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Veröffentlicht am 30.01.2006

Hilfe beim Drosseln der Heizkosten


Die derzeitige Kälte geht ganz schön unter die Haut. Wohl dem, der ein warmes Zuhause hat. Doch angesichts der ständig steigenden Energiekosten ist es ratsam, seine eigenen vier Wände mal auf den Prüfstand zu stellen und zu sehen, an welchen Stellen quasi zum Fenster hinaus geheizt wird. Noch in diesem Jahr will die Bundesregierung einen so genannten Energiepass einführen, um festzuhalten, welches Haus gut wärmegedämmt ist und welches nicht. Mit Erwin Schilling von der Unabhängigen Energieberatungsagentur der Landkreise Roth und Nürnberger Land (ENA), einem Fachmann für alle Fragen rund ums Heizen und Energiesparen, sprach die Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung.

Energieberater Erwin Schilling von der ENAHerr Schilling, was genau macht die Energieberatungsagentur?

Schilling: Die ENA ist eine neutrale Einrichtung für Fragen, die mit dem Energieverbrauch zusammenhängen. Beratungsschwerpunkte sind der Wärmeschutz von Gebäuden sowohl bei Alt- auch als bei Neubauten, gesundes Raumklima, schadstoffarme Heizsysteme, der Einsatz regenerativer Energien und vieles mehr. Die Beratung findet in unseren beiden Geschäftsstellen in Roth und in Lauf statt. Außerdem erstellt die ENA Energiebilanzen beheizter Gebäude und informiert über Strom- und Wassersparmöglichkeiten sowie Förderprogramme.

Wie kommt man an Ihren Service?

Schilling: Anruf, Fax oder E-Mail genügt.

Die Bundesregierung will noch in diesem Jahr den Energiepass verpflichtend für Hausbesitzer einführen. Was versteht man darunter?

Schilling: Anhand eines Energiepasses soll ein Hauskäufer oder Mieter sich darüber informieren können, in welchem energetischen Zustand sich das Gebäude befindet. Hintergrund ist, dass die Heizkosten den größten Anteil der Betriebskosten ausmachen und rasant steigen. Energieeinsparung ist ökologisch und ökonomisch sinnvoll. Übrigens: Der Pass ist in allen EU-Mitgliedsstaaten verpflichtend. Er soll die Verbraucher objektiv informieren, Einsparpotenziale aufzeigen und Häuser vergleichbar machen. Nicht dass jemand die Katze im Sack kauft oder mietet.

Woher bekommt man diesen Pass?

Schilling: Von guten Energieberatern und natürlich von Architektur- und Planungsbüros. Da der Energiepass auch ganz gezielt detaillierte Verbesserungsvorschläge zum Wärmeschutz, Bauphysik aber auch zur Haustechnik enthalten muss, ist gutes Hintergrundwissen gefragt.

Was soll er voraussichtlich kosten?

Schilling: Nachdem der Inhalt und Umfang noch nicht festgelegt ist, wird von einer Größenordnung von etwa 300 Euro auszugehen sein. Pässe, die weniger kosten sind nicht preiswert sondern billig im wahrsten Sinne des Wortes. Häufig übersteigt der Papierpreis den Wert der Aussagen.

Was ist, wenn das Ergebnis recht schlecht ausfällt? Wer gibt außer der ENA Ratschläge zu Modernisierungsmaßnahmen und zum Energiesparen?

Schilling: Ziel der Beratung sollte sein, dass das Gebäude, was den Wärmeschutz angeht, dem Neubaustandard entspricht. Steht eine Summe von Maßnahmen an, sind auf jeden Fall nach der Energieberatung die Architektur- und Planungsbüros verlässliche Partner. Für den Laien ist es nicht immer leicht, aus der Fülle von Energieberatern den richtigen zu finden. Es sollte, da die Beratung neutral bleiben muss, nicht unbedingt jemand gewählt werden, der gleichzeitig Beratung und Ausführung anbietet. Zwischen Beratung und Ausführung sollten bei umfangreichen Sanierungen Planung und Ausschreibung stehen. Weitreichende Maßnahmen kosten Geld, werden aber auch durch günstige Kredite unterstützt.

Mit welchen einfachen und weniger kostspieligen Mitteln lassen sich Heizkosten sparen?

Schilling: Da gibt es jede Menge. Heizkörper sollten nicht verdeckt sein und regelmäßig entlüftet werden. Hinter Heizkörpern sollte man abdämmen. Stoßlüften ist tausend Mal besser als gekippte Fenster. Warme feuchte Luft darf nicht in kalte Räume gelangen, sonst ist Schimmel vorprogrammiert. Am besten die feuchte Luft durch die Fenster abführen, wo sie entsteht. Nachts Rollläden und Vorhänge schließen. Sonnenenergie über die Fenster ungebremst in die Räume lassen. Regelmäßig den Heizkessel reinigen und kontrollieren lassen. Die Temperatur am Warmwasserspeicher sollte auf maximal 50 Grad gestellt sein. Und: Ein generelles Absenken der Raumtemperatur um ein Grad erspart sechs Prozent Heizenergie.

Quelle: Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung
 



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