Sie sind hier:» Home» LANDRATSAMT ONLINE» Pressestelle
Veröffentlicht am 19.08.2005

Erneuerbare Energien werden immer attraktiver


Die bereits heute hohen Ölpreise werden in den nächsten Jahren weiter steigen, mit drastischen Auswirkungen auf unser Leben. Darin liegt aber auch eine Chance, vorausschauend zu handeln und den Grundstein für eine neue, sichere und nachhaltige Energieversorgung ohne Abhängigkeit von fossilen Energieträgern wie Erdöl bzw. Erdgas zu setzen.

Erdölpreis in 3 Jahren verdoppelt

Der  Preis für Erdöl bewegte sich im Juni 2005 zwischen 50 und 55 Dollar pro  Barrel  (= 159  Liter).  Er hat sich in rund drei Jahren verdoppelt.   Um  diese  zu  mildern,  müssen wir bereits heute  voraus denkend  handeln.  Das  Erdölzeitalter  wird unausweichlich seinem Ende  zugehen,  so  dass  eine ganz neue und sichere Energieversorgung aufzubauen  ist.  Dies braucht Zeit, kann aber mit aller Anstrengung bis zum Jahre 2050 realisierbar  sein. Im  Vordergrund  stehen  erneuerbare  Energiequellen (Solarenergie, Biomasse,  Wind)   und   weitere  nachhaltig  produzierende  Alternativen. Zusätzlich   geht   es   um   die   Verringerung   des   Verbrauchs   durch Energiespartechnik.

Zunehmender Trend weg von fossilen Brennstoffen

Erneuerbare Energien werden in der Zukunft eine immer größere Rolle spielenDie  Aussagen  zu  den nachfolgend betrachteten Zeitabschnitten basieren auf Prognosen von Ölpreissteigerungen, die im Schlussabschnitt aufgrund von Studien und Fakten als mögliches Szenario zu werten sind.

Zeitabschnitt  2006  bis  2008:  Geschätzt  wird,  dass der Barrel-Preis innert  zwei  bis  drei  Jahren  von  heute  50 bis 55 auf 70 bis 90 Dollar steigen  wird. In diesem Zeitabschnitt werden trotzdem noch wenig Bauherren auf  Anlagen  "weg  vom  Öl" setzen. Dazu braucht es den kleinen Schock der Heizkostenabrechnungen.  Damit  besteht  die  Chance,  dass Anlagen von den heute  wenigen  praxiserprobten  Fachleuten  trotz steigendem Bedarf gebaut werden.  Bei  zu  stark steigender Nachfrage besteht die Gefahr, dass wenig qualifizierte   Fachleute   Anlagen   bauen.   Die  Folge  davon:  schlecht optimierte, zu teure und zum Teil auch schlecht funktionierende Anlagen.

Zeitabschnitt  2009 bis 2015: Der Trend "weg vom Öl" wird sich verstärkt fortsetzen.  Prognosen  sind  unsicher,  können aber trotzdem gewagt werden: Der Ölpreis wird  von  70  bis  90  auf  100  bis  150  Dollar  pro Barrel steigen. Ein vermehrtes Umsteigen auf erneuerbare Energie und Energiespartechnik ist die Folge:  Solarwärmeanlagen  und  Pelletheizungen  sind  in  50  Prozent  der Neubauten  und  in  20  Prozent  der  Altbauten installiert. Neubauten sind energetisch  zu  80  Prozent  dem Niedrigenergiehaus-Standard bzw. dem Standard "Energiesparhaus 60" entsprechend gebaut, bei Altbauten zu 20 Prozent. Autos werden ebenfalls mehrheitlich nach Benzinverbrauch gekauft. 70 Prozent der Neuwagen werden nur noch 4 bis 5 Liter auf 100 Kilometer brauchen.

Zeitabschnitt  2016  bis  2050:  Für  eine  sichere  und umweltschonende Energieversorgung  wird uns kaum etwas anderes übrig bleiben, als die Wende zu  erneuerbarer  Energie  und  Energiespartechnik  zu schaffen. Die Firmen Shell  und  BP rechnen, dass sie die Hälfte ihres Umsatzes im Jahr 2050 mit alternativen  Treibstoffen  und  mit erneuerbarer Energie machen werden. Zu erwarten  sind  auch  Erfolge  für  weitere  Alternativen  dank den großen Anstrengungen der Forschung auf diesem Gebiet.

Unbestritten  akzeptiert  ist,  dass  die Zeit billigen Erdöls und damit auch Erdgas endgültig  vorbei ist. Verdrängt wird die Tatsache, das bereits heute der Verbrauch an Öl  die  Förderkapazität  übersteigt. Alle  Fachleute  rechnen damit, dass speziell  in  China  und Indien der Ölkonsum drastisch zunehmen wird. Damit öffnet  sich die Schere zwischen Angebot und Nachfrage zusätzlich, wodurch weitere  Preissteigerungen programmiert  sind. Unbestritten ist auch, dass neue Förderungen mit immer größeren Kosten verbunden sind und ebenfalls zu Kostensteigerung beitragen werden.

Ausblick

Wieweit  sich  diese  Fakten  auf den Ölpreis der Zukunft auswirken, ist spekulativ.  Trotzdem  werden  die hier gegebenen Prognosen mindestens eine realistische Möglichkeit sein, die man nicht verharmlosen sollte, auch wenn sie nicht so krass eintreten würde. Anlass zum rechtzeitigen Handeln sollte sie  trotzdem  geben.  Die  kommenden  Ölpreissteigerungen werden trotz der schwierigen  Anfangsphase zu einer neuen und nachhaltigen Energieversorgung führen. Sie ist weitgehend unabhängig vom Ausland, schafft neue Arbeitsplätze mit interessanten Exportchancen, mit weniger Umweltbelastung. Und nicht zuletzt: Unser Leben wird dank weniger Umweltschäden und sauberer Luft spürbar lebenswerter.



Weitere Informationen und Material zum Thema finden Sie auf der rechten Navigationsleiste.


« zurück
Link zu contentXXL
©Landratsamt Roth 2012
generiert am 09.02.2012 14:25:55 ­