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Pflegekind - Kind mit zwei Eltern


Die Situation der leiblichen Eltern

  • Kommt ein Kind in eine Pflegefamilie, so müssen sich die leiblichen Eltern von ihrem Kind trennen.
  • Sie haben zwar ein Kind, können es aber nicht bei sich haben.
  • Die Rolle, Eltern ohne Kind zu sein, ist in unserer Gesellschaft eher negativ besetzt.
  • Gegenüber der Umwelt müssen sie die Inpflegegabe des Kindes rechtfertigen. Oft werden sie dafür als verantwortungslos angesehen und verurteilt.
  • Die leiblichen Eltern fühlen sich manchmal als Versager.
  • Sie haben Ängste, dass sich das Kind zu stark an die neue Familie binden wird und sie ihr Kind verlieren.
  • Die leiblichen Eltern erleben die enge Beziehung ihres Kindes zu seiner Pflegefamilie.
  • Die Pflegeeltern werden für die sich verändernde Beziehung zum Kind verantwortlich gemacht.
  • Die Pflegeeltern werden als Konkurrenten empfunden, sie fühlen sich ihnen gegenüber manchmal "unterlegen".

Die Situation des Pflegekindes

Pflegekinder sind Kinder zweier Familien, die unter Umständen in ganz „verschiedenen Welten“ leben. Ein Teil der Kinder bringt die Einstellungen, Werthaltungen und Gewohnheiten seiner Herkunftsfamilie mit und muss sich in der Pflegefamilie neu orientieren.

  • Insbesondere zum Zeitpunkt der Unterbringung erleben ältere Kinder unterschiedliche Erziehungsformen bewusst und müssen diese in ihre Erlebniswelt integrieren.
  • Es muss sich aus bestehenden Beziehungen lösen und neue Beziehungen zu vorerst fremden Menschen eingehen.
  • Das Kind hat einerseits Eltern, bei denen es aufwächst, andererseits Eltern, die zu Besuch kommen oder zu denen es zu Besuch geht.
  • Die Erwartungen und Wünsche beider Eltern sind für das Kind spürbar.
  • Das Kind erlebt möglicherweise Unsicherheit, Konkurrenz und Uneinigkeit der beiden Elternpaare.
  • Je nach Einstellung der Pflegeeltern und den Erfahrungen mit den leiblichen Eltern entwickelt das Kind ein Bild über seine Herkunft und letztlich über sich selbst.
  • Sind Begegnungen nicht möglich, hat das Kind keine Möglichkeit, die leiblichen Eltern kennen zu lernen.
  • Das Kind muss den schwierigen Wechsel seiner gesamten Lebenswelt verkraften. D.h. es muss den Verlust des alten Bezugsfeldes „betrauern“ können, bevor es neue Angebote annehmen und verwerten kann.

Die Situation der Pflegeeltern

  • Die Pflegefamilie übernimmt in der täglichen Erziehung die Elternrolle für ein Kind, welches nicht ihr eigenes ist.
  • Pflegeeltern müssen das Kind mit den leiblichen Eltern „teilen“.
  • Die Kontakte zur Herkunftsfamilie sind für das Kind und seine Identität sehr wichtig. Pflegeeltern sollen diese bejahen und unterstützen.
  • Was Pflegeeltern über die leiblichen Eltern denken und fühlen, ob sie vor den Besuchen durch die Eltern aufgewühlt oder gelassen sind, beeinflusst die Kinder, bestimmt ihr Selbstwertgefühl und ihre Identität.
  • Werden die leiblichen Eltern von den Pflegeeltern abgelehnt, als Störfaktoren und Konkurrenten empfunden, so fühlt sich das Pflegekind möglicherweise in seiner Identität als Teil dieser Familie in Frage gestellt.
  • Die Pflegefamilie wird mit Handlungen und Wertvorstellungen der leiblichen Eltern konfrontiert, welche zu akzeptieren möglicherweise Probleme bereitet.
  • Die Pflegeeltern möchten dem Kind Sicherheit und Halt geben, sie wissen jedoch meist nicht, wie lange das Kind bei ihnen bleibt.
  • Von den Pflegeeltern wird erwartet, dass sie das Kind jederzeit loslassen können.
  • Pflegeeltern fürchten eventuell die Rechte und Eingriffsmöglichkeiten der leiblichen Eltern.
  • Eine behutsame und altersgemäße „Aufklärung“ des Kindes über seine Vorgeschichte muss durch die Pflegeeltern erfolgen. Kinder können die Wirklichkeit, dass ihre Pflegeeltern nicht die leiblichen Eltern sind, am besten verarbeiten, wenn sie dies so früh wie möglich erfahren. Abwertende Äußerungen über die leiblichen Eltern sind für das Kind verletzend.
  • Pflegeeltern müssen die Bedürfnisse der eigenen Kinder mit denen des Pflegekindes abstimmen lernen und integrierend wirken.

Ansprechpartner

Frau Christina Zörndlein-Wilhelm: Tel: 09171 81-1207
Frau Christne Denck: 09171 81-1207
Frau Stephanie Schubert: 09171 81-1430



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generiert am 27.06.2019 00:03:44 ­