ARCHIV KREISENTWICKLUNG LANDKREIS ROTH

Erfolg im Doppelpack - „Wegbegleiter“ für Altenpflegeschüler gehen weiter


ROTH — Erfolgreich im Doppelpack – frei nach diesem Motto startete vor rund einem Jahr die Initiative „Wegbegleiter“. Das Prinzip: In der Altenpflege erfahrene „Seniortrainer“ unterstützen ehrenamtlich Altenpflegeschüler und –schülerinnen der Rother Altenpflegefachschule, damit diese erfolgreich ihre Ausbildung abschließen. Schließlich sind gerade in diesem Bereich Fachkräfte gesucht. Nach gelungenem Auftakt geht das Projekt nun in die zweite Runde, für die noch weitere Seniortrainer und -trainerinnen gebraucht werden.

Die Idee, die dahinter steht, Die Wegbegleiter und ihre ehemaligen Schützlingeist an sich nicht neu und basiert auf der Initiative „Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen (VerA)“, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und fokussiert auf Industrie und Handwerk. In diesen Bereichen bietet die gemeinnützige Stiftung „Senior Experten Service“ (SES) mit Sitz in Bonn bereits seit einigen Jahren an, dass sogenannte Senior- Experten Azubis in der Ausbildung begleiten; um dann, bei Problemen — gleich ob persönlicher oder fachlicher Art — mit Rat und Tat behilflich sein zu können.

Schnell Partner gefunden

Angesichts des wachsenden Fachkräftemangels in der Altenpflege nahm der Zukunftscoach des Landkreises, Stefan Forster, diese Initiative vor gut einem Jahr als Grundlage, um sie auf den sozialen Bereich und somit auch auf die Altenpflegeausbildung umzumünzen. Damit stand das Grundkonzept für das Landkreis-Projekt „Wegbegleiter“, für das schnell Kooperationspartner gefunden wurden. Neben der Altenpflegefachschule Roth arbeiten mehrere Senior-Experten vor Ort, sowie Anne Thümmler von „füreinander“, der Kontaktstelle des Landkreises für bürgerschaftliches Engagement, und Thomas Döbler, Qualifizierungsberater Altenpflege vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA), zusammen.

Mit ihrer Unterstützung wurden „Wegbegleiter“ gefunden, die wiederum den Schülern, die gerne Hilfe von außen annehmen wollten, bei der Vorbereitung auf ihre Abschlussprüfung beistanden. Das Ergebnis spricht für sich! Fünf der sechs Absolventen bestanden die Prüfung. Sie gaben am Ende gerne zu, dass die fachliche und menschliche Unterstützung wesentlich dazu beigetragen habe. Diese „Hilfe zur Selbsthilfe“ sei der Schlüssel zum Erfolg, so SES-Regionalkoordinator Herbert Fleischmann.

Genau in dieser Runde und Konzeption wird es weiter gehen. Darin waren sich die Kooperationspartner beim jüngsten Treffen einig. Dieses bot darüber hinaus die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch.

So habe sich gezeigt, dass Schüler mit Migrationshintergrund aufgrund sprachlicher Schwierigkeiten eine intensivere Betreuung benötigen, um den Unterrichtsstoff wirklich verstehen zu können. Bewährt habe sich hier das Lernen in Kleingruppen. Das wiederum habe die Schüler untereinander motiviert, sich mehr anzustrengen als sie dies vielleicht alleine getan hätten, um nicht den Anschluss an die anderen zu verlieren. Was die praktische Ausbildung anging, spielten hier in der Regel weitaus weniger (Sprach-)Probleme eine Rolle. Schwieriger wurde es dagegen wieder für manche, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, als es am Ende darum ging – allein auf sich gestellt — die Prüfungsfragen zu beantworten.

Die „ Wegbegleiter“, die sich ebenfalls erstmals auf diese Art der „Tutorenarbeit“ eingelassen hatten, zogen ein positives Resümee. Nicht nur die Schüler, sondern auch sie selbst hätten sich über die Entwicklungsfortschritte, die unübersehbar gewesen seien, mitfreuen können. Und auch Schulleitung und Kollegium der Rother Altenpflegefachschule bewerteten das „Wegbegleiter-Projekt“ als Gewinn für Schule und Schüler.

Nun, in Runde zwei, sollen all diese Erfahrungen mit einfließen. Dafür werden nun weitere ehrenamtliche Helfer gesucht, die beispielsweise mehrsprachig sind und so Lernstoff beziehungsweise Prüfungsfragen für die Schüler übersetzen können. Und auch wenn das Schuljahr bereits begonnen hat, würden sich die „Wegbegleiter“ über weiteren fachlichen Team-Zuwachs freuen. Geeignet sindhier Ehrenamtliche mit fachlichem Wissen aus dem Pflegebereich.

Begleitet wird das aktuelle Schuljahr von der ehrenamtlichen Projektleiterin Sabine Blaser, die über „für einander“ zu dem Projekt dazu stieß. Sie ist das Bindeglied zwischen Schule, Wegbegleitern, der Kontaktstelle „für einander“ und SES, hat ein offenes Ohr für die Belange der Ehrenamtlichen und lädt zu regelmäßigen Austausch- Runden der Wegbegleiter ein. Ein eigener SES-Workshop gibt den Senior-Experten künftig zusätzlich noch einmal hilfreiche Tipps im Umgang mit den Schülern.

Interessenten, die sich als „Wegbegleiter“ ehrenamtlich engagieren möchten, können sich wenden an Anne Thümmler von „für einander“, Landratsamt Roth, Telefon (09171) 81-11 25. Weitere Informationen zum Projekt auch unter www.landratsamtroth.de/zukunftscoach.

 

Quelle: HRV, Montag, 29. Dezember 2014, S. 34

 



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