ARCHIV KREISENTWICKLUNG LANDKREIS ROTH

Im Tandem erfolgreich - Neue Initiative will Schülern in der Altenpflege zu erfolgreichem Ausbildungsabschluss verhelfen


Hilpoltstein (HK) Alt hilft Jung, Erfahrung als „Motor“ für einen erfolgreichen Wechsel von der Schulbank in die Arbeitswelt – dieses Prinzip steht hinter einer landkreisweiten Initiative, die eines zum Ziel hat: Jungen Menschen zu helfen, sich zu qualifizierten Arbeitskräften in der Altenpflege zu entwickeln.

Angesichts einer älter werdenden Gesellschaft wird gerade auf diesem Berufssektor eine wachsende Zahl an kompetenten Arbeitskräften gebraucht. Parallel dazu machen Ausbildungsteams immer wieder die Erfahrung, dass sich Schüler mit dem Stoff der Berufs(fach)schule überfordert fühlen, nicht selten sogar unter Prüfungsangst leiden und in letzter Konsequenz ihre Ausbildung abbrechen. Eine Situation, die keine der beiden Seiten will. Im Gegenteil: Mit einem Ausbildungszeugnis in der Tasche haben Jugendliche – gerade im Pflegebereich – gute Chancen, eine feste Stelle zu finden. Die Pflegeeinrichtungen wiederum wüsstenqualifiziertDie Arbeit und die Begegnung mit alten Menschen bieten im beruflichen Alltag viele positive Aspekte. Dennoch geben immer wieder  Altenpflegefachschüler in ihrer Ausbildung auf. Ihnen könnten lebens- und berufserfahrene Ausbildungsbegleiter zu einem erfolgreichen Abschluss verhelfen. Dieses Ziel verfolgt eine neue Ausbildungsinitiative. (Foto: Diakonie Neuendettelsau)  e Fachkräfte zu schätzen und seien auf diese angewiesen, so Philipp Böhm, Leiter der AltenpflegefachschuleRoth.

Wie also könnte den (zumeist jungen) Leuten mit schulischen Problemen effektiv geholfen werden? Eine Antwort auf diese Frage will ein neues Kooperationsmodell geben, für das im Landratsamt bei Zukunftscoach Stefan Forster als Ansprechpartner und bei „Für einander“, der Kontaktstelle für bürgerschaftliches Engagement mit Koordinatorin Annegret Thümmler, die Fäden zusammenlaufen.

Dabei sollen hilfesuchende Schüler während ihrer Ausbildung ähnlich einem Tutorensystem unterstützt werden. Die Initiative will dafür engagierte Bürger gewinnen, die bereit sind, den angehenden Altenpflegern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen – als weiterer geplanter Bestandteil eines Netzwerkes dessen Ziel es ist, Jugendlichen mit (schulischen) Problemen erfolgreich zum Ausbildungsendezuführen.

Die Idee von „Ausbildungsbegleitern“ an sich ist nicht neu. Denn schon in der Vergangenheit konnten sich Schüler bei Problemen in der Berufsausbildung an die vom Bundesbildungsministerium getragene Initiative VerA (Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen) wenden, die durch die ehrenamtliche Arbeit des Senior-Experten- Service (SES) unterstützt wird. Neu ist, dass das SES-Angebot nun auch auf den sozialen Bereich ausgeweitet werden soll.

In der Regel bilden dabei ein Ausbildungsbegleiter und ein Schüler ein Team (Tandem). Dieses Team trifft sich, um gemeinsam bestehende Schwierigkeiten zu besprechen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Die ehrenamtlichen Trainer helfen bei Problemen mit der Fachtheorie, bei Prüfungsangst, mangelnden Sprachkenntnissen und haben auch ein offenes Ohr für private Probleme, nachdem diese oft auch den beruflichen Alltag mit beeinflussen. Den Umfang der Unterstützung legen Schüler und Ausbildungsbegleiter gemeinsamfest. Die Begleitung ist zunächst für maximal ein Jahr vorgesehen. Im beiderseitigen Einverständnis kann die Teamarbeit aber auch darüber hinaus beibehaltenwerden.

Über „Für einander“ werden nun geeignete Männer und Frauen gesucht. Als besonders geeignet sehen die Sprecher der Initiative lebens- und berufserfahrene Menschen im Alter ab etwa Mitte 50 an, die mit Einfühlungsvermögen auf die Probleme und Sorgen eingehen können und wollen. Und „im Hinblick auf den gezielten Einsatz als Begleiter wären pflegerisches Fachwissen wie auch pädagogisches Geschick von großem Nutzen – aber nicht zwingend nötig“, betonen die Initiatoren. Für die Dauer des ehrenamtlichen Engagements erhalten die Ausbildungsbegleiter eine kleine Aufwandsentschädigung.

Hilfe erhalten nicht nur die Schüler der Berufsfachschule. In „kniffligen“ Situationen sind die Ausbildungsbegleiter ebenfalls nicht auf sich alleine gestellt. Neben Ansprechpartnern der SES-Koordinierungsstelle steht den Begleitern zusätzlich über „Für einander“ eine ehrenamtliche Fachkraft unterstützend zur Seite. So gehören auch regelmäßige Treffen zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch über den Senior-Experten-ServicezumProgramm.

Wer sich für die Mitarbeit entscheidet, erhält über den Senior-Experten-Service in einem zweitägigen (kostenfreien) Workshop hilfreiche Informationen und Tipps für die künftige Arbeitmit den Jugendlichen. Im Anschluss steht die Teambildungan, indemjedem Begleiter jeweils ein Auszubildender durchdenSESzugewiesen wird.

 

INFORMATION

Kontakt und weitere Informationen zur Initiative gibt es im Landratsamt Roth bei:

Zukunftscoach Stefan Forster, Telefon 09171 81-491; E-Mail: zukunftscoach@landratsamt-roth.de
oder bei:
Kontaktstelle Bürger-Engagement Landkreis Roth, Annegret Thümmler, Telefon 09171 81-125; E-Mail: Annegret.Thuemmler@Landratsamt-Roth.de

 

Quelle: Hilpoltsteiner Kurier,  Nr. 26 vom 01./02. Februar 2014, S. 28

Foto: Diakonie Neuendettelsau



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