Erdölpreis in 3 Jahren verdoppelt
Der Preis für Erdöl bewegte sich im Juni 2005 zwischen 50 und 55 Dollar pro Barrel (= 159 Liter). Er hat sich in rund drei Jahren verdoppelt. Um diese zu mildern, müssen wir bereits heute voraus denkend handeln. Das Erdölzeitalter wird unausweichlich seinem Ende zugehen, so dass eine ganz neue und sichere Energieversorgung aufzubauen ist. Dies braucht Zeit, kann aber mit aller Anstrengung bis zum Jahre 2050 realisierbar sein. Im Vordergrund stehen erneuerbare Energiequellen (Solarenergie, Biomasse, Wind) und weitere nachhaltig produzierende Alternativen. Zusätzlich geht es um die Verringerung des Verbrauchs durch Energiespartechnik.
Zunehmender Trend weg von fossilen Brennstoffen
Die Aussagen zu den nachfolgend betrachteten Zeitabschnitten basieren auf Prognosen von Ölpreissteigerungen, die im Schlussabschnitt aufgrund von Studien und Fakten als mögliches Szenario zu werten sind.
Zeitabschnitt 2006 bis 2008: Geschätzt wird, dass der Barrel-Preis innert zwei bis drei Jahren von heute 50 bis 55 auf 70 bis 90 Dollar steigen wird. In diesem Zeitabschnitt werden trotzdem noch wenig Bauherren auf Anlagen "weg vom Öl" setzen. Dazu braucht es den kleinen Schock der Heizkostenabrechnungen. Damit besteht die Chance, dass Anlagen von den heute wenigen praxiserprobten Fachleuten trotz steigendem Bedarf gebaut werden. Bei zu stark steigender Nachfrage besteht die Gefahr, dass wenig qualifizierte Fachleute Anlagen bauen. Die Folge davon: schlecht optimierte, zu teure und zum Teil auch schlecht funktionierende Anlagen.
Zeitabschnitt 2009 bis 2015: Der Trend "weg vom Öl" wird sich verstärkt fortsetzen. Prognosen sind unsicher, können aber trotzdem gewagt werden: Der Ölpreis wird von 70 bis 90 auf 100 bis 150 Dollar pro Barrel steigen. Ein vermehrtes Umsteigen auf erneuerbare Energie und Energiespartechnik ist die Folge: Solarwärmeanlagen und Pelletheizungen sind in 50 Prozent der Neubauten und in 20 Prozent der Altbauten installiert. Neubauten sind energetisch zu 80 Prozent dem Niedrigenergiehaus-Standard bzw. dem Standard "Energiesparhaus 60" entsprechend gebaut, bei Altbauten zu 20 Prozent. Autos werden ebenfalls mehrheitlich nach Benzinverbrauch gekauft. 70 Prozent der Neuwagen werden nur noch 4 bis 5 Liter auf 100 Kilometer brauchen.
Zeitabschnitt 2016 bis 2050: Für eine sichere und umweltschonende Energieversorgung wird uns kaum etwas anderes übrig bleiben, als die Wende zu erneuerbarer Energie und Energiespartechnik zu schaffen. Die Firmen Shell und BP rechnen, dass sie die Hälfte ihres Umsatzes im Jahr 2050 mit alternativen Treibstoffen und mit erneuerbarer Energie machen werden. Zu erwarten sind auch Erfolge für weitere Alternativen dank den großen Anstrengungen der Forschung auf diesem Gebiet.
Unbestritten akzeptiert ist, dass die Zeit billigen Erdöls und damit auch Erdgas endgültig vorbei ist. Verdrängt wird die Tatsache, das bereits heute der Verbrauch an Öl die Förderkapazität übersteigt. Alle Fachleute rechnen damit, dass speziell in China und Indien der Ölkonsum drastisch zunehmen wird. Damit öffnet sich die Schere zwischen Angebot und Nachfrage zusätzlich, wodurch weitere Preissteigerungen programmiert sind. Unbestritten ist auch, dass neue Förderungen mit immer größeren Kosten verbunden sind und ebenfalls zu Kostensteigerung beitragen werden.
Ausblick
Wieweit sich diese Fakten auf den Ölpreis der Zukunft auswirken, ist spekulativ. Trotzdem werden die hier gegebenen Prognosen mindestens eine realistische Möglichkeit sein, die man nicht verharmlosen sollte, auch wenn sie nicht so krass eintreten würde. Anlass zum rechtzeitigen Handeln sollte sie trotzdem geben. Die kommenden Ölpreissteigerungen werden trotz der schwierigen Anfangsphase zu einer neuen und nachhaltigen Energieversorgung führen. Sie ist weitgehend unabhängig vom Ausland, schafft neue Arbeitsplätze mit interessanten Exportchancen, mit weniger Umweltbelastung. Und nicht zuletzt: Unser Leben wird dank weniger Umweltschäden und sauberer Luft spürbar lebenswerter.
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