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Veröffentlicht am 30.01.2006

Zehn Jahre Seniorenfasching im Landkreis


Vor zehn Jahren wirbelte zum ersten Mal alles, was in der Region in Sachen Fasching Rang und Namen hat, über die Bühne der Abenberger DJK-Halle: Die Seniorensitzung des Landkreises war geboren. Am Sonntag zeigte sich diese zu ihrem runden Geburtstag voll gepackt mit Höhepunkten. Etwa 200 Mitwirkende unterhielten rund 400 Gäste.

Elf Karnevalsgesellschaften im Landkreis

Politprominenz im närrischen GewandDabei war es ja eigentlich kein Jubiläum, zählt man im Fasching doch in Elferschritten. Umso stimmiger ist es aber dann, dass „wir im Landkreis mittlerweile elf Karnevalsgesellschaften haben“, sagte Moderator Wolfgang Zuber, der den Seniorenfasching mit ins Leben gerufen hat: Vor elf Jahren führte er den Trupp der Narren an, die das Landratsamt besetzten und unterbreitete dort Landrat Herbert Eckstein seine Idee. Beide einigten sich schnell und seitdem sorgt der Landkreis in der DJK-Halle in Abenberg für den Rahmen an „karnevalistisch neutraler“ Stelle – und die Karnevalsgesellschaften stemmen das umfangreiche Programm.

Das begann am Sonntag nach eröffnenden Bläserklängen des Wendelsteiner Fanfarenzuges mit dem Wirbelwind der Allersberger Hexen, die bedrohlich auf ihren Besen über die Bühne ritten. Doch eigentlich waren es alle „ganz liebe Jungs“, die Zuber nach dem Abnehmen der Masken entlarvte. Landrat Eckstein nutzte die Gelegenheit und bat zugleich die hier versammelte und teils schrill kostümierte Riege der Kommunalpolitik auf die Bühne – damit die Besucher sehen, „welche Schreckschrauben sie vertreten“. Den Satz konnte er sich freilich nur erlauben,weil er selbst als „Vogelscheuche“ seine Kollegen noch toppte.

Kurzweiliges Programm

Um einiges anmutiger dann der Auftritt des Gredinger Juniorentanzmariechens Marie-Christin Reinhardt, nach der „die flotten Feger“ aus Röthenbach den wilden Westen wieder aufleben ließen. Übrigens eine der Gruppen ohne Karnevalsgesellschaft im Rücken, denen sich mit dem Seniorenfasching trotzdem eine Auftrittsplattform bieten soll. Nach einem stilechten höfischen Gardetanz des Gredinger Nachwuchses griff dann der Präsident des Schwander Carnevalclubs Karlheinz Scharf selbst zum Mikrofon und ließ einen Stimmungshit dem nächsten folgen. dazwischen verteilte er Schnaps an die Herren und Küsschen an die Damen.

Garde der Lustigen WendenEingebettet in die Gardetänze der Wendengarde aus Wendelstein und der Juniorengarde des Rother Carneval Vereins (RCV) jagte auch im zweiten Teil des Programm ein Höhepunkt den anderen. Ein solcher war zweifelsohne der Schautanz des Faschingsvereins Meckenhausen, der in handgeschnitzten Masken ein ganzes Sammelsurium fränkischer Karnevalsfiguren aufmarschieren ließ: Vom Bärentreiber bis zum Quetschen-Spieler.

Mit aufreizendem Tänzchen zeigten sich danach die Schlössleinsmäuse der Georg-KG „die Rezater“ aus Georgensgmünd „too sexy for my cat“, bevor es dann Büttenredner Karlheinz Auer vom RCV auf den Punkt brachte: Denn nicht nur die Zahnärzte flehten „Rentner steh uns bei – an uns Senioren kommt keiner vorbei“. Jene pries er als die eigentlichen Stützen der Gesellschaft, ohne jene etwa die Unternehmer von Kaffee-Fahrten längst bankrott wären.

Ausflug nach Bella Italia

Nach ihm sorgte „die wilde 13“ aus Obermässing in Schlumpf-Kostümen sowie eine weitere Juniorengarde aus Georgensgmünd und schließlich die Abenberger Hexen als Lokalmatadorinnen für Stimmung, bevor derElferrat des RCV die Besucher nach Bella Italia entführte. Aber die Truppe gondelte nicht nur durch die Wasserstraßen von Venedig, sondern ließ auch die Mafia aufmarschieren, die kräftig auf das Publikumeinschoss – wenn auch nur mit Wasserpistolen.

Für Lachzwang sorgte dabei auch in diesem Jahr die ungetrübte Affinität des Elferrats zum Männerballett, das sie mittlerweile in humoristischer Perfektion beherrschen. Im wahrsten Sinn des Wortes einen krönenden Abschluss des Seniorenfaschings bildete der Einmarsch der Prinzenpaare, was angesichts der mit solchem Hochadel verbundenen Kosten buchstäblich die Frage aufwirft: Wer soll das bezahlen? So klang es nicht nur in der berühmten Faschingshymne an, sondern die Bärentreiber aus Meckenhausen wussten auch gleich die Lösung und hielten dem Landrat den Spendentopf unter die Nase. Aber so teuer wurde es dann doch nicht, da „alle Akteure des Abends ohne Gage auftreten“, so Zuber: nur mit einem kleinen Orden und einem großen Applaus als Lohn.

Quelle: Hilpoltsteiner Kurier



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