ARCHIV KREISENTWICKLUNG LANDKREIS ROTH

Auf Tour durch die Berufswelt


Darüber zu lesen, wie die Pflege eines alten Menschen „funktioniert“ oder was es bedeutet, dienstleistungsorientiert zu handeln, ist eine Sache. Das tatsächlich zu erleben, eine ganze andere. Das erfuhren Jugendliche der Rother „Schule am Stadtpark“ (Förderzentrum), die an einer „Berufetour“ in Kooperation mit dem Zukunftscoach des Landkreises teilnahmen und vor Ort praxisnah in Jobs hinein schnupperten.

Berufetour 2015In Kooperation mit dem Zukunftscoach des Landkreises, Stefan Forster, bekamen die Abschlussschüler in spe die Gelegenheit, potenzielle Ausbildungsbetriebe kennenzulernen. Diese wiederum konnten sich persönlich von den Jugendlichen ein Bild machen, die es – rein von der „Papierform“ her - oft schwerer haben als Bewerber anderer Schulen, einen Ausbildungsplatz zu finden. Für beide Seiten also eine Initiative mit Mehrwert. Nach den positiven Erfahrungen bei der Berufetour-Premiere vor einem Jahr, war dies nun die zweite Auflage des Berufskunde-Unterrichts außerhalb der Klassenzimmer.

Das Projektteam mit Zukunftscoach Stefan Forster und Konrektorin Jutta Wilfert organisierte die Berufetour, die vom Ausbildungsverein „Westliches Mittelfranken e.V.“ finanziell getragen und fachlich  unterstützt wurde vom Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Roth. „Damit konnten wir interessierten Betrieben gleich verschiedene Fördermöglichkeiten aufzeigen, für den Fall, dass sie ausbilden wollen, so Stefan Forster.
Nach Interessenslage ausgesucht

Um möglichst passgenaue Schnupper-Angebote vermitteln zu können, waren im Vorfeld der Tour die Interessen der Schüler abgefragt worden, um dann entsprechende Betriebe für die Tour zu akquirieren. Am Aktionstag selbst wurden die 40 Schüler der achten Klassen in fünf Kleingruppen zu den teilnehmenden Betrieben gefahren, die sich für ihre jugendlichen Besucher einiges einfallen hatten lassen, um ihnen auf praxisnahe und interessante Weise Informationen zu vermitteln.

Dabei lernten die Schüler Berufe kennen wie Dienstleistungshelfer/in Hauswirtschaft, Werker/in im Gartenbau, Altenpflegehelfer/in, Maschinen- und Anlagenführer/in, Straßen- und Kanalbauer/in, Fachkraft im Gastgewerbe, Straßenwärter/in, Fachpraktiker/in Metallbau, Fachpraktiker/in Lagerlogistik, Fleischer/in und Fleischereifachverkäufer/in.

Und natürlich durften die Jugendlichen auch selbst Hand anlegen – ob in der Gaststube, der Küche oder in der Werkstatt – eine Gelegenheit, die sie gerne nützten. Also wurden Ummantelungen gebogen, Aufstehhilfen ausprobiert, Canapés belegt und ein Leberkäse selbst produziert. Auch das Probesitzen in einem Unimog, Tische für ein Menü einzudecken oder Servietten kreativ zu falten, waren Teil des Programms, das den Schülern viele neue Einsichten in die von den Betrieben vorgestellten Ausbildungsberufe vermittelte.

Jeder Schüler konnte so in zwei verschiedene Ausbildungsberufe hineinschnuppern. Insgesamt zehn Betriebe - und damit drei mehr als im Vorjahr - beteiligten sich aktiv an der Berufetour. Mit dabei waren: Wohnstift Augustinum (Roth),  Auhof Gärtnerei (Hilpoltstein), AWO Soziales Kompetenz Zentrum (Hilpoltstein), FATH GmbH (Spalt), FT Fuchs Tiefbau (Kammerstein), Gasthaus „Zum Hochreiter“ (Enderndorf),  der Kreisbauhof Abenberg, Maas & Roos AG (Hilpoltstein), Mangelberger Elektrotechnik GmbH (Roth) und die Rittersbacher Metzgerei Claus Böbel.
Positive Bilanz

Die Nachbesprechung zeigte, dass die Jugendlichen rundum zufrieden den Projekttag beendeten. Vor allem die praktische Arbeit habe ihnen ein gutes Bild von möglichen Ausbildungsjobs vermittelt, wie sie es so oft noch nicht gehabt hätten, waren sich die Schüler einig.

„Die Betriebe haben sich wirklich viel Mühe gegeben, ihre Informationen so anschaulich und interessant wie möglich zu präsentieren. Unsere Schüler haben eine Menge gelernt“, bewertete auch Konrektorin Jutta Wilfert das Engagement und das Ergebnis dieser zweiten Berufetour durchwegs positiv. Und: „Diese Initiative ist eine gute und sinnvolle Ergänzung zu Berufsmessen.“ Denn durch den Praxisbezug bekämen die Jugendlichen einen „realistischen Einblick in verschiedene Ausbildungsberufe, die für sie in Frage kommen.“

Nicht nur für die Schüler, auch für die beteiligten Unternehmen sei die Aktion ein Gewinn. Denn auf diese Weise hätten die Betriebe die gute Gelegenheit, frühzeitig den für sie passenden Berufsnachwuchs kennenzulernen“, machte abschließend Zukunftscoach Stefan Forster deutlich. „Die Kontakte, die durch die Tour entstehen, können Chancen eröffnen.“

Aufgrund der positiven Bewertung von allen Seiten steht mittlerweile fest: Die „Berufetour“ wird fortgesetzt. Sie soll nach diesen beiden erfolgreichen Testläufen nun zu einem festen Bestandteil der Berufsorientierung in der „Schule am Stadtpark“ werden.

 

zum Foto: in den Betrieben durften die Jugendlichen mitarbeiten, zum Beispiel halfen sie beim Würzen in einer Metzgerei.            Foto: lra



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