Die Unternehmen der Region haben im vergangenen Jahr gute Geschäfte gemacht und erwarten auch für 2010 einen erfolgreichen Verlauf. Das erfährt Landrat Herbert Eckstein bei seinem traditionellen Messerundgang. Einige konnten auf dem Höhepunkt der Finanzkrise 2009 sogar neue Arbeitsplätze schaffen. „Wir sind zehn Prozent gewachsen“, sagt beispielsweise Joachim Söhn von Simm-Marketing, die von Eckersmühlen aus Lena-Spielwaren vertreiben. „Für 2010 erwarten wir ein ähnlich gutes Wachstum“, blickt der Geschäftsführer zuversichtlich nach vorne.
Nach Meinung von Söhn wird für Kinder unabhängig von der Wirtschaftslage immer etwa gleich viel ausgegeben. „Deshalb treffen uns Krisen nicht so“, ist er überzeugt. Simm will den Aufwärtstrend mit einer neuen Kunststoff-Fahrzeugreihe, Holzpuzzles für Kleinkinder und der Darda-Rennbahn fortsetzen. Mit der Nachfrage bei der Messe ist Söhn ebenfalls zufrieden. „Unsere Kunden haben uns ein positives Feedback für 2009 gegeben; das ist die Voraussetzung für neue Aufträge.“
„Trendy Toys & Sporting Goods“ heißt die Firma von Roland und Doris Schröter, die ihren Sitz ebenfalls in Eckersmühlen hat und ihre Umsätze in erster Linie mit Sportmatten macht. 2010 seit gut angelaufen, sagt Schröter, der für die Zukunft auf neue Produktlinien setzt. Im Mittelpunkt des Vertriebs stehen verschiedene Gymnastikgeräte, die per Balance das Gleichgewicht schulen und die Muskulatur kräftigen. „Die haben gewaltig eingeschlagen“, berichtet Schröter dem Landrat von seinen Erfahrungen mit den neuen Geräten für Fitness, Therapie und Rehabilitation.
Ebenfalls aufs richtige Pferd hat Jürgen Koller gesetzt, als er vor zwei Jahren die „Professional Line“ eingeführt hat. Dabei handelt es sich um eine ganze Reihe großer und bestens gearbeiteter Schlagwerk-Musikinstrumente, die an Schulen, in Kindergärten und beim Musikunterricht zum Einsatz kommen. Damit habe man bei Goldon „ein ganz neues Niveau“ erreicht, sagt Koller. Ein geschäftlich durchaus riskanter Schritt auf eine neue Ebene, der sich aber gelohnt habe. „Nun sind diese Instrumente die Hauptumsatzträger, mit denen wir 2009 unsere Geschäftsziele übertroffen haben“, so Koller. 2010 sieht er ebenfalls mit begründeter Zuversicht. „Unsere Auftragsbücher sind total voll“, sagt Koller. Die Bestellungen seien gegenüber 2009 um 75 Prozent gestiegen.
Auf ganz außergewöhnliche Produkte stieß Herbert Eckstein bei der Rother Firma „Iden“. Mit dem Yo-Be, einer Mischung aus Jo-Jo und Frisbee, kam der Landkreischef nicht so gut zurecht wie mit der funktionstüchtigen Gitarren-Nachbildung aus Papier. An dem außergewöhnlichen Musikinstrument eiferte er sofort seinem Idol aus Jugendtagen nach. Obwohl er im kirchlichen Posaunenchor Trompete spielte, will er ein Fan von Jimi Hendrix gewesen sein, bekennt der Landkreis-Chef im Plauderton beim lockeren Rundgang.
„Way to school“ heißt der mittlerweile 1400 Quadratmeter große eigenständige Bereich der Spielwarenmesse, auf dem Aussteller rund um Schreibwaren und Schulutensilien Platz finden. Für Lederwaren Friedrich aus Schwanstetten also ein idealer Ort, um seine Schultaschen und Federmäppchen anzubieten. „Selbes Material, geringerer Preis“, nennt man dort als Strategie, um gegen die Hochpreiskonkurrenz von Scout und McNeal bestehen zu können.
Die Firma Bringmann aus Wendelstein kommt hauptsächlich aus Tradition auf die Nürnberger Spielwarenmesse. Immerhin liegt sie vor der Haustür. „Aber unser Hauptgeschäft machen wir in Frankfurt auf der Ambiente“, sagt Vertriebsleiter Peter Fendt. 2009 war für den Papier- und Bastelspezialisten nicht einfach, doch man habe das Wegbrechen großer Kunden kompensieren können. „Trotz der Pleite von Woolworth haben wir den Umsatz gehalten“, sagt Fendt. Für die Zukunft bleibt er optimistisch. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.“
Messe-Jubiläum feiert in diesem Jahr Harry Ford. Der Chef dieser Schwabacher Importfirma stellt zum 40. Mal auf der Spielwarenmesse aus. Für seine neue Produktlinie täuschend realistisch gefertigter Hunde und Katzen wirbt er mit einem pfiffigen Spruch: „So echt, dass selbst ihr Liebling eifersüchtig wird.“ Der Erfolg gibt ihm Recht. Ein Schweizer ordert eine ganze Palette: 180 Kartons mit 8000 Plüschtieren.
Gut also, dass Ford sich trotz seiner Zweifel im Messe-Vorfeld in Sachen Marketing am Grundsatz des mit ihm weitläufig verwandten gleichnamigen Autopioniers orientiert hat. „Ich gebe jedes Jahr vier Milliarden für Werbung aus“, hat Henry Ford einmal gesagt. „Die Hälfte davon ist für die Katz‘ - aber ich weiß nicht welche.“
Foto und Text: Robert Schmitt, Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung