
Eine Landkarte zeigt die drei Regionen des heutigen Costa Rica, aus denen die Exponate stammen. Besucher können das wichtigste über das Land, die Bevölkerung und ihre Erzeugnisse einigen bebilderten Informationstafeln entnehmen. Und dann die wunderschönen Exponate bewundern. Die mit Tier- oder Pflanzenplastiken geschmückten Gefäße und solche, in deren hohlen Füßen Tonkugeln scheppern oder mit mehrfarbiger abstrahierter Malerei verzierte Schalen, Tierfiguren und andere Gegenstände. Eine zeigt den Sonnengott mit zwei Toren. Durch eines verlässt er am Abend die Welt, durch das andere erscheint er am Morgen wieder.
Geheimnisvolle Schamanen
Ein wichtiges Thema sind die Schamanen, Frauen und Männer mit besonderen spirituellen Fähigkeiten. Sie traten für einzelne Menschen oder für die Gemeinschaft mit den nichtmenschlichen Wesen der Naturreligion in Verbindung, um Rat und Hilfe zu erwirken. Sie kannten Krankheiten und Heilplanzen und ihre Wirkung und konnten daher heilen. Als Hilfsmittel bei ihren Zeremonien verwendeten sie Masken oder Okarinas. Sie brachten sich durch Coca in Trance und verwandelten sich dann in starke Jaguare oder Adler, die Feinde besiegten. Bucklige Kleinwüchsige hatten, so meinte man, besondere Beziehungen zu den Geistern und halfen den Schamanen. Kleine Tonfigürchen solcher Buckliger ließen die Schamanen bei den Leuten als Hilfsgeister zurück. Eine Auswahl solcher gut erhaltener Buckliger ist in der Ausstellung zu sehen ebenso wie eine Jaguarmaske oder Figuren von Schamanen, auch rauchend, in Trance und in Form von Jaguaren. Hergestellt wurde alles nur mit Steinwerkzeugen, betonen Feist und Widler, und die Keramik ist noch nicht mit der Töpferscheibe gedreht.
Die beeindruckenden Zeugnisse einer Kultur, die es so nicht mehr gibt, sind in Thalmässing ab dem kommenden Wochenende zu sehen. Das Museum hat bis Oktober geöffnet von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 12 Uhr und von 13 bis 16 Uhr. Gruppen können nach Anmeldung das Museum auch zu anderen Zeiten besuchen Telefon (0 91 71) 81-329.