteam eher eine innere Anspannung, man befürchtet etliche Hitzeopfer.
Einsatzleiter Michael Langguth vom BRK hat viele Helfer sogar voralarmiert, damit sie schnell zur Stelle sein können. Doch die Befürchtungen schmelzen so schnell dahin, wie die Eisbecher, die sich die Hilfskräfte schließlich genehmigen, als nachmittags die Läufer immer noch unbeschadet die Kilometer einen nach dem anderen abhaken. Ein Teilnehmer kippt 20 Meter vor seinem Ziel aus den Schuhen – Schlimmeres geschieht nicht.
Am Ende heißt der Gesamtsieger LT Nagel running team TSG Roth I, was niemanden wirklich wundert. Die Lauftreffs des TV 06 Thalmässing und des TV 23 Eckersmühlen landen auf Platz zwei und drei. Auch bei den Damen ist Roth ganz vorne. Zweimal triumphiert auch die LG Hofstetten: Sie ist beste Dorf- und beste Mixed-Mannschaft.
Text: Jürgen Leykamm, Hilpoltsteiner Kurier