
Frau S. arbeitet im Altenheim der Arbeiterwohlfahrt in Roth als Betreuungsfachkraft für Demenzkranke. Sie hilft den Heimbewohnern bei Alltagstätigkeiten wie Kochen, Backen oder Gartenarbeiten. Die 51-Jährige leitet die Bewohner auch beim Gedächtnistraining und bei Bewegungsübungen an. Vorraussetzung für die Stelle war eine fünfmonatige Ausbildung zur „Seniorenbetreuerin“, die sie Ende vergangenen Jahres in Nürnberg absolviert hat.
Auf die Ausbildungsmöglichkeit wurde Frau S. von ihrer Arbeitsvermittlerin bei der ARGE Roth aufmerksam gemacht. „Anfangs war ich doch eher skeptisch, ob ich aufgrund meines Alters überhaupt noch eine Chance bekomme“, so die 51-Jährige. Ihre Arbeitsvermittlerin konnte sie aber schnell davon überzeugen, dass die von der ARGE finanzierte Ausbildung genau das richtige sei. Sie hatte schon immer Freude am Umgang mit Menschen und eine schnelle Auffassungsgabe.
Es verwundert nicht, dass Dagmar S. vorher noch nie etwas von dem Beruf gehört hatte. Das Berufsbild der Seniorenbetreuerin gibt es erst seit 2008 mit Einführung des neuen Pflegegesetzes. Dadurch ist es Heimen erlaubt, zusätzliche Betreuungskräfte für Demenzkranke einzustellen. „Damit wollen wir die Pflegefachkräfte entlasten“, betont Sylvia Reykowski, Leiterin des Seminar- und Gesundheitszentrums Nürnberg. Dort hat Frau S. ihre theoretische Ausbildung absolviert. Das anschließende Praktikum bei der AWO in Roth war gleichzeitig der Einstieg in den neuen Beruf.
Bereits während des Praktikums signalisierte der Arbeitgeber, dass er Dagmar S. gerne einstellen würde. Dies wurde kurze Zeit später von der AWO in die Tat umgesetzt. Die ARGE sieht die 51-jährige seitdem nur noch von außen. Auch ihrem Lebensgefährten konnte ein passender Arbeitsplatz vermittelt werden. Beide sind nun nicht mehr auf Harz IV angewiesen sind, freut sich die Arbeitsvermittlerin.
Weitere Informationen und Material zum Thema finden Sie auf der rechten Navigationsleiste.