Neben dem Vorhaben „Abenberg-Neumühle“ werden auch im südlichen Landkreis in absehbarer Zeit die Baumaschinen anrücken. Denn dort kann nun mit dem Bau des Radwegs aus Meckenhausen in Richtung Landkreisgrenze Neumarkt eine Lücke im Radwegenetz des Landkreises geschlossen werden. Gut, dass beide Projekte schon im aktuellen Haushaltsplan enthalten sind.
Diese Vorplanung - sowohl architektonisch als auch finanziell - hat ihren Grund. Schließlich sind alleine für das Vorhaben „Abenberg – Neumühle“ die Gesamtkosten auf zwei Millionen Euro kalkuliert, von denen der Landkreis rund 1,1 Millionen Euro selbst berappen muss.
Reine Notwendigkeit
Kein Schnäppchen also. Dennoch ist die geplante Sanierung, verbunden mit einer belastbareren Tragschicht, dem Ausbau der Straßenbreite von sechs Metern auf 6,50 m und dem Neubau eines flankierenden Geh- und Radweges auf 2,2 Kilometern Länge alles andere als Luxus, sondern Notwendigkeit.
Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: Mit rund 5000 Fahrzeugen pro Tag gehört dieser Teil der Kreisstraße RH 4 zwischen Abenberg und Neumühle zu den drittmeistbefahrenen Straßen im Landkreis – nur noch getoppt von der RH 1 im Bereich Rednitzhembach-Kleinschwarzenlohe (bis 10 000 Fahrzeuge pro Tag) und der RH 3 im Bereich Büchenbach (rund 6000 Fahrzeuge pro Tag) , deren Ausbau in diesen Tagen nach einjähriger Bauzeit beendet werden kann.
Zu hohe Belastung
Nun also ist „Nummer drei“ in Warteposition. Als gern genutzte Verbindung Richtung B 466/Spalt hat gerade in den vergangenen Jahren der Schwerlastverkehr deutlich zugenommen. Abgebrochene Bankette und tiefe Spurrillen sind der Beweis dafür, dass die Straße weder von der Breite noch von der Tragfähigkeit dafür ausgelegt ist. Und das bereits seit langer Zeit.
Schon vor rund einem Jahrzehnt war der Ausbau der Verbindung Abenberg-Neumühle ins Gespräch gebracht worden. Weitaus schwieriger als ursprünglich gedacht gestalteten sich die folgenden Grundstücksverhandlungen. Diese waren nötig, nachdem der Landkreis für die geplante Verbreiterung der Straße und den begleitenden Geh- und Radweg nicht im Besitz der nötigen Flächen war. Mit 20 Grundstücksbesitzern mussten entsprechende Verträge abgeschlossen werden – der letzte unterschrieb erst Ende Mai diesen Jahres für den Verkauf.
Gerade rechtzeitig, um in die Bresche springen zu können als aus Ansbach fast zeitgleich die Nachricht kam, für den Straßenbau seien nun unerwartet Gelder frei und entsprechende Förderanträge könnten gestellt werden. Genau das tat die Kreis-Tiefbauverwaltung postwendend. Sowohl für den Bereich „Abenberg“ als auch für den Radweg „Meckenhausen“, der mit insgesamt 435 000 Euro veranschlagt ist.
Vorbereitungen laufen
Mit Erfolg. Für beide Projekte gab Ansbach grünes Licht und die Vorbereitungen konnten anlaufen. Laut Gerhard Dillmann, Leiter der Kreis-Tiefbauabteilung, wird nun die Ausschreibung vorbereitet, damit im Herbst die Baumaschinen anrücken können. Als erstes wird der Bau des Geh- und Radweges Abenberg-Neumühle in Angriff genommen. „Denn bei einem Wintereinbruch können wir diese Baustelle ohne größere Probleme stoppen“, erklärt Dillmann.
Im Frühjahr 2013 wird es dann für die motorisierten Verkehrsteilnehmer ernst. Rund ein Jahr werden die Arbeiten, die unter anderem auch die Neugestaltung der Ortsdurchfahrt Neumühle mit Kreisverkehr, sowie die Verlegung wichtiger beinhaltet, in Anspruch nehmen. „Ohne eine Vollsperrung wird es zwischendrin nicht gehen. Doch hoffen wir, die Behinderungen auf ein Minimum beschränken zu können“, wirbt Dillmann schon jetzt für Verständnis.
Freie Fahrt für Radler
Etwas einfacher stellt sich die logistische Situation in und rund um Meckenhausen dar. Denn dort gibt es in Richtung Neumarkt keinen Radweg. Noch nicht. Das wird sich ändern. Sogar grenzüberschreitend.
Schon seit längerem ist im Rother Landratsamt bekannt, dass der Landkreis Neumarkt von Forchheim kommend Richtung Rother Landkreisgrenze im Sommer einen Geh- und Radweg baut. Um einen Lückenschluss zu ermöglichen, kooperierten die jeweiligen Tiefbauverwaltungen, stimmten die Planungen aufeinander ab. Damals noch unabhängig von einer Ansbacher Förderzusage. Umso besser, dass nun nicht nur die planerischen, sondern auch die finanziellen Grundlagen gesichert sind. Nachdem seit Frühjahr die Radler bereits von Pierheim nach Meckenhausen auf einem nagelneuen Weg in die Pedale treten können, parallel zu den motorisierten Verkehrsteilnehmern, wird dies nun in absehbarer Zeit auch über Meckenhausen hinaus Richtung Freystadt der Fall sein.
Im August, so rechnet Dillmann, können die rund dreimonatigen Arbeiten beginnen. Rund 1,3 Kilometer Geh- und Radweg liegen in der Verantwortung des Landkreises bis zu dessen Grenzen; Gesamtkosten: rund 435 000 Euro, von denen der Landkreis gut die Hälfte schultern muss; darin eingeschlossen ist ein Fahrbahnteiler am Ortseingang von Meckenhausen, der als „optische“ Bremse für Autofahrer und als Überquerungshilfe für Fußgänger dienen wird.
Weitere Informationen und Material zum Thema finden Sie auf der rechten Navigationsleiste.