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"Schamane und Jaguar" - Neue Costa-Rica Sonderausstellung im Vor- und frühgeschichtlichen Museum Thalmässing

Am Freitag, 26. März um 19 Uhr wird im Vor- und frühgeschichtlichen Museum eine neue Sonderausstellung eröffnet. Nicht die Archäologie des geschichtsträchtigen Thalmässinger Raumes ist diesmal Thema, sondern zwischen 500 und 1200 Jahre alte Exponate aus Costa Rica in Mittelamerika. Hansjörg Widler und Werner Feist von der Naturhistorischen Gesellschaft (NHG) Nürnberg, Abteilung für Völkerkunde, wählten aus den mehr als 1000 Gegenständen in ihrer Costa-Rica-Sammlung die Exponate für Thalmässing aus. Felix Wiss aus Nürnberg, ehemals Vizekonsul in Costa Rica, hatte sie vor gut 100 Jahren der NHG geschenkt, die ihn deshalb zum Ehrenmitglied ernannte. Es seien wohl überwiegend Grabbeigaben, so Werner Feist, die der Konsul zum Teil kaufte, zum Teil auch selbst ausgrub. Leider gebe es dazu keine Unterlagen.

Werner Feist (links) und Hansjörg Widler von der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg (NHG) bauen die Sonderausstellung auf.

Eine Landkarte zeigt die drei Regionen des heutigen Costa Rica, aus denen die Exponate stammen. Besucher können das wichtigste über das Land, die Bevölkerung und ihre Erzeugnisse einigen bebilderten Informationstafeln entnehmen. Und dann die wunderschönen Exponate bewundern. Die mit Tier- oder Pflanzenplastiken geschmückten Gefäße und solche, in deren hohlen Füßen Tonkugeln scheppern oder mit mehrfarbiger abstrahierter Malerei verzierte Schalen, Tierfiguren und andere Gegenstände. Eine zeigt den Sonnengott mit zwei Toren. Durch eines verlässt er am Abend die Welt, durch das andere erscheint er am Morgen wieder.

Geheimnisvolle Schamanen

Ein wichtiges Thema sind die Schamanen, Frauen und Männer mit besonderen spirituellen Fähigkeiten. Sie traten für einzelne Menschen oder für die Gemeinschaft mit den nichtmenschlichen Wesen der Naturreligion in Verbindung, um Rat und Hilfe zu erwirken. Sie kannten Krankheiten und Heilplanzen und ihre Wirkung und konnten daher heilen. Als Hilfsmittel bei ihren Zeremonien verwendeten sie Masken oder Okarinas. Sie brachten sich durch Coca in Trance und verwandelten sich dann in starke Jaguare oder Adler, die Feinde besiegten. Bucklige Kleinwüchsige hatten, so meinte man, besondere Beziehungen zu den Geistern und halfen den Schamanen. Kleine Tonfigürchen solcher Buckliger ließen die Schamanen bei den Leuten als Hilfsgeister zurück. Eine Auswahl solcher gut erhaltener Buckliger ist in der Ausstellung zu sehen ebenso wie eine Jaguarmaske oder Figuren von Schamanen, auch rauchend, in Trance und in Form von Jaguaren. Hergestellt wurde alles nur mit Steinwerkzeugen, betonen Feist und Widler, und die Keramik ist noch nicht mit der Töpferscheibe gedreht.
Die beeindruckenden Zeugnisse einer Kultur, die es so nicht mehr gibt, sind in Thalmässing ab dem kommenden Wochenende zu sehen. Das Museum hat bis Oktober geöffnet von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 12 Uhr und von 13 bis 16 Uhr. Gruppen können nach Anmeldung das Museum auch zu anderen Zeiten besuchen Telefon (0 91 71) 81-329.



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